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mal ernst, mal heiter
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 Liebe Leserin, lieber Leser!

Was dem Menschen am Herzen liegt, das möchte er mitteilen! Unser Blog – das Tagebuch »mal ernst, mal heiter« – wächst allmählich aus den Kinderschuhen heraus. Die allererste Eintragung datiert zurück auf den 14. September 2006.

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23. April 2013
Hast macht dumm
Kategorie: Besser lernen
     
  Hast macht dumm
von Karin Pfeiffer

 
 

Vermeintlicher oder echter Mangel an Zeit verführt beim schulischen Lernen zu flatterhafter Neugier, aus der kein bleibendes Interesse erwächst. Beharrlichkeit ist die Voraussetzung für Lernen. Es gibt dabei nur ein Problem: die Zuwendung zu einer Sache, der wir uns mit dauerhaftem Interesse widmen, kostet Zeit. Ist diese Zeit wirklich nicht vorhanden? Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
Eine wahre Geschichte aus alten Zeiten
Kategorie: Anekdoten
  Das Wechselgeld
von Veronika Weinreich

Es war im September 1956, die Schule hatte gerade wieder begonnen. Als wir am Mittag nach Hause kamen, stand das Essen bereits auf dem Tisch. Es gab Erbseneintopf. Noch während wir aßen, sagte der Vater: „Morgen geht ihr in den Nachbarort und holt drei Hendl ab.“ Und Mutter fügte hinzu: „Der Bauer hat uns am Vormittag besucht, mit dem haben wir es ausgemacht.“ Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
10. April 2013
Gesprächskultur
Kategorie: Besser lernen
     
  Vom Sprechen und Zuhören
von Karin Pfeiffer

 
 

„Nichts wird so oft überflüssigerweise geöffnet wie der Mund“, sagt ein Sprichwort. Wo allzuviel geredet wird, hört niemand mehr zu. Gelegent­liches Schweigen erst gibt den Worten einen Sinn. Ein Mensch, der gut zuhören kann, wird allgemein geschätzt. Wer zuhört, ist dem Sprechenden zugewandt, schaut ihn an und nimmt am Gesagten Anteil. Aktives Zuhören erfordert Selbstdisziplin, spontane Bedürfnisse sollen zurückgestellt, Anzeichen von Ungeduld vermieden werden. Das gute Gespräch ist ausgewogen – im Wechsel wird gesprochen und zugehört. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
03. März 2013
Mehr Rechtschreibfehler als früher
Kategorie: Schriftkultur
   
 

Wie gut sind die Schüler heute in der Rechtschreibung?

 
 

KARIN HECHLER: Gemessen an den 60er Jahren ist es deutlich schlechter geworden. Es gibt dafür klare Hinweise. Es gibt keinen fehlerfreien Aufsatz mehr, auch nicht bei den besten Schülern. Das war früher anders. Wir sind nicht zufrieden mit dem, was auch gute Schüler in Deutsch erbringen.

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 Karin Hechler (63) ist Deutschlehrerin. Sie leitet die Schillerschule, eine von Frankfurts Schulen, die am Diktatwettbewerb teilnehmen. Mit ihr hat Thomas J. Schmidt von der »Frankfurter Neuen Presse« über die Orthografie und ihre Probleme gesprochen. 
   
 
Fitnessübungen für das Ohr
Kategorie: Schule
 

Keinen Augenblick lang herrscht in unserem Kopf Schweigen. Immerzu spricht es, das ist uns meist gar nicht bewusst. Wenn ein anderer Menschen mit uns redet und wir aufmerksam zuhören, wiederholen wir die gehörten Worte im Geiste. Auf diese Weise eignen wir uns einen Teil des Gesagten an. Kinder lernen Sprache nur durch Nachahmung. Denken ist stumme Zwiesprache mit sich selbst. Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft lassen sich schulen, wenn wir die Kinder zu innerem Nachsprechen anregen. Dies lässt sich auf spielerischem Wege erreichen, begleitet durch Ruhe und freundliche Zuwendung. Auch Denken will Weile haben.

Neu aufgelegt:
Zuhörspiele. Fitnessübungen für Ohr und Geist.  >>>

 
   
 
 
   

 

 
21. Februar 2013
Der Zeitaspekt in der Pädagogik
Kategorie: Besser lernen
     
  Stören und Trödeln
von Karin Pfeiffer

 
 

Wer keine Zeit hat, ist ärmer als der ärmste Bettler.
(Volksmund)

Kleine Kinder wehren sich heftig, wenn sie unter das Diktat der Stundenpläne gezwungen werden. Sie leben nach der „natürlichen Uhr“, und diese tickt im Einklang mit dem kosmischen Rhythmus, dem alles Lebendige unterworfen ist. Die künstliche Zeit, der wir Erwachsenen folgen, greift schmerzhaft in unsere echten Bedürfnisse ein und verformt unser Wollen. Dauerhektik kann geistig und körperlich krank machen. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
19. Februar 2013
Abstrakte Schmerzen tun nicht weh
Kategorie: Besinnliches
 

Wir leiden nicht unter Bauchschmerzen, wenn wir keine haben. Das ist jedem klar und überflüssig zu sagen. Oder doch nicht? Kürzlich las ich in einem sehr interessanten Buch mit dem Titel »Die Logik des Misslingens« die folgenden Sätze: 

»Jemand, der starke Kopfschmerzen hat und davon gequält wird, wird vermutlich gern zu einem Mittel greifen, welches die Kopfschmerzen beseitigt, selbst wenn als Nebenwirkungen Bauchschmerzen angekündigt werden. Die Kopfschmerzen sind real, die Bauchschmerzen abstrakte Zukunft – und werden vermutlich, solange sie nicht vorhanden sind, gern in Kauf genommen werden. Wenn sie aber einmal da sind, wird sich alles umkehren. Um die quälenden Bauchschmerzen loszuwerden, wird man bald zu einem Mittel greifen, welches ebendiese beseitigt, aber Kopfschmerzen produziert.«
(Seite 100)
 

Damit stecken wir in der Zwickmühle, bei der wir zwischen Kopf- und Bauchmerzen hin und her pendeln. Liegt nur genügend Zeit zwischen der »Kopfschmerzbekämpfung« und den ersten Symptomen der »Bauchschmerzen«, so werden die Wechselwirkungen nicht mehr als Ursache erkannt. Zahlreiche politische Eingriffe in die gesellschaftliche Wirklichkeit erzeugen langfristig unerwünschte Nebenwirkungen, die zwar bekannt sind, aber die, weil in abstrakter Ferne liegend, hingenommen werden in der vagen Hoffnung, so schlimm werde es schon nicht kommen. Millionen Raucher denken so. Und die Trinker tun es ihnen gleich. Auch Beispiele aus der Nationalökonomie, des Staats- und Gemeinwesens und der Politik gibt es zahlreich. Ein staatlicher Eingriff wird »Reform« genannt: Gesundheitsreform, Schulreform, Rechtschreibreform, Währungsreform, Agrarreform, Wirtschaftsreform, Familienreform, Steuerreform ... Und das funktioniert so: Ein Loch auf, das andere zu — bzw. Kopfschmerzen hie, Bauchschmerzen da. Ist doch ganz normal. Oder etwa nicht?

 
  Das SPÄTER ist gar zu abstrakt. 
   
 Dietrich Dörner: Die Logik des Misslingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 2003 

 

 
15. Januar 2013
Buch versus Computer
Kategorie: Besser lernen
     
  Erleben wir den Niedergang der Sprachkultur?
von Karin Pfeiffer

 
 

Buchvorstellung

Barry Sanders. Der Verlust der Sprachkultur. S. Fischer Verlag 1995


Einige Zitate aus dem Buch:

„ ... die Zuhilfenahme von mehr Computerleistung wird das Problem [der zunehmenden Analphabetisierung] nur verschärfen. Indem man die Schüler an den Bildschirm fesselt, ... zerstört man ihre Anlagen für das Lesen und Schreiben. ... Im Ergebnis bringt der Computer sie dem Analphabetismus immer näher. Er zerrüttet das Verhältnis zu den Mitmenschen und verstärkt den Effekt der zerrütteten Familienverhältnisse, die zu Hause erlebt werden. Der Gesellschaftsvertrag wurde nicht an einem Textverarbeitungscomputer verfaßt. Er läßt sich auch nicht an einem Textverarbeitungscomputer wieder herstellen.“ (S. 170) Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
06. Januar 2013
Von großen und kleinen Aufgaben
Kategorie: Besinnliches
     
  Eine große unerledigte Aufgabe bildet ein unüberwindliches Hindernis für die Erledigung zahlreicher kleiner Aufgaben.

Es ist nicht lange her, da kostete mich die Erledigung täglicher Routineaufgaben große Überwindung. Ich erkannte die Ursache, gleichwohl konnte sie nicht beseitigen. Die unbewältigte Aufgabe lag vor mir wie ein gewaltiges Bergmassiv. Ich schob die große Aufgabe vor mir her und fühlte mich täglich erschöpfter und mutloser, weil ich viel wertvolle Zeit mit sinnlosem Tun vergeudete. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
13. Dezember 2012
Unbeherrschbar und fehlerhaft: die neue s-Schreibung
Kategorie: Schriftkultur
   
 

Die s-Regel der Rechtschreibreform — kritisch betrachtet

 
 

Seit die Reformschreibung in den Schulen verpflichtend eingeführt und von weiten Teilen der Schriftgemeinschaft mehr oder minder widerwillig übernommen wurde, hat sich vor allem die s-Schreibung zu einer unerschöpflichen Fehlerquelle entwickelt. An Warnungen hat es nicht gefehlt, dennoch wurde die neue s-Regel,  das Herzstück der Reform, als ein Meisterstück der Logik gelobt und ihrer vorgeblichen Einfachheit halber gepriesen. Nun stellte sich gerade die s-Schreibung schon recht früh als besonders knifflig heraus. Zunächst hoffte man auf ein Übergangsphänomen. Heute wissen wir es besser. Die s-Schreibung verschlechtert sich mit jeder Generation von Schülern, die nach den neuen Regeln schreiben lernt.
Ein Widerspruch?

Inge Müncher ist dieser Frage nachgegangen und fand heraus, daß die neuen s-Regeln eine unzulässige Verkürzung darstellen: sie sind nämlich unvollständig.

Weiterlesen hier>>>>

 
   
 Lesetip: Der große Blöff. Neue deutsche Rechtschreibung — einfach unlernbar.
von Claudia Ludwig und Karin Pfeiffer
 
   
 
12. Dezember 2012
Computer verhindern Lernen
Kategorie: Besser lernen
     
  Jeder Dummkopf kann eine Maschine bedienen
von Karin Pfeiffer

 
 

Wenn ich das Christkind wäre (das echte – denn vom Geburtsdatum 25. Dezember her bin ich eines), dann würde ich Ihnen – Eltern und Lehrern – ein bestimmtes Buch unter den Weihnachtsbaum legen und Ihnen die Lektüre dringend empfehlen. Die folgenden Zitate stammen aus diesem Buch.

Mathematik:
„Der Computer und sein kleiner Bruder, der Taschenrechner, verhindern, dass man die Grundlagen des Rechnens lernt. Sie verhindern, dass man einen Blick für das Wesen der Mathematik entwickelt, dass man mit Zahlen vertraut wird oder Algebra wirklich versteht.“ Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
20. November 2012
Was ist Bildung?
Kategorie: Besinnliches

Bildung erscheint heute als eine Art Konsumartikel, den man am Stück oder im Sonderangebot kaufen kann. Abgangszeugnisse werden durch die Schule verteilt, und wir nennen sie »Bildungszertifikate«. Neben der Schule ist das Internet ein Mega-Supermarkt, in dem man je nach Bildungshunger beliebig »shoppen« kann.

Ist das wirklich »Bildung« im ursprünglichen Sinne des Wortes?

Was ist denn überhaupt Bildung?

Ist Bildung, daß ich weiß, welchen Knopf ich an der Maschine drücken muß? Welche Buchseite ich aufschlagen muß? Ist jemand gebildet, der weiß, wie man die Suchmaschine im Internet bedient? Ist derjenige gebildet, der sich dem Zeitgeist grundsätzlich unterwirft oder jener, der trotz Gegenwindes an Verhaltensweisen oder Werten festhält, die sich bewährt haben und von denen wir mit gutem Grund annehmen, daß sie zeitlos sind? Ist gebildet, wer die Nebenflüsse der Donau aufzählen kann? Ist nur der gebildet, der ein glänzendes Abgangszeugnis einer Schule oder einen akademischen Grad vorweisen kann?

Was ist Bildung? 

 
 

 

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