Buchsuche:
  Startseite
 
Tagebuch:
mal ernst, mal heiter
Sonderaktionen Für Kunden in Österreich Der Stolz Verlag stellt sich vor Kontakt  

Kategorie: Schule

 
06. Dezember 2011
Was vor 200 Jahren an den Schulen gelehrt wurde
Kategorie: Schule

Die Seele und Seelenkräfte
Aus einem Lesebuch für Schulen Anno 1805

(Diesem Textabschnitt voran stehen Betrachtungen über das Wesen von Pflanzen und Tieren.)

Ich kann noch mehr, ich kann reden, das kann ein Thier nicht; ich kann die Ursache und Wirkung von etwas begreifen, oder warum etwas so und nicht anders ist; z.B. ich kann begreifen, warum es jetzt warm in der Stube und kalt auf der Straße ist; warum man die Kinder in die Schule schickt, warum man ackert und pflügt, und düngt und sät. Ich begreife, daß man nichts weiß, wenn man nicht lernet, daß manche Menschen arm sind, weil sie nicht arbeiten wollen, daß man gemeiniglich in Verachtung geräth, wenn man sich schlecht aufführt. Wie die Saat, so die Erndte! Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
27. Oktober 2011
Schrift und Rechtschreibung gehören zusammen
Kategorien: Schule | Schriftkultur

Es ist eine Binsenweisheit: Schrift und Rechtschreibung sind voneinander getrennt gar nicht denkbar. Schreiben lernen bedeutet deshalb immer auch zugleich Rechtschreiben lernen. Heute wird im ersten Schreibunterricht der Schule die Orthographie vielerorts ausgeklammert. Im eigentlichen Sinne kann dann nicht von Schreibenlernen gesprochen werden. Kinder lernen das Nachzeichnen von Buchstaben, sie üben sich ohne Anleitung im phonetischen Kritzeln — nicht aber im herkömmlichen Schreiben! Schreiben heißt immer auch richtig schreiben. Siehe oben. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
23. September 2011
Es gibt kein Gutes, außer man tut es
Kategorien: Schule | Erziehung
   
Darüber reden ist nicht dasselbe wie ...  
... es zu tun.

Reden, reden, reden 
In der modernen Schule wird viel Zeit darauf verwendet, über richtige Einstellungen und erwünschtes Verhalten zu sprechen. So wurde zum Beispiel das Fach Ethik in den Stundenplan eingegliedert. Wozu dies? Glauben wir, das wohlmeinende Appellieren an den Verstand der Schüler brächte irgendwelche tatsächlichen Verhaltensänderungen mit sich? Wir tun so, als könnten wir Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
26. August 2011
Erleichterungspädagogik
Kategorien: Schule | Erziehung

 »Es ist bedauerlich, daß man den Kindern heute alles erleichtern will, nicht nur jedes Lernen, jede Aneignung von Kenntnissen, sondern selbst das Spiel, und die Spielsachen sollen dazu beitragen. Kaum beginnt das Kind die ersten Worte zu lallen, da ist man schon bemüht, ihm alles zu erleichtern. Die ganze Pädagogik kennt jetzt nur noch die Sorge um die Erleichterung. Eine solche Erleichterung ist aber mitunter keineswegs eine Förderung der Entwicklung, sondern im Gegenteil eine Verleitung zu Oberflächlichkeit, gewissermaßen eine Abstumpfung. Ein paar Gedanken, ein paar Eindrücke, die der Mensch in der Kindheit aus eigener Kraft (ja, meinetwegen auch unter Schmerzen) tiefer erlebt hat, werden das Kind viel tiefer mit dem Leben vertraut machen, als es jede erleichterte Schule tun könnte, aus der denn auch in der Regel nichts Persönliches hervorgeht, weder dies noch das, weder Gutes noch Böses, selbst im Laster nichts Lasterhaftes und auch in der Tugend nichts Tugendhaftes.«

Diese Zeilen stammen nicht, wie man vermuten könnte, von einem Zeitgenossen. Sie wurden vor rund 150 Jahren zu Papier gebracht. Urheber ist der russische Philosoph und Dichter Dichter Fjodor Michailowitsch Dostojewskij. (1821 - 1881)

 

 
 
20. August 2011
Buch, Bildung, Bildschirm
Kategorien: Schule | Erziehung

Als ich heute meine Morgenrunde ging — ich richte mich da nach den Bedürfnissen meines Hundes — begegnete ich der Nachbarin, die ebenfalls mit ihrem Vierbeiner unterwegs war. Wir sprachen dies und das und landeten dann beim Thema Kinder. Meine Nachbarin berichtete mir von einem ihrer Bekannten, deren Dreijähriger bereits einen Computer besäße. »Aber keinen Babycomputer, so'n Plastikdings, sondern einen richtigen.« Sie fände dies überflüssig. Ein Kind müsse doch zuerst einmal mit den realen Dingen des Lebens konfrontiert werden. Ich stimmte ihr zu.

Wie kommt es zu diesen grotesken Verirrungen im Umgang mit Kleinkindern?

Das Fernsehen und sein gesteigertes Potential, der Computer mit Internetanschluß, erzeugen die uralte Illusion vom mühelosen Lernen. Wenn allein passives Hingucken schlau machen würde, könnte mein Hund das Abendessen kochen, den Tisch decken sowie mit Gabel und Messer essen. Denn bei diesen Tätigkeiten beobachtet er mich täglich mit größtem Interesse und gesammelter Aufmerksamkeit.

Lesen kontra Fernsehen
Der Bildschirm appelliert an unsere Trägheit, und zwar gleich in zweifacher Hinsicht: nicht denken müssen, sich nicht bewegen müssen. Fernsehen und Internet können eine Art Fluchtweg darstellen, auf dem man sich aus der mühsamen Realität fortstiehlt.
Lesen hingegen macht Mühe. Die Gedanken des Lesenden richten sich konzentriert auf eine innere Welt der Bilder, die bei der Lektüre entstehen. Ein Leser kann derart in seine Lektüre versunken sein, daß er die Umwelt nicht mehr wahrnimmt.

Sehen ist anspruchsloser als Lesen. Die fertigen Bilder können im Betrachter den Eindruck erwecken, man verstehe alles, ohne viel darüber nachzudenken zu müssen. Die meisten der abgebildeten Dinge sind uns vertraut, und über Vertrautes muß man nicht nachdenken. Der kontinuierlich einwirkende optische Reiz hat außerdem etwas Einschläferndes. Denken wir an den Reisenden, der im Zug aus dem Fenster schaut. Er kann die vorbeifliegende Landschaft betrachten und doch nicht über das Gesehene nachdenken.

Beispiel aus dem Fernsehalltag: Nach einer Kindersendung kommt eine Wissenschaftssendung. Der Fünfjährige bleibt vor dem Fernseher sitzen. Stellen wir uns nun vor, dasselbe Kind hat einer Geschichte für Kinder zugehört, die über den Rundfunk ausgestrahlt wird. Es hat die Worte nur über das Ohr aufgenommen, das Gehirn hat sich seine eigenen Bilder dazu gemacht. Es folgt ein wissenschaftlicher Vortrag über Moleküle. Wird das Kind ebenfalls vor dem Radiogerät sitzen bleiben und zuhören?

Karin Pfeiffer

 
02. August 2011
Schriftsprache und Denken – Teil I
Kategorie: Schule


foto: birgitH / pixelio 

Die Schrift fördert das Sprachverständnis

Schriftsprache und Denken – Teil I
von Karin Pfeiffer

Durch Schreiben gewinnt man Gedankenklarheit. Der fertige Text ist eher ein Nebenprodukt des Schreibens, weshalb es auch nicht darauf ankommt, Texte möglichst schnell und leicht produzieren zu können, wie es die Trendpädagogik fordert. Was das Schreiben für uns so wertvoll macht, ist der Schreibprozeß selbst. Er setzt die geistige Auseinandersetzung mit einem Thema in Gang, also das, was wir gemeinhin als Denken bezeichnen. Dem Denken werden durch das Schreiben Zügel angelegt. Dies kommt der inhaltlichen Genauigkeit in der kognitiven Auseinandersetzung mit der Welt zugute. Sprache ist das Medium des Denkens. Der menschliche Verstand hat sich parallel zur Fähigkeit, den Dingen Namen zu geben, entwickelt. Während jedoch das gesprochene Wort allzu schnell verweht, zwingt die Niederschrift zum geistigen Verharren und Reflektieren. Das ist die Geburtsstunde des Verstehens, der Vernunft. Seine Kontur und Begriffsschärfe gewinnt das menschliche Denken allein durch die Niederschrift. Wissenschaft wurzelt im geschriebenen Wort. Die erste und wichtigste Aufgabe der Schule besteht daher in der geduldigen Unterweisung aller Kinder im Lesen und Schreiben. Maßnahmen zur Beschleunigung und Abkürzung des Lernvorgangs, sind nicht nur sinnlos, sondern schädlich. Ein Plädoyer für die Besinnung auf eine realistische Unterrichtskultur in der Grundschule. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
08. Juli 2011
Abschied von der Schriftsprache
Kategorie: Schule

War es vor rund 20 Jahren das Deutschdiktat, welches als Ursache für Schulangst und Lernversagen aus dem Methodenschatz der Schulpädagogik entfernt wurde, so steht heute – in konsequenter Weiterentwicklung dieses Gedankens – das Schreiben selbst zur Disposition. Schon sind technische Geräte entwickelt, die es lese- und rechtschreibschwachen Schülern ermöglichen, Lernstoff allein über das Ohr aufzunehmen. Neu entwickelte »Lesestifte« tun das, was früher alle Schüler bereits im ersten Schuljahr lernten und alsbald recht gut beherrschten: sie lesen Texte laut vor. Wem es gefällt, der kann bald »lesen und schreiben lassen«. Wir sind dabei, unsere Kompetenzen an Maschinen abzugeben und meinen, die Bedienung der Maschine ersetze eigenes Können und Wissen.

Ahnen wir, was wir da in Gang setzen? In einem 1995 erschienenen Buch warnt Barry Sanders, Professor für englische Literatur und Ideengeschichte vor dem Verlust der Sprachkultur. Es war das Wort, das den Menschen zum Menschen machte, die Sprache, die Kultur schuf und damit unsere arbeitsteilige Welt, die zu noch nie dagewesenem Wohlstand geführt hat. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
05. Juli 2011
Wozu Handschrift?
Kategorie: Schule

 

Der Zweck der Schrift: gelesen werden

»Da sind wohl Hühner spazierengegangen«, seufzt die Lehrerin. Am häuslichen Schreibtisch beugt sie sich über das Heft eines Schülers, versucht dessen Schrift zu entziffern. In dieser Szenerie offenbart sich die ganze Sinnlosigkeit nachlässig angefertigter Niederschriften. Schrift, die man nicht lesen kann, ist ohne Funktionswert. Schrift ist optische Mitteilung über Raum und Zeit hinaus. Diesem Zweck gehorcht die Notwendigkeit einer Form-Normierung. In der Grundschule werden unsere Kinder in dieses genormte Schriftsystem eingeführt. Lesen und Schreiben sind grundlegende Kulturtechniken, die von jeder Generation neu erlernt werden müssen. Unter Anleitung des Lehrers üben Kinder die gebräuchlichen Buchstabenformen ein. Schreibenlernen verfolgt das Ziel, sich schriftlich mitteilen zu können. Eine Gesellschaft, die darauf verzichtet, ihre Kinder in das bestehende Normsystem einzuführen, wird dies unweigerlich mit der Einbuße des kulturellen Niveaus bezahlen müssen. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
01. Juni 2011
Weshalb Schreiben mit der Hand so wichtig ist
Kategorie: Schule
Als ich mir vor einigen Jahren bei einem Sturz das linke Handgelenk brach, war es vorerst mit dem Schnelltippen auf der Tastatur des Computers vorbei. Mühsam suchte ich mir die Buchstaben zusammen und bastelte meine Texte. Dabei fiel mir auf, wie sehr das zeitraubende Suchen nach den richtigen Buchstaben auf der Tastatur den Denkprozeß behinderte. Vom Inhalt des Schreibens wurde meine Aufmerksam abgelenkt auf den mechanischen Vorgang. Ich griff also zum Füller und schrieb wieder per Hand. Dabei ging mir auf: das Schreiben auf der Tastatur ist eine feine Sache. Es geht rasch der Denkfluß bleibt ungestört. Voraussetzung ist die Beherrschung des Zehnfingersystems und das automatisierte Tippen.   Diesen Beitrag zu Ende lesen »
 
12. Mai 2011
Fatale Prüferitis
Kategorie: Schule

Abfragen statt Lernen
Fortwährend durchgeführte überregionale Leistungstests (Evaluationen) an den öffentlichen Schulen sind unnütz, ja schädlich. Der ständig prüfende Lehrer gleicht jenem Arzt, der in regelmäßigen Abständen und mit großem Brimbramborium die Körperfunktionen testet, ohne gleichzeitig dem Patienten mittels therapeutischer Maßnahmen zu einem stabileren Gesundheitszustand zu verhelfen. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
01. Mai 2011
Langsam und geduldig lernen
Kategorie: Schule

Abkürzungen beim Lernen schaden

Lernen wird vielfach verwechselt mit lustbetontem Aktionismus, während jede Abkürzung auf dem Weg zum Ziel willkommen ist. In Schulen ist seit Jahren eine atemberaubende Beschleunigung und Verfrühung von Lerninhalten und -methoden zu beobachten. Selbst nach PISA sind die pädagogischen Botschaften dieselben geblieben: Funktionalität, Mühelosigkeit, Schnelligkeit, Kurzweil. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
09. April 2011
Schreiben heißt Denken
Kategorie: Schule

Weshalb das Schreiben so wichtig ist

Schreiben heißt Denken — Schreiben ist das langsame, bedächtige Abtasten von Wörtern und Begriffen. Dabei errichtet der Schreibende in Gedanken eine Brücke von der realen zur geistigen Welt. Schreiben ist für die Schule unerläßlich, sofern Schulunterricht dem Anspruch gerecht werden will, Bildung zu vermitteln. Bildung ist etwas anderes als bloßer Konsum von Informationen. Ohne die Mühen des gedanklichen Durchdringens von Phänomenen kein Bildungserfolg. Gedankliche Durchdringung gelingt, wenn das Tempo der heranbrandenden Wörter gedrosselt wird. Dies geschieht durch Schreiben.
Bildung bedarf der geschriebenen Sprache. Lesen und Schreiben sind die wichtigsten Werkzeuge des Lernprozesses. Schreiben heißt Denken. Hier schließt sich der Kreis.

Karin Pfeiffer


foto: christoph schmotz by pixelio
 
 

 

 
28. März 2011
Multiple-Choice-Tests in der Pädagogik: Sinn oder Unsinn?
Kategorie: Schule

Das Multiple-Choice-Verfahren (kurz: MC) (deutsch: mehrfache Auswahl im Sinne von mehreren Möglichkeiten, die zur Auswahl stehen) ist ein statistisches Verfahren zur Datenerhebung.
Aufgrund der relativen Einfachheit in der Auswertung, wird es gern bei Tests bzw. Prüfungen verwendet, aber auch bei qualitativen Befragungen in der Sozialforschung. Hierbei werden zu einer Frage oder Feststellung verschiedene Antwortmöglichkeiten vorgegeben, aus denen der Befragte eine oder mehrere auswählen muss, die er für richtig hält.
Meist stehen drei oder vier Antwortmöglichkeiten
zur Auswahl, es können aber auch wesentlich
mehr sein.

Wie viele Bundesländer gehörten zur Bundesrepublik Deutschland?
Kreuze die richtige Antwort an:

13
12
16
10

Multiple-Choice in der Schule
Frageverfahren mit Mehrfachantworten, von denen die richtige Antwort erkannt und angekreuzt werden soll, kommen aus der Statistik. Schon lange haben sie in die Schule Eingang gefunden. Beliebt sind sie vor allem deshalb, weil sie rasch auszuwerten sind.
Der Arbeits- und Zeitaufwand für die Erstellung Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
14. März 2011
Die Rolle des Lehrers
Kategorie: Schule

Weshalb die Person des Lehrers wichtiger ist als alles andere

Herr Professor Roth, der Untertitel Ihres neuen Buches lautet »Wie Lernen gelingt«. Es gibt aber eine große Gruppe von Schülern, bei denen das Lernen nicht gelingt: Seit Beginn der PISA-Erhebung 2000 liegt die Zahl der sogenannten Risikoschüler konstant bei rund 20 Prozent eines Altersjahrgangs. Woran liegt das?

Prof. Dr. Gerhard Roth: Da läuft etwas prinzipiell schief. Zunächst einmal: Die Rolle des Lehrers wird grundlegend verkannt. Die Lehrer sind völlig verunsichert. Denn in den letzten Jahren hat sich die Auffassung durchgesetzt, der Lehrer müsste sich vollkommen zurücknehmen und das Lernen müsste selbstorganisiert und selbstreguliert vonstatten gehen. Das ist grundfalsch. Alle einschlägigen Untersuchungen zeigen, dass ein wesentlicher Teil des Lernerfolgs der Schüler davon abhängt, wie der Lehrer aufgestellt ist, ob er eine Vertrauensperson ist und ob er sich in die Psyche und die intellektuellen Fähigkeiten des Schülers hineinversetzen kann. Kurzum, ob er Fähigkeiten hat, die unabdingbar für den Unterricht und für die Wissensvermittlung sind.

Auszug aus einem Interview mit dem Hirnforscher Dr. Gerhard Roth zum Thema Lernen. Das ganze Interview können Sie auf bildungsklick.de nachlesen.

 
 

 

 
23. Februar 2011
Wie wir lernen
Kategorie: Schule

Wir lernen durch das Tun

Vor einigen Jahren habe ich angefangen, Cello zu spielen. Die meisten Leute würden sagen, dass das, was ich tue, darin besteht, Cello »spielen zu lernen«. Aber diese Worte rufen in unseren Gedanken die seltsame Vorstellung hervor, dass es zwei verschiedene Vorgänge gibt: erstens Cello spielen zu lernen; und zweitens Cello zu spielen. Sie deuten an, dass ich das erste tue, bis ich es abgeschlossen habe, an welchem Punkt ich den ersten Vorgang beende und mit dem zweiten beginne. Kurz, ich fahre fort, »spielen zu lernen«, bis ich »spielen gelernt habe«, und dann fange ich an zu spielen. Natürlich ist das Unsinn. Es gibt keine zwei Vorgänge, sondern nur einen. Wir lernen etwas, indem wir es tun. Es gibt keinen anderen Weg.

John Holt


foto: Dirk Schelpe / pixelio
 
 

 

 
06. Dezember 2010
Adventsbetrachtung zum Lernen
Kategorien: Schule | Besinnliches

Lernen muss einen Anfang haben und ein Ende. Es muss eingerahmt sein in sinnvolle Rituale der Stille, des Wartenkönnens, des Aushaltenkönnens, der Unlust. Ja, auch der Unlust! Denn aus richtig dosierter Selbstüberwindung kann Freude werden. Der Weg des Menschen war allzeit steinig, und das wird sich niemals ändern, keine High-Tech kann uns die Arbeit an uns selbst abnehmen. Lernen ist immer Arbeit an sich selbst. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
23. November 2010
Vom Schreiben und Lesen
Kategorie: Schule

Lesen in der Antike - schwieriger als heute

Bei den alten Römern war das Lesen eine schwierige Aufgabe, denn das Lateinische wurde wie das Griechische fortlaufend geschrieben, in der scriptio continua, ohne Worttrennung und Zeichensetzung. Man hatte eine „Text- und Buchstabenwüste“ vor sich. Der Leser mußte sich damit vertraut machen und eine Struktur „hineindenken“, die von vornherein nicht da war. Ein rasches Querlesen war nicht möglich, das Lesetempo selbst für geübte Leser gedrosselt. Wie mühsam es für Kinder war, das Lesen überhaupt erst zu erlernen, können wir uns lebhaft vorstellen. Um etwas vorzulesen, Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
18. November 2010
Wenn die Bilderflut das Lernen verhindert
Kategorie: Schule

Das Visuelle im Unterricht

Die Pädagogik legt viel Wert auf Anschauung im Unterricht, denn alles Begreifen geht vom Gegenständlichen aus, wie das Wort be-greifen schon nahelegt. Was wir niemals gesehen, gehört, gefühlt haben, können wir uns nicht vorstellen. Das Abstrakte baut auf dem Konkreten auf, nicht umgekehrt. Insofern ist Anschaulichkeit unentbehrlich für jegliches Lernen.
Die Möglichkeit, Schüler etwas anschauen und angreifen zu lassen, ist jedoch nicht alles. Anschauung führt nur dann zu Erkenntnis, wenn das Kind selbst dabei aktiv wird. Passives Betrachten ist nicht gleich Lernen. Die verbreitete Auffassung, das tägliche Betrachten von Bildern, Schautafeln, Merksätzen oder Filmen setze einen Lernprozeß in Gang, ist nichts als ein bedauerlicher Irrtum. Was ihm bloß gezeigt wird, kann der Mensch nicht lernen. Wäre das anders, so würden Kinder nach einigen Jahren regelmäßigen Fernsehkonsums Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
11. November 2010
Wenn Kinder schreiben
Kategorie: Schule

April 1985
Mein Sohn, drittes Schuljahr, soll als Hausaufgabe zwei Beschreibungen anfertigen. Die Themen darf er sich selbst aussuchen. Als erstes Thema wählt er »Das Akwarium«. Beim Lesen seiner Beschreibung bezweifle ich, ob in dem beschriebenen, phantastischen Biotop Fische überleben könnten.
Nun das zweite, frei gewählte Thema: »Der Kompjuter«. Seit einiger Zeit steht ein solcher in unserem Büro. Weil mir die Aquariumfische schon recht leid tun und ich um das Funktionieren unseres Computers ernsthaft besorgt bin, biete ich nun meine aktive Mithilfe bei den Formulierungen an. Dieses Ansinnen wird voller Entrüstung zurückgewiesen. Der Knabe schreibt tapfer drauflos und formuliert ohne jeden Anflug von Selbstzweifel: »Der Kompjuter besteht aus vier Teilen: dem Fernseher, der Schreibmaschine, dem Plattenspieler und dem Ratterkasten.« Mit dem Ratterkasten meint er den Drucker. Der Plattenspieler ist die Diskettenstation. Die Tastatur erinnert ihn an unsere alte Schreibmaschine, und der Fernseher ist Mattscheibe. Heute wie damals.

Das ist nun 25 Jahre her. Was müssen Schulkinder heute schreiben und beschreiben? Und was kommt dabei heraus? Sind solche Aufgaben nicht doch vielleicht etwas am Horizont von Neunjährigen vorbei ... heute wie damals? Ich frage ja nur.

Karin Pfeiffer

 

 

 
09. November 2010
Information ist nicht Bildung
Kategorie: Schule

Denken und Bildung

»Unser Denken wird nicht von Informationen gesteuert, sondern von Ideen, Erfindungen und Einfällen. Nicht ein Berg von Informationen führt zum Verstehen, sondern Wissen.
Jenseits des Wissens liegt das, was wir anstreben sollten: Weisheit. Leider schätzt unsere Informationsgesellschaft Daten höher ein als Erfahrung, Reife, Einfühlungsvermögen und Erleuchtung.«

Und Informationen ersetzen nicht die Wirklichkeit. Informationen sind tot, wenn sie nicht zum Leben zurückführen, zum Fühlen, Riechen, Schmecken, Handeln ...

Clifford Stoll

Literaturhinweis:
Clifford Stoll, LogOut, Warum Computer nichts im Klassenzimmer zu suchen haben und andere High-Tech-Ketzereien, S.Fischer Verlag, Ffm 2001; obiges Zitag: Seite 210

 

 

 
24. Oktober 2010
Montagsgedanken
Kategorie: Schule

Selbständiges Lernen

Kinder treiben, kaum sind sie sich selbst überlassen, »Unfug« anstatt zu lernen. Wer hätte diese Erfahrung nicht schon gemacht? Da hat man ihnen wunderbares Material ausgehändigt, hat ihnen das Nötige erklärt, und die fröhliche Ermunterung ausgesprochen: »Mit diesen wunderbaren Sachen könnt ihr jetzt lernen!«
Kaum hat man sich weggedreht, machen die Plagen Unsinn oder tändeln herum. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
23. September 2010
Die eigentlichen Aufgaben der Schule
Kategorien: Schule | Besser lernen

Von der Wichtigkeit des praktischen Übens

Besonders wichtig sind heute Übungen, durch welche die sprachlichen Kompetenzen der Schüler im mündlichen wie auch im schriftlichen Bereich trainiert werden. Nur wer sich mündlich und schriftlich sicher und gewandt ausdrücken kann, wird »das Lernen lernen«. Die Beherrschung von Sprache in Wort und Schrift wird allein durch beständiges und hartnäckiges Lernen und Üben erreicht. Das ist ohne eigenes Zutun, ohne eigene Anstrengung nicht möglich. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
07. September 2010
Zum Schulbeginn
Kategorien: Schule | Humor

 

Liebe Lehrer!
Nehmt euren Schülern nicht das Papier weg, und die Stifte!
Lasst sie mit Tinte klecksen und mit Killer Löcher in die Heftseiten reiben!
Ist dies alles erst einmal virtuell, dann wird zuerst die Welt des Lernens verschwinden, und bald auch unsere reale Welt.

 
 
01. September 2010
Gedanken zum Montag
Kategorie: Schule

Lernen braucht Zeit!

Ja, ich reite auf der Zeit herum! Wir alle reiten nämlich auf der Zeit, nur merken die wenigsten, wohin sie die Zeit gebracht hat, die sie einsparen wollten.

Erinnern Sie sich: Als Sie zuletzt bei der Ankunft auf einem fremden Bahnhof aus dem Zug gestiegen sind, was haben sie als erstes gemacht? Was taten sie, als sie aus dem Bahnhofsgebäude heraustraten, in das Gewimmel fremder Menschen, in den ungegliederten Raum der Verwirrung an optischen und akustischen Eindrücken? Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
24. August 2010
Sprache und Schrift
Kategorie: Schule

Gedanken zu Sprache und Schrift

Sprache wird über das Ohr wahrgenommen. Die gesprochenen Wörter treffen in zeitlicher Aufeinanderfolge auf das Ohr.
Schrift wird vom Auge aufgenommen. Die geschriebenen Wörter treffen in räumlichem Nebeneinander auf das Auge.

Das Ohr nimmt die Zeit wahr.
Das Auge erforscht den Raum.

Das Ohr erfaßt das Nacheinander der Geräusche.
Es schlüsselt die Chronologie der Ereignisse auf.
Das Auge unterscheidet zwischen oben und unten, hinten und vorn.
Es vermittelt die räumlichen Dimensionen.

Das Ohr hört den vergänglichen Ton.
Das Auge kann sehen, was sich nicht verändert.

Laute gehören zur Welt des Hörens.
Buchstaben gehören zur Welt des Sehens.

Was aufgeschrieben wird, muß zuerst gesprochen worden sein.
Wer keine Gedanken hat, kann nicht sprechen.
Wer keine Sprache hat, kann auch nicht schreiben.
Analog gilt: Wer nicht sprechen kann, weil ihm die Wörter fehlen,
kann nicht lesen lernen.
Sprachgestörte Kinder tun sich beim Lesen- und Schreibenlernen schwer.

Woher kommen Sprachstörungen?

Karin Pfeiffer

 

 

 
04. August 2010
Lernen am Computer
Kategorie: Schule


Foto: Stephanie Hofschläger / pixelio 

Lernen am Computer — eine Illusion

Die Vorstellung, ein Kind könne am Bildschirm das Lesen und Schreiben erlernen, ist heute weit verbreitet. Doch gleicht dies dem vergeblichen Bemühen, mittels Computer Geige zu lernen oder sich virtuell auf einen Marathonlauf vorzubereiten. Eindimensionalität der Sinneseindrücke und Abstraktheit des elektronischen Mediums behindern das praktische Lernen eher, als daß sie dieses förderten. In der pädagogischen Praxis werden jedoch die längst bekannten Erkenntnisse der Lernpsychologie häufig ignoriert. Nach wie vor versucht man, schulisches Lernen mit Hilfe moderner Medien zu optimieren, und immer wieder erweisen sich die Maßnahmen als wenig erfolgversprechend. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
08. Juli 2010
Wörter, Begriffe, Bewußtsein
Kategorie: Schule

 

Wir sehen nur das, was wir kennen

Der Weg in die Stadt führt durch blühende Sommerwiesen. Erstmals fällt mir auf, wieviel Greiskraut am Wegrand wächst. Greiskraut blüht gelb. Wie kleine Sonnen sitzen die Blüten auf den verzweigten Stengeln. Der gelbe Blütenteppich wird unterbrochen von rotvioletten Tupfern. Die eher unscheinbaren Blütenköpfe gehören der Kleinen Braunelle. Keine Sorge — ich will Ihnen keine Lektion in Botanik erteilen. Dafür liegt mir etwas anderes am Herzen. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
05. Juli 2010
Frühkindliche Bildungsförderung
Kategorie: Schule

 
foto: Jens Weber / pixelio

Um Kinder zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt zu »bilden«, werden von diversen Interessenverbänden Investitionen gefordert, welche den spezifischen Bildungseinrichtungen zugute kommen sollen. Hierzu könnte die jüngste Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung recht ernüchternd wirken. Um das Ergebnis vorwegzunehmen:
Geld, das der Staat in »frühkindliche Bildung« steckt, scheint zum Fenster hinausgeworfen. Berlin zum Beispiel übertrifft in der Höhe der Investitionen alle anderen Bundesländer, wartet jedoch mit einer hohen Zahl von Sitzenbleibern im Grundschulalter auf — Ursache: mangelhafte Fertigkeiten im sprachlichen Bereich. Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
02. Juli 2010
Zeugnisschreiben
Kategorie: Schule

Als ich meine ersten Berichtszeugnisse schrieb, bereitete mir das erhebliches Kopfzerbrechen. Bei einigen Kindern fiel es mir leicht, passende Sätze zu formulieren, bei anderen wieder wollte mir gar nichts einfallen. In mir keimte Unwillen. Ich fragte mich, ob ich denn eine schlechte Lehrerin sei, weil ich mich nicht in der Lage sah, jedem Kind spontan einige passende Sätze ins Zeugnis zu schreiben.
Ich fragte mich, wie es wohl meinen Kolleginnen und Kollegen ginge. Floss es denen aus der Feder? Oder schlugen sie sich mit denselben Problemen herum? Diesen Beitrag zu Ende lesen »

 
20. April 2010
Außen hui, doch innen ...
Kategorien: Schule | Besinnliches


Foto: Christoph Schmotz / pixelio
 

Außen hui, doch innen ...
Wenn die Verpackung wichtiger wird als der Inhalt

In allen Lebensbereichen ist zu beobachten, wie der Stellenwert von Äußerlichkeiten zunimmt und das Handeln beeinflußt. Die Schule macht da keine Ausnahme. Mögen schriftliche Schülerarbeiten in ihrer äußeren Form auch perfekt wirken, so offenbart sich doch nicht selten hinter der glänzenden Fassade eine inhaltliche Dürftigkeit. Mit Hilfe der modernen Technik und etwas persönlichem Geschick gelingt es leicht, professionell aussehende Schriftstücke, Konvolute, ja ganze Bücher herzustellen. Diesen Beitrag zu Ende lesen »


Nach oben

Tagebucharchiv:
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
September 2009
August 2009
Juli 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
November 2008
Oktober 2008
September 2008
August 2008
Juli 2008
Juni 2008
Mai 2008
April 2008
März 2008
Februar 2008
Januar 2008
Dezember 2007
November 2007
Oktober 2007
September 2007
August 2007
Juli 2007
Juni 2007
Mai 2007
April 2007
März 2007
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006

Veranstaltungen:



[ Seite weiterempfehlen | Seite zu Favoriten hinzufügen | Druckversion dieser Seite anzeigen ]