Buchsuche:
  Startseite
 
Tagebuch:
mal ernst, mal heiter
Sonderaktionen Für Kunden in Österreich Der Stolz Verlag stellt sich vor Kontakt  

Kategorie: Schriftkultur

 
13. Dezember 2011
Abschaffung der Schreibschrift
Kategorie: Schriftkultur
 

Lasst die Schnörkel leben!

Auch bei der Süddeutschen macht man sich jetzt Sorgen um den Niedergang der Schreibkultur. Seit der Grundschulverband e.V. konsequent und unbeirrt die Abschaffung der Schreibschrift vorantreibt, Hand in Hand mit der Politik, scheint das Schicksal der Schreibschrift besiegelt zu sein. Ein Containerschiff, das mit Hilfe und Segen der mächtigen Ministerialbürokratie vom Stapel läuft, wird niemand aufhalten können, weder mit Bitten noch mit sachkräftigen Argumenten und Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
27. Oktober 2011
Schrift und Rechtschreibung gehören zusammen
Kategorien: Schule | Schriftkultur

Es ist eine Binsenweisheit: Schrift und Rechtschreibung sind voneinander getrennt gar nicht denkbar. Schreiben lernen bedeutet deshalb immer auch zugleich Rechtschreiben lernen. Heute wird im ersten Schreibunterricht der Schule die Orthographie vielerorts ausgeklammert. Im eigentlichen Sinne kann dann nicht von Schreibenlernen gesprochen werden. Kinder lernen das Nachzeichnen von Buchstaben, sie üben sich ohne Anleitung im phonetischen Kritzeln — nicht aber im herkömmlichen Schreiben! Schreiben heißt immer auch richtig schreiben. Siehe oben. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
09. Oktober 2011
Lesen durch Schreiben
Kategorie: Schriftkultur

Wenn in der Schule Falsches richtig ist

»Toa« statt »Tor«: Viele Grundschüler lernen mit einer Methode Lesen und Schreiben, bei der auf Regeln verzichtet wird. Pädagogen warnen.

Lesen Sie hier weiter >>>>>>>>


Zum Weiterlesen:

Vom Abschreiben
Weshalb wir die Handschrift pflegen sollten (Teil I)
Weshalb wir die Handschrift pflegen sollten (Teil II)
Computer und Lernen
Vereinfachte Ausgangsschrift
Die VA: Eine Schrift aus der Retorte

Zum Verständnis der unsinnigen Reformwut in Schulen:

Wer hat das Sagen in deutschen Klassenzimmern

 
02. August 2011
Umfrage zur Rechtschreibreform
Kategorie: Schriftkultur
 

Mehrheit lehnt die Rechtschreibreform weiter ab

München (RP). 15 Jahre nach ihrer Einführung wird die Rechtschreibreform immer noch von einer Mehrheit der Deutschen abgelehnt. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid, das im Auftrag des "Focus" 1001 ausgewählte Personen befragte. Demnach wird die Reform von 1996 nur von einem Drittel der Bevölkerung begrüßt, 62 Prozent halten sie weiterhin für falsch. Das Interesse an korrekter Rechtschreibung sei nach wie vor ungebrochen hoch: Lediglich 15 Prozent halten sie für überflüssig, dagegen ist sie für 85 Prozent der Befragten wichtig. Mehr als die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) gaben an, dass Rechtschreibung in ihrem Alltag eine große Rolle spiele.
 
Quelle: Mehrheit lehnt die Rechtschreibreform weiter ab (RP ONLINE, 01.08.2011) >RP ONLINE
 
 
08. Juni 2011
Es tut mir Leid — Es tut mir leid
Kategorie: Schriftkultur
 

15 Jahre Rechtschreibereform

Es tut mir Leid - Es tut mir leid
In der Kolumne «Übrigens» des Walliser Boten schreibt Dr. Alois Grichting zum 15jährigen Jubiläum der Rechtschreibreform (1996-2011):
Übrigens ... «feiern» die Verursacher der überstürzten, auf Impuls der Deutschen Kultusministerkonferenz in die Welt gesetzten Rechtschreibereform des Jahres 1996, das Jubiläum «15 Jahre Rechtschreibreform». Dass es hier eigentlich nichts zu feiern gibt, drückte die Präsidentin dieser famosen Konferenz, Frau Ministerin Johann Wanka, in der NZZ wie folgt aus: «Die Kultusminister wissen längst, dass die Rechtschreibereform falsch war. Aus Gründen der Staatsräson ist sie nicht zurückgenommen worden».  weiterlesen »»»
 
Weitere kritische Beiträge zum Thema: SOK (Schweizer Orthographische Konferenz)
 
 
18. Januar 2011
Das Ende der Rechtschreibung
Kategorie: Schriftkultur
 

Die Entropie der Schrift

Im Kosmos wirken zwei gegenläufige Kräfte: das ist zum einen die Syntropie, eine aufbauende Energie, welche hilft, die vorhandene Ordnung zu bewahren. Gleichzeitig gibt es eine Tendenz zur Entropie, welche zu Unordnung und Verfall neigt. Auch in der menschlichen Gesellschaft wirken Syntropie und Entropie, jeweils in unterschiedlichem Maße und auf unterschiedlichen Sektoren. Alles ist stets im Flusse — Aufbau und Abbau finden gleichzeitig statt.

Im Jahre 2003 erschien zu diesem Thema im dtv-Verlag ein Buch mit dem Titel »Das Ende der Zivilisation«. Anders als der düstere Titel es nahelegt, ist die Lektüre beinahe vergnüglich, denn der Autor — der Soziologe Manfred Wöhlke — trägt Nachdenkenswertes mit bissigem Humor vor. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
15. Dezember 2010
Seitenblick: NZZ zur Rechtschreibreform
Kategorie: Schriftkultur
 

Voll geil

von Konrad Hummler

Dr. Konrad Hummler ist unbeschränkt haftender Teilhaber von Wegelin & Co. Privatbanquiers, St. Gallen, und Verwaltungsrat der AG für die Neue Zürcher Zeitung.

Erst stiess ich mich daran, wenn im Tram und auf Plätzen aus jugendlichen Mündern lautstark von voll-, mega- und obergeil die Rede war. Denn just bei diesem Wort sitzt die bisherige Begrifflich-keit aus naheliegenden Gründen ziemlich tief. Nun ertappte ich mich vor kurzem dabei, das Wort selber gebraucht zu haben. Als ich vom Abschluss der Vereinbarung zwischen Deutschland und der Schweiz über eine geplante Abgeltungssteuer erfuhr, entwich mir ein erleichtertes »Voll geil!«. Weiterlesen hier!

 
 
 
17. November 2010
2011 kommt die neue Rechtschreibreform
Kategorie: Schriftkultur
 

Schon wieder umlernen?

2011 kommt die neue Rechtschreibreform!

Tunfisch oder Thunfisch, dass oder daß — der Rat für deutsche Rechtschreibung der Kultusministerkonferenz reformiert die Reformen.

Alle fünf Jahre muß der Rat für deutsche Rechtschreibung der Kultusministerkonferenz (KMK) einen Bericht vorlegen, der Vorschläge zur Anpassung des Regelwerks enthält. So will es die Satzung. Nach der letzten Rechtschreibreform im Jahr 2006 ist es 2011 wieder soweit. Tatsächlich übergab der Rat für deutsche Rechtschreibung bereits am 1. Oktober seine Änderungsvorschläge. Doch kaum eine Zeitschrift oder Zeitung berichtete. Sind die Medien sauer, weil die schreibende Zunft nicht in die Reformdebatte miteinbezogen wird? Vermutlich nicht saurer als das Volk. Weiterlesen hier!

 
 
 
19. Oktober 2010
Veranstaltungshinweis
Kategorie: Schriftkultur
 

Podiumsdiskussion auf der BuchBasel

Die Rechtschreibung ist völlig aus dem Häuschen, wer wollte das bestreiten! Heitere Anarchie allerorten, an orthographischen Varianten fehlt es nicht, und täglich kommen neue hinzu. Die saloppe Unbefangenheit im Umgang mit Wort und Schrift mag zwar bequem sein für Schriftproduzenten, den Leser hingegen (ver)stört das.

Trotz hilfreicher automatisierter Fehlerkorrektur bewegen sich viele veröffentlichte Texte auf einem bescheidenen orthographischen Niveau. Formenvielfalt, so unterhaltsam und attraktiv sie in gewissen Lebensbereichen sein mag — als Variantenrechtschreibung stiftet sie nichts als Ärger und Verwirrung.
Wie es scheint, herrscht in Deutschland angesichts der amtlich servierten Rechtschreibsuppe zur Zeit noch betretenes Schweigen. Man arrangiert sich und ißt, was auf den Tisch kommt. Doch nicht überall will man sich damit abfinden, daß sich die Einheitlichkeit der Schriftsprache zusehends auflöst.

Unter dem Namen Schweizer Orthographische Konferenz (SOK) war am 1. Juni 2006 von Sprachwissenschaftlern und Praktikern aus Presse und Verlagen in Zürich eine Gesellschaft gegründet worden, deren Ziel es ist, die von der Rechtschreibreform beschädigte Einheitlichkeit und Sprachrichtigkeit der Rechtschreibung in Presse und Literatur der Schweiz wiederherzustellen.
Auf der kommenden Buchmesse in Basel — BuchBasel, 12. bis 14. November 2010 — wird eine Podiumsdiskussion stattfinden, an welcher neben prominenten Mitgliedern der SOK auch Presseredakteure und hochrangige Bildungspolitiker teilnehmen werden. Aus dem Ankündigungstext der SOK:

»Man wollte die Rechtschreibung vereinfachen, man hat sie vervierfacht. Literatur, Zeitungen und Schulbücher erscheinen mit unterschiedlichen Schreibweisen. Der Rat für deutsche Rechtschreibung wird weitere Veränderungen vornehmen. In dieser Lage bietet die Schweizer Orthographische Konferenz Sicherheit.«

Wer die BuchBasel besuchen will, möge sich den Termin im Kalender (auch schon wegen des sicher leckeren Buffets!) heute schon vormerken.
Hier noch einmal die genauen Daten:

Podiumsdiskussion der SOK auf der BuchBasel
Samstag, 13. November 2010, 10.30-12.00 Uhr,
mit anschließendem Buffet.

 


foto: pixelio

 
 
22. September 2010
Die Reform wird nicht mehr rückgängig gemacht, weil wir ...
Kategorien: Schriftkultur | Humor
 

... zu viel investiert haben

»Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.« Da sagte Albert Einstein aber etwas! Da muß etwas Wahres dran sein, das erleben wir am Beispiel der allseits geliebten Rechtschreibreform. Sobald sich jemand mühsam in eine Sache eingearbeitet hat, will er partout nicht mehr von ihr lassen, da mag das Ergebnis noch so absurd sein. Liegt nicht etwas Irrationales im verbissenen Kampf um das Verlorene? Im Nachhinein sind wir endlich klüger. Dann bricht das große Staunen aus über die eigene Torheit. Woher kommt bloß die seltsame Leidensbereitschaft, die sich beharrlich weigert, sogar große Brocken nicht aus dem Weg zu räumen, über die man doch andauernd stolpert wie Freddy Frinton im Kultsketch »Dinner for one«? Diesen Beitrag zu Ende lesen »
 
03. August 2010
Rechtschreibregeln führen zu Fehlern
Kategorie: Schriftkultur
 

Verunglückt: Rechtschreibregeln

Unter die Rubrik »Verwissenschaftlichung« des Unterrichts gehören auch zahlreiche, Rechtschreibregeln, deren Formulierung eindeutig mißglückt ist. Diese haben seit 1996 nach und nach in die Pädagogik Eingang gefunden, wo ihnen ein langes Leben beschieden sein dürfte.
Gesehen kürzlich auf einer Schulbuchausstellung: Ein Plakat, ersonnen zum Zweck der visuellen Unterweisung und als Begleitmedium zu einem Rechtschreiblehrwerk für Grundschüler, verkündet folgenden sinnschweren Satz, der hiermit wörtlich wiedergegeben sei: Diesen Beitrag zu Ende lesen »
 
07. Juli 2010
Herkömmliche Rechtschreibung in Schulbüchern
Kategorie: Schriftkultur
 

Vertrag mit den Schulbuchverlegern

Im Verlaufe der sechsten Tagung der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK) am 20. Mai 2010 berichtete Ludwig Laher (IG Österreichische Autorinnen und Autoren, Rat für deutsche Rechtschreibung), „daß die Autorinnen und Autoren Österreichs in einem Vertrag mit den Schulverlegern erreicht haben, daß ihre Texte in Schulbüchern nicht ohne ihre Zustimmung an neue Normen angepaßt werden dürfen. In den Schulbüchern Österreichs werden damit wieder literarische Texte in herkömmlicher Rechtschreibung erscheinen. Dies wertet auch die SOK als wichtigen Erfolg im Kampf gegen amtlich verordnete Eingriffe in Sprache, Schrift und Gestalt eines Textes."

(aus der Pressemitteilung der SOK vom 20. Mai 2010)

Weitere Berichte:
SOK-Herbsttagung 2007
Tagung der SOK im Juni 2009
Link zur SOK (viele lesenswerte Beiträge)
 
 
28. Mai 2010
Tagungsbericht SOK
Kategorie: Schriftkultur
 

Sechste Tagung der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK)
Zunfthaus zur Waag, Zürich den 20. Mai 2010

Am Donnerstag, dem 20. Mai 2010, fand in Zürich die sechste Tagung der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK) statt. Mehr als 50 Teilnehmer aus der Schweiz, aus Österreich und aus Deutschland versammelten sich im Zunfthaus zur Waag, um gemeinsam die aktuelle Situation zu diskutieren und weitere Schritte zur Verbesserung der Lage abzusprechen. Mehr denn je besteht Handlungsbedarf zur Korrektur der Orthographieregeln. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
20. Februar 2010
Konfus!
Kategorie: Schriftkultur

Die konfuse neue Rechtschreibung

In der Schweiz wird in Sachen Rechtschreibung hinter den Kulissen heftig geplant und verhandelt. Ab und zu leuchtet in der Öffentlichkeit ein Widerschein auf – neuestes Beispiel: Die Kolumne »Übrigens« im Walliser Boten. Übrigens … die Auseinandersetzung ist noch lange nicht zu Ende, auch in Deutschland nicht.

Der «Leitfaden 3» – und was davon zu halten ist
von Dr. Alois Grichting

Übrigens … wurde am 1. August 2009 die konfuse neue Rechtschreibung, die 13 Jahre lang immer wieder verändert worden war, für die schweizerischen Schulen als bindend erklärt. Unsere Bundeskanzlei hat 2008 in dritter Auflage dazu einen «Leitfaden zur deutschen Rechtschreibung» herausgebracht. Nennen wir ihn «Leitfaden 3». Diese dritte Auflage wurde nötig, weil der «Rat für Rechtschreibung» 2006 vieles von dem rückgängig machte, was in den Jahren zuvor als «Neue Rechtschreibung» gepriesen worden war. So läuft das Possenspiel «Reform der Reformen»: Tat uns einst, reformbedingt, etwas «Leid», so tut es uns nun wieder «leid» – wie es vor der Reform war; was «so genannt» hiess, darf nun wieder «sogenannt» sein usw. Da die Autoren von «Leitfaden 3» nicht erläutern, warum etliche Jahre lang «Leid tun», «so genannt» usw. zu schreiben war, wird die Sache immer dubioser. Die Autoren stellen damit – auf die Vergesslichkeit der Leute hoffend – unehrlich als Neuregelungen vor, was eigentlich Rücknahmen der Reform sind. Wenn sie schrieben, die neue Regelung hätte viele Gegner, verschweigen sie, dass sie als Folge gewaltigen Widerstands gegen ihr liederliches Tun selbst Gegner dieser Reform werden mussten.
Weiterlesen >>>>>

 
Quelle: Walliser Bote, 15. Januar 2010, Seite 5
 
05. Februar 2010
Paradoxer Wildwuchs
Kategorie: Schriftkultur

Neue Rechtschreibung: Paradoxer Wildwuchs

Im Wallis macht sich eine weitere Stimme bemerkbar. Wir können gespannt sein, ob die Lehrer den ihnen zugespielten Ball annehmen.

„Eine klassische Verschlimmbesserung“
von Leander Bregy

Es gibt Menschen, denen ist nur alles Neue gut genug, recht und richtig. Es handelt sich dabei sehr oft um Menschen, die glauben, nur in ständigen Veränderungen und im Neuen liege das Heil der Welt. Und wer mit dieser Kategorie von stets verändernden Menschen nicht einverstanden ist, wird von diesen «Heilbringenden» bald einmal als rückständig, hinterwäldlerisch, konservativ und nicht zeitgemäss abgekanzelt.

Klar: Wer nicht mit der Zeit geht, mit dem geht man mit der Zeit … An dieser Aussage haftet zweifelsohne viel Wahres. Und: Was sich nicht bewährt, Probleme schafft, absolut überholt ist usw. darf und soll geändert, erneuert und verbessert werden. Aber: Die Erfahrung lehrt uns immer wieder, dass vieles vom Neuen, vom Geänderten, vom sogenannt Verbesserten in Tat und Wahrheit reinrassige Verschlimmbesserung ist!
Weiterlesen >>>>>

 
Quelle: Walliser Bote, 27. Januar 2010, Seite 5
 
27. Januar 2010
Beim Eis Laufen ...
Kategorie: Schriftkultur


»Beim Eis Laufen kann man sich prächtig unter halten und ein Mal so richtig aus toben.« 

In der Schriftsprache grassiert ein Virus, der zu einer unübersehbaren Flut wunderbarer Wortvermehrung geführt hat. Wie Nanopartikel fliegen uns seltsame Wortbestandteile um die Ohren. Ursache ist die Banausenregel der Rechtschreibreformer, die im Falle des Rechtschreibzweifels den universellen Brechstab über zusammengesetzten Verben zu brechen vorschlug.

»Besonders leid tun können einem Verben wie teilnehmen, preisgeben und heimzahlen. Denn hat dort erst einmal das Trennvirus zugeschlagen uns daraus teil nehmen, preis geben und heim zahlen gemacht, fühlt sich meist gleich auch das Großschreibvirus wie magisch angezogen und restauriert die schon längst verblichenen Ex-Substantive zu neuen Hauptwörtern. Und so kommt es, daß dann da am Ende Teil nehmen, Preis geben und Heim zahlen steht. Natürlich gibt’s das so auch, aber so ist die Bedeutung eine total andere (man kann z. B. vom Ganzen einen Teil nehmen, dem Sieger einen Preis geben und für sein Heim zahlen).

Ja, aber ...

„Aber die neue Rechtschreibung fordert doch in all diesen Fällen die Getrenntschreibung!“, heißt es oft. Tut sie zwar nicht, aber wen interessiert das jetzt noch – nach sovielen Jahren der Desinformation und staatlich unterstützten Verwirrung? In allen oben geschilderten Fällen sind sich alte und neue Rechtschreibung immer- und weiterhin vollkommen einig: Es wird einfach zusammengeschrieben, was zusammengehört. ...»

(Auszug aus einem tagesaktuellen Beitrag auf RP ONLINE. Den ganzen Beitrag, der das Unwesen der Getrenntschreibung humorvoll auf die Schippe nicht, finden Sie hier>>>. Klick!)

 
23. Januar 2010
Steigern, und wie!
Kategorie: Schriftkultur

Papa, wie steigert man furchterregend?
Lass mich in Ruh, ich lese gerade die Zeitung.
Papa, wie steigert man alleinstehend?
Was soll das jetzt schon wieder?
Papa, ich weiß nicht, wie man benzinsparend steigert! 
Ich steigere dir gleich was!

Alles muss man selber machen, denkt Hannes.
Aber er kann es ja! Morgen wird der Lehrer staunen, bei soviel Einfallsreichtum:

Furcht erregend — Fürchter erregend — am Fürchterlichsten regend
allein stehend — alleiner stehend — am alleinsten stehend
Benzin sparend — Benziner sparend — am Benzin sparendsten

 
 
06. November 2009
Autoren ärgern sich über die Folgen der Rechtschreibreform
Kategorie: Schriftkultur

Autoren verlangen Respekt für die Gestalt ihrer Texte
SOK Schweizer Orthographische Konferenz
Der Verband AdS, Autorinnen und Autoren der Schweiz, verlangt, dass die von ihnen gewählte Gestalt eines Textes respektiert wird. Zur Gestalt gehöre ausdrücklich auch die Rechtschreibung. Der Verband ersucht die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates in einer Eingabe vom 20. August 2009, »dafür zu sorgen, dass das amtliche Regelwerk endlich unabhängig von Politik, Ideologie und wirtschaftlichen Interessen korrigiert wird und dass die neue Rechtschreibung in der dafür nötigen Zeit in Schule und Verwaltung ausgesetzt wird. Für einen gangbaren Weg halten wir die Empfehlungen der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK).« Weiterlesen>>>>

Auch in Österreich bewegt sich etwas. Beispielhaft ist die Vereinbarung zwischen der Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren und den österreichischen Schulbuchverlagen, die am 1. Januar 2010 in Kraft treten soll. Danach haben die Schulbuchverlage das Recht, Ausschnitte aus Werken zu publizieren, dürfen die Texte dabei aber nicht bearbeiten und entstellen. »Auch Rechtschreibanpassungen (inklusive Interpunktion) bedürfen der Einwilligung der Urheber.« Die Vereinbarung hat auch die Unterstützung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur. Zur Präambel der Vereinbarung.

 
Quelle: Homepage der SOK http://www.sok.ch/
 
29. Oktober 2009
Schriftbild und Sprache
Kategorie: Schriftkultur

Sprechen und Denken werden durch unsere Schriftsprache mehr geformt, als wir ahnen. Könnte es sein, daß die Vorstellung vom Begriff und damit die Sicht der Welt eng zusammenhängen mit dem Schriftbild eines Wortes? Bevor ein Mensch schreiben kann, ist sein Sprachverständnis verwaschen, die Wörter und ihre Botschaften werden eigenwillig interpretiert. Dazu drei Beispiele.

Das erste entnehme ich den Erinnerungen an meine eigene Kindheit. Wenn ich, die Fünfjährige, meiner Mutter nicht gehorchen wollte, bekam ich stets denselben, mit ärgerlichem Unterton gesprochenen Satz zu hören: „Deiner werd’ ich schon Herr werden!“ Die heute altertümlich wirkende Aussage habe ich damals auf meine analphabetische Weise interpretiert. Der „Herr“ war für mich ein schlichtes „her“. Und so verstand ich den Satz: „Deiner werd ich schon herwerden.“ Herwerden wie herkommen. Das fand ich zwar seltsam, aber was ist dem Kinde nicht alles ein Schloß mit sieben Siegeln! Als ich viele Jahre später diesen Satz lesend wiederentdeckte, erkannte ich seine wahre Aussage.

Die zweite Erinnerung datiert zurück in die Zeit meines Lehrerdaseins. Eine Schülerin der fünften Klasse Hauptschule, ein des Schreibens nicht gerade sehr mächtiges Kind, aß in der Pause einen Apfel. Als nur noch das Gehäuse übrig war, kam das Mädchen zu mir, um mich zu fragen, wo denn der „Apfeleimer“ geblieben sei. Der Apfelrest in ihrer Hand ließ mich in die Fallgrube stolpern. Verwundert fragte ich nach, was sie denn mit „Apfeleimer“ meine. „Na, den Apfel-Eimer, da wo die Apfelreste reinmüssen.“ Sie suchte den „Abfalleimer.“

Das dritte Beispiel ist ebenfalls meiner Zeit an der Schule entnommen. An einem Montag liefen mir einige Schüler entgegen und erzählten aufgeregt, am vorangegangenen Sonntag sei das „Fahrfest“ gewesen, sie hätten viel Spaß gehabt. Mit den Gepflogenheiten des dörflichen Lebens war ich, die neue Lehrkraft an der Schule, noch nicht vertraut; die Schilderungen der Kinder stürzten mich in stille Ratlosigkeit. Ein „Fahrfest“, was mochte das für ein ominöses Fest sein? Auch vom „Fahrer“ war oft die Rede. Der Skurrilitäten nahm es kein Ende, meine Phantasie lief heiß. Schließlich verdichteten sich etliche Details in eine gewisse Richtung, und endlich dämmerte es mir: das in schlampiger Sprache so genannte „Fahrfest“ war in Wahrheit das jährlich abgehaltene „Pfarrfest“!

So manches Kind meint „Umfall“ sei das richtige Wort für „Unfall“ und spricht das auch so. Wäre die geschriebene Sprache nicht, wir hätten es mit einem ständigen Gesichtswechsel der Wörter und damit einhergehenden Wandel der Weltsicht zu tun. Die Schriftsprache erst schafft einen festen Orientierungsrahmen und damit Kultur. Kultur benötigt und erzeugt zugleich stabile Verhältnisse und damit Voraussagbarkeit. So etwas fängt an und endet bei so nebensächlichen Dingen wie „Herren“ und „Abfalleimern“.

Karin Pfeiffer

 
 

 
11. September 2009
Rechtschreibreform: ein gutes Geschäft?
Kategorie: Schriftkultur

Vom Duden für dumm verkauft
von Hans Krieger
Duden & Co machen sich wieder wichtig. Wenn man schon mit einer Rechtschreibreform die allgemeine orthographische Verunsicherung herbeiverordnet hat (nicht nur in der Sozialpolitik nennt man Verschlechterungen »Reform«), dann muß diese Verunsicherung auch geschäftlich genutzt werden. Drei Jahre ist es immerhin schon her, daß der Deutsche Rechtschreibrat die Reform reformiert und damit neue Wörterbücher nötig gemacht hat. Und irgend etwas muß in so langer Zeit doch wohl passiert sein, das die Anschaffung eines noch neueren Rechtschreibwörterbuches unabdingbar macht. Orthographisch ist aber rein gar nichts passiert; nicht einmal die Schilder »Ausfahrt freihalten« müssen in »Ausfahrt frei halten« geändert werden, wie die Süddeutsche Zeitung herausgefunden zu haben glaubt, denn freihalten durfte man schon bisher nur einen Gast, aber keine Ausfahrt. Warum also Neuauflagen bei Duden wie beim Konkurrenzunternehmen Wahrig? Weiterlesen>>>>

 
Quelle: Ossietzky. Zweiwochenschrift für Politik/Kultur/Wirtschaft
 
20. August 2009
Zusammen oder getrennt?
Kategorie: Schriftkultur

Rechtschreibempfehlungen aus dem neuen Duden
aufgespießt von Theodor Ickler
Die Zusammen- und Getrenntschreibung ist leichter geworden. Wer den neuen Duden gekauft hat, kann sich gleich davon überzeugen. Der Germanist Theodor Ickler hat einige Beispiele für die Erleichterungen durch die Rechtschreibreform zusammengetragen:

Furcht einflößend, furchterregend, Energie sparend, platzsparend, Raum sparend, zeitsparend, Staaten bildend, klassenbildend, Sporen bildend, blutbildend, Segen spendend, gnadenbringend, kaputt machen, kaputtsparen, stramm ziehen, strammstehen, geradebiegen, gerade richten, allgemeingültig, allgemein verbindlich, nichtssagend, nichts ahnend, weit gereist, weitverbreitet, hochdekoriert, hoch dotiert, eine Handvoll, eine Zeit lang

Alles klar?

 
 
 
01. August 2009
Welt online: Die Rechtschreibreform ist gescheitert
Kategorie: Schriftkultur

Die Leidtragenden sind die Schüler
von Dankwart Guratzsch
Im verflixten 13. Jahr nach der umstrittenen Rechtschreibreform legen Duden und Wahrig parallel zwei neue deutsche Wörterbücher vor — und bescheinigen damit ungewollt der größten Umstellung der deutschen Schriftsprache seit Konrad Duden ihr völliges Scheitern. Denn statt einer gemeinsamen Orthographie — also Richtigschreibung — für das Deutsche präsentieren sie zwei. Weiterlesen>>>>

 
 
 
07. Juni 2009
SOK fordert Rechtschreibmoratorium
Kategorie: Schriftkultur

Am 4. Juni 2009 trafen sich in Zürich hochrangige Persönlichkeiten aus Politik, Presse, Verlagwesen und Schule zur Frühlingstagung der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK). Unter den zahlreich erschienenen Teilnehmern befanden sich auch Gäste aus Deutschland und Österreich. Das zentrale Anliegen aller Anwesenden zeigte sich in der Sorge um das Kulturgut Schriftsprache. Seit dem willkürlichen Eingriff durch die erste Reform 1996 und die Reformen in den Folgejahren sei in allen Teilen der Bevölkerung deutlich wahrnehmbar und in zunehmendem Maße eine lähmende Schreibunsicherheit zu spüren; auch Lehrer seien davon nicht ausgenommen. Niemand wisse mehr, was normgerechtes und lesefreundliches Schreiben sei. Das führe zu einer Vernachlässigung der Schreibkultur, auch und gerade in der Schule. Bei der jungen Generation lasse sich eine bedenkliche Gleichgültigkeit hinsichtlich Sorgfalt und Schreibrichtigkeit beobachten. Orthographische Nachlässigkeit färbe negativ auf Wortwahl und Formulierungen ab. Das logische Denken sei in hohem Maße mit dem richtigen schriftlichen Gebrauch der Wörter verbunden. Der Stellenwert des richtigen Schreibens sinke, sehr zum Schaden von Kommunikation und Logik. Wer sich ständig mit falschen oder fragwürdigen Schreibweisen herumschlagen müsse, könne sich nicht mehr auf inhaltliche Aufgaben konzentrieren. Es müsse deshalb gerade im Interesse der schreibenden Zunft und der Lehrer liegen, daß ein Schlußstrich unter das Experiment gezogen werde. Vor allem Leser wünschen sich wieder ein einheitliches Bild: Leser sind wir alle! Wir lesen ein Vielfaches mehr als wir schreiben! Schrift ist für den Leser da, nicht für den Produzenten der Schrift.

Ein Weg aus der Sackgasse wird im Moratorium der SOK aufgezeigt: die herkömmlichen Schreibweisen sollen an den Schulen nicht als »falsch« angestrichen werden müssen (Liberalisierung). Im gleichberechtigten Nebeneinander von klassischer Rechtschreibung und den sogenannten Reformschreibungen könne sich dann mit den Jahren das durchsetzen, was sich bewähre und von der Sprachgemeinschaft als nützlich angenommen werde. Allmählich werde sich auf diese Weise wieder Einheitlichkeit herstellen. Deutschland und Österreich sind herzlich eingeladen, an der Wiederherstellung der Einheitlichkeit unserer gemeinsamen Schriftsprache mitzuwirken!

Hier geht es zum Text des Moratoriums»
Bericht der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ)»

 

»Etwas falsch zu schreiben gibt es unendlich
viele Möglichkeiten;
etwas richtig zu schreiben, nur eine!«
(Stefan Stirnemann, Gymnasiallehrer)

 
 
01. Juni 2009
Ein Rechtschreibpanorama - Rückblick und Ausblick
Kategorie: Schriftkultur

In der ersten Ausgabe 2009 der Zeitschrift des Philologenverbandes »Gymnasium in Niedersachsen« gibt Wolfgang Steinbrecht einen lesenswerten Überblick über Entstehungsgeschichte und Folgen der sogenannten Rechtschreibreform. Hier geht es zum Text»

Übergeordneter Link: SOK Schweizer Orthographische Konferenz

 
 
 
20. Mai 2009
Die Schweiz weist den Weg aus dem Chaos
Kategorie: Schriftkultur

In der NZZ Online erschien am 17. Mai ein Beitrag über Möglichkeiten, das Chaos in der Rechtschreibung zu beenden. Seit 2004 ist fast allen klar, dass die deutsche Rechtschreibreform von 1996 gescheitert ist. Anstatt sie zurückzunehmen, hat man sie 2006 mit der Freigabe unzähliger Varianten ins Kraut schießen lassen. Die jetzige Situation ist zutiefst unbegriedigend. Rudolf Wachter, der Verfasser des Artikels, ist Professor für historische Sprachwissenschaft an den Universitäten Basel und Lausanne. Die beherzten Schritte, die in der Schweiz zur Lösung des untragbaren Problems unternommen werden, können auch für Deutschland wegweisend sein. Hier geht es zum Text»

 
 
 
18. Mai 2009
Schluß mit der Bildungsreform!
Kategorie: Schriftkultur

Konrad Paul Liessmann, Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien, äußert sich in seinem 2006 erschienen Werk »Theorie der Unbildung« zum Thema Rechtschreibreform mit Worten, die an Eindeutigkeit nichts vermissen lassen. Interessiert? Folgen Sie bitte diesem Wegweiser»
Übergeordneter Link: SOK Schweizer Orthographische Konferenz

 
 
 
12. Mai 2009
Neuer Streit um die Rechtschreibreform
Kategorie: Schriftkultur

Jetzt und künftig:
5-Jahres-Pläne für die Rechtschreibung?

Als schon bald nach der Einführung der sogenannten Reformschreibung sichtbar wurde, daß die tatsächlichen Ergebnisse den erwarteten in keiner Weise entsprachen, sahen sich die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Um den Unwillen in der Bevölkerung zu glätten (mehrere Umfragen zeigten einhellige Ablehnung der Reformschreibung), installierte die Politik im Jahr 2004 den »Rat für deutsche Rechtschreibung«. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
08. April 2009
Das Dilemma mit der »neuen« Rechtschreibung
Kategorie: Schriftkultur

Das Dilemma mit der »neuen« Rechtschreibung

Die Erscheinungsform der gegenwärtigen Orthographie im öffentlichen Raum — und erst recht in den Schulen — ist in einem beklagenswerten Zustand. Welche der möglichen Ursachen auch immer genannt werden, niemand wird der Sache ganz gerecht, wenn die Hauptkalamität ausgeblendet wird: es ist dies die sogenannte Rechtschreibreform.

Seit der vom Staat an den Schulen erzwungenen Einführung der Reformschreibung ist diese mehr oder minder freiwillig von einem Großteil der Öffentlichkeit übernommen worden (man will ja nicht als rückständig gelten). Mit der Zeit sind auch vormals sattelfeste Rechtschreiber aus dem Konzept gebracht worden. Niemand weiß mehr, wie man richtig schreibt. Unzählige, in ihrem Variationsreichtum täglich sich vervielfältigende, verschiedenartige Wortbilder für ein und dasselbe Wort haben uns zweihundert Jahre zurückgeworfen, als es noch keine einheitliche Orthographie gab.

Dieser Zustand ist vor allem für Kinder folgenreich, denn Vielfalt in den Erscheinungsform jeweils eines Wortes verhindern die Ausbildung der Intuition, deren Entstehen Gleichförmigkeit und Verläßlichkeit zur Voraussetzung hat. Kinder haben es heute beim Lernen des richtigen Schreibens dank »kinderfreundlicher« Reformorthographie viel schwerer als ihre Eltern und Großeltern.

Schuld an diesem unbefriedigenden Zustand hat nicht, wie immer wieder kolportiert wird, das immer noch und auch in unabsehbare Zukunft hinein zahlreich in der Öffentlichkeit vorhandene Schriftgut in herkömmlicher Orthographie. Wie sollen all diese Schriftstücke und Bücher auch verschwinden, wenn wir sie nicht planvoll vernichten? Wer wollte damit beginnen? Bei dieser Vorstellung müßte es einem kulturverbundenen Menschen ziemlich schwül werden.
Die wahre und einzige Ursache für die allgemeine Schreibunsicherheit ist die Reformschreibung selbst in ihren unzähligen Varianten und kreativen Erscheinungsbildern. Sie ist und bleibt ein künstliches Gebilde menschlicher Willkür, aufgepfropft auf einen lebendigen Stamm und daher nicht beherrschbar. Zahlreiche Hausorthographien bestehen nebeneinander, Bücher und Zeitungen strotzen von Fehlern, jeder schreibt wie er will und meint, sich im Neuschrieb zu üben. Gleichgültigkeit breitet sich aus in Anbetracht der Unbeherrschbarkeit. Goethes Zauberlehrling kommt einem in den Sinn. Kaum jemand weiß noch, daß die klassische Rechtschreibung leicht lesbar und nicht so schwer erlernbar war, wie die Propaganda es uns weismachen wollte (und dabei auf offene Ohren stieß).

Es darf nicht verboten sein zu fragen, ob es denn ein Fortschritt sei, wenn heute gut lesbare Straßenschilder ausgetauscht werden gegen neue. Ist die »Schlossstraße« gegenüber der »Schloßstraße« tatsächlich eine kulturelle Errungenschaft? Oder muß der Teufel zum selben Loch hinaus, durch das er hereingekommen ist?

Karin Pfeiffer

 
 
21. Februar 2009
Politik und Sprache
Kategorien: Schriftkultur | Politik

Die Politik soll um Gottes Willen die Finger von der Sprache lassen. Sie hat es ja auf katastrophale Weise getan im Zusammenhang mit dieser sogenannten »Rechtschreibreform«, die eine einzige Zerstörung der Ordnung der Rechtschreibung war, die wir einmal hatten. Kein Land der Welt würde sich trauen, per Regierung einzugreifen in die gewachsene Sprache. Schlimm ist auch, dass man die Absicht hatte, mit dieser Rechtschreibreform das Deutsche so zu versimpeln, dass es anscheinend nicht schwierig ist. Aber das ist der falsche Ansatz; man muss viel verlangen von den Kindern, wenn sie in den Kindergarten und in die Schule kommen, und die werden da schon mitkommen, wenn sie richtig angeleitet, gefordert und gefördert werden. Man darf die Latte nicht auf den Boden legen, man muss sie hoch hängen.

Klaus Reichert, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, in einem Interview auf der Deutschen Welle, 21.2.2009

 
 
02. Februar 2009
Ungewolltes Einprägen von Fehlern
Kategorien: Schule | Schriftkultur

  »Fritz Nopf meint«

Alles, was der Mensch lernt, geht durch wiederholtes Üben ins sogenannte »Langzeitgedächtnis« ein. Der Mensch kann sich alles mögliche einprägen, also neben Nützlichem und Richtigem auch Nutzloses, Dummes oder gar Fehlerhaftes bzw. Falsches. Auf dem unendlich weiten Gebiet der Möglichkeiten geht die moderne Grundschulpädagogik einen auffallend eigenartigen Weg. Sie gestattet nicht bloß, sondern sie empfiehlt sogar, Schulkinder sollten so früh wie möglich mit dem »Freien Schreiben« beginnen. Eltern sollten tunlichst nichts korrigieren. Diese aber sind voller Sorge, denn die von Erst- und Zweitklässern produzierten »freien« Texte sind voller Fehler, in nicht wenigen Fällen sind sie völlig unleserlich. Diesen Beitrag zu Ende lesen »


Nach oben

Tagebucharchiv:
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
September 2009
August 2009
Juli 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
November 2008
Oktober 2008
September 2008
August 2008
Juli 2008
Juni 2008
Mai 2008
April 2008
März 2008
Februar 2008
Januar 2008
Dezember 2007
November 2007
Oktober 2007
September 2007
August 2007
Juli 2007
Juni 2007
Mai 2007
April 2007
März 2007
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006

Veranstaltungen:



[ Seite weiterempfehlen | Seite zu Favoriten hinzufügen | Druckversion dieser Seite anzeigen ]