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Kategorie: Schule und Lernen
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| 08. Juli 2010 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
Wir sehen nur das, was wir kennen Der Weg in die Stadt führt durch blühende Sommerwiesen. Erstmals fällt mir auf, wieviel Greiskraut am Wegrand wächst. Greiskraut blüht gelb. Wie kleine Sonnen sitzen die Blüten auf den verzweigten Stengeln. Der gelbe Blütenteppich wird unterbrochen von rotvioletten Tupfern. Die eher unscheinbaren Blütenköpfe gehören der Kleinen Braunelle. Keine Sorge — ich will Ihnen keine Lektion in Botanik erteilen. Dafür liegt mir etwas anderes am Herzen. Seit Jahren radle ich im Sommer auf denselben Wegen durch Blumenwiesen. Schon immer gedeihen dort in üppigen Mengen gelbblühendes Greiskraut und die violette Braunelle. Doch habe ich sie niemals wirklich wahrgenommen. Erst seit ich ihre Namen kenne, »sehe« ich sie und erfreue mich an ihrer Vielzahl. Wir sehen nur das, was wir kennen. Wenn wir etwas kennenlernen möchten, erkundigen wir uns zuerst nach dessen Namen. Das wißbegierige Kind fragt: »Wie nennt man das?«. Begegnet ihm etwas Unbekanntes, so forscht der Erwachsene nach einem passenden Begriff, der zur Beschreibung taugt. Es ist das Wort, der Name, der zu einer bewußten Wahrnehmung der Umwelt befähigt und zum Nachdenken anregt. Unsere erste und wichtigste Sorge im schulischen Unterricht widmen wir daher der Sprache. Wir sorgen dafür, daß sich unsere Kinder mit einem reichhaltigen Repertoire an Worten und Begriffen vertraut machen können. Dazu bedürfen sie einer sorgfältigen Unterweisung im sprachlichen Bereich. Die korrekte Bezeichnung der »Einrichtungsgegenstände« unserer Welt muß mühsam erlernt werden. Dazu haben wir die Schulen, und sie dürfen diese wichtige Aufgabe nicht vernachlässigen. Zur bewußten Wahrnehmung der Welt bedarf es der Sprache. Ohne Worte und Begriffe kein konkretes, rückschauendes bzw. in die Zukunft planendes Denken. Machen wir unsere Kinder »sehend«, so wie ich angesichts der Blumenwiese „sehend" wurde. »Sehen« zu können macht nicht nur klug, sondern auch glücklich! Karin Pfeiffer | | |
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| 02. Juli 2010 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Politik, Bürokratie und andere Glückseligkeiten |
Als ich meine ersten Berichtszeugnisse schrieb, bereitete mir das erhebliches Kopfzerbrechen. Bei einigen Kindern fiel es mir leicht, passende Sätze zu formulieren, bei anderen wieder wollte mir gar nichts einfallen. In mir keimte Unwillen. Ich fragte mich, ob ich denn eine schlechte Lehrerin sei, weil ich mich nicht in der Lage sah, jedem Kind spontan einige passende Sätze ins Zeugnis zu schreiben. Ich fragte mich, wie es wohl meinen Kolleginnen und Kollegen ginge. Floss es denen aus der Feder? Oder schlugen sie sich mit denselben Problemen herum? Zweifel nagten, ob ich es denn richtig machte: durfte ich schreiben, dass Angelika durch ihre Kaspereien den Unterricht oft störte? Und wenn, welchen Nutzen, welche Änderung brachte es? Und wie formuliert man kluge Bemerkungen für ein Kind, das einem so gar nicht aufgefallen ist und zu dem man eigentlich gar nichts sagen kann, als dass es leistungsmäßig im Klassendurchschnitt liegt? Wohl wissend, dass die Kinder selbst wahrscheinlich wenig von den Formulierungen verstehen und die Eltern beim Gespräch nachbohren würden, wie sie denn nun diesen oder jenen Satz zu verstehen hätten, quälte mich beim Schreiben eine Art Gefühl der Vergeblichkeit. Ich begann, ziemlich frei zu formulieren und schrieb, wie mir mein Gefühl dies diktierte. Wer hat sich das mit dem Berichtszeugnissen ausgedacht? Kann eine Lehrerin, kann ein Lehrer, wirklich den individuellen Lernstand und die individuelle Lernentwicklung jedes einzelnen Schulkindes exakt und gerecht nachvollziehen? Ich meine, dass wir den Gedanken zulassen sollten, möglicherweise einem Irrtum aufzusitzen: nämlich dem, dass durch katalogisierte und systematische Formulierungen mehr Bewertungsgenauigkeit oder Gerechtigkeit erzielt werden könnte! Überschätzen wir da nicht unsere eigenen Fähigkeiten? Mal ehrlich: welche Mutter, welcher Vater, ist schon bei seinen eigenen Kindern immer so genau in der Lage zu sagen, was in ihnen vorgeht, welche Probleme sie durchmachen oder Entwicklungsstufen sie durchlaufen, überspringen oder verpassen? Und eine Lehrkraft, die bis zu 30 Kinder in der Schulklasse beurteilen soll, wie schafft sie das? Das Erstellen von Wortgutachten benötigt Zeit, viel Zeit. Diese Zeit geht dem direkten zwischenmenschlichen Kontakt verloren. Ein Phänomen unserer Zeit ist, dass wir uns heute lieber mit Maschinen und Tabellen befassen als mit unseren Mitmenschen. Auch an Schulen wird zu viel Zeit damit verbracht, in Konferenzen über Erziehung zu reden, Organisatorisches zu planen, an Schreibtischen Statistiken zu erstellen ... Derweil lassen wir sie allein, unsere Kinder, denen ein Wort und eine Geste von uns lieber wären als aufwendig erstellte Wortgutachten, die sie nicht verstehen und die wiederum selbst interpretierungsbedürftig sind. Inzwischen gibt es schablonenhafte „Wortübersetzungen“ parallel zu den Zensuren eins bis fünf. Im Grunde ist das paradox. Wir übersetzen eine Ziffernzensur in einen Satz, der dann im Gespräch wieder zurück übersetzt wird in eine Ziffernzensur. Ist das Sinn der Sache? Aus diesem Grunde möchte ich die Sie, die Lehrer ermutigen, beim Schreiben der Zeugnisse individuelle, persönliche Formulierungen zu wählen. Machen Sie es sich nicht zu schwer. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Eltern und Kindern haben, können Sie gar nichts falsch machen. Bestehen allerdings Differenzen, wird man an allen Formulierungen, mögen sie so oder anders sein, etwas auszusetzen haben. Das ist wie in der Geschichte vom grünen Fahrrad, die Ursula Wölfel geschrieben hat: man kann es einfach nicht allen recht machen. Karin Pfeiffer | | |
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| 20. April 2010 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Besinnliches |
Foto: Christoph Schmotz / pixelio
Außen hui, doch innen ... Wenn die Verpackung wichtiger wird als der Inhalt In allen Lebensbereichen ist zu beobachten, wie der Stellenwert von Äußerlichkeiten zunimmt und das Handeln beeinflußt. Die Schule macht da keine Ausnahme. Mögen schriftliche Schülerarbeiten in ihrer äußeren Form auch perfekt wirken, so offenbart sich doch nicht selten hinter der glänzenden Fassade eine inhaltliche Dürftigkeit. Mit Hilfe der modernen Technik und etwas persönlichem Geschick gelingt es leicht, professionell aussehende Schriftstücke, Konvolute, ja ganze Bücher herzustellen. Das Internet bietet sich dar als unerschöpfliche Fundgrube für Versatzstücke, die, listig zusammengesetzt, zu einem Textganzen verschmolzen und als eigenes Werk ausgegeben werden. Abladen, Ausdrucken, Abheften. Was vormals des Bürokraten vornehmste Tätigkeit war, ist heute des Schülers tägliches Tun. Alles perfekt, oder etwa nicht? Und doch, es trügt der Schein. Farbige Tabellen, gestochen scharfe Fotos, kompetent wirkende Info-Kästen, kreative Typographie, hypermodernes Layout — dies alles ist reines Blendwerk. Ein Prunkgewand, das ablenkt vom dissonanten Klang des Orchesters aus einander nichts sagenden (getrennt ist da richtig!) Worten, welche der reine Zufall zusammengewürfelt hat. Wo die Form dominiert, verkommen Inhalt und Aussage zum lästigen Beiwerk, denn die Gestaltung der Oberfläche beansprucht sämtliche Schöpferkraft und Arbeitszeit. Verinnerlichung — also denken, nachsinnen, erfassen? Wozu auch, wenn diese Anstrengung doch so gar nicht sichtbar gemacht werden kann und zum persönlichen Ansehen beitragen? Gesehen werden, das ist es doch, was zählt! Das für die Augen unsichtbare Wesentliche wirft keinen unmittelbaren Gewinn ab. Fast scheint es, als verlernten wir es, uns mittels geschriebener Worte mitzuteilen. Was bleibt? Nichts als eitle Selbstdarstellung: bibliophile Buchdeckel, zwischen denen sich geistige Leere verbirgt. Doch wird das kaum auffallen, denn viele Bücher landen ungelesen im Bücherschrank, als Beweisstücke guten Willens, welcher über ebenso gute Absichten nicht hinausgekommen ist. ... Karin Pfeiffer | | Der komplette Text erscheint im nächsten Newsletter zum Wochenende. | | |
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| 11. April 2010 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
Der Lehrer John Taylor Gatto über das Ergebnis der staatlich erzwungenen Schulpflicht in Amerika »Unsere Form der Schulpflicht ist eine Erfindung des Staates Massachusetts um 1850. Schätzungsweise achtzig Prozent der Bevölkerung von Massachusetts haben sich dagegen gewehrt — manchmal sogar mit Schusswaffen. Der letzte Außenposten in Barnstable am Cap Cod gab seine Kinder erst um 1880 her. Damals wurde das Gebiet vom Militär besetzt, und die Kinder marschierten unter Bewachung zur Schule. Hier gilt es jetzt eine merkwürdige Vorstellung abzuwägen: Das Büro von Senator Ted Kennedy hat vor nicht allzu langer Zeit eine Studie herausgegeben, in der behauptet wird, dass vor Einführung der Schulpflicht die Alphabetisierungsrate in unserem Land bei achtundneunzig Prozent lag, während nach der Einführung die Zahl nie über einundneunzig Prozent ging — Stand des Jahres 1990. Und hier ist eine andere Merkwürdigkeit, die nachdenklich macht: Die Homeschoolbewegung ist in aller Stille immer weiter gewachsen, so dass derzeit eineinhalb Millionen junge Menschen ausschließlich familienzentriert gebildet werden; erst kürzlich ging die überraschende Neuigkeit durch die Feuilletons, dass die zu Hause gebildeten Kinder ihren formal unterrichteten Gleichaltrigen in ihrer Denkfähigkeit um fünf oder sogar zehn Jahre voraus sind.« John Taylor Gatto Verdummt noch mal! Der unsichtbare Lehrplan oder Was Kinder in der Schule wirklich lernen. Genius Verlag, Bremen 2009 Das Zitat ist dem Buch entnommen (Seite 36) Es bleibt dem Leser überlassen, Parallelen zu ziehen ... Karin Pfeiffer Siehe dazu auch folgender Tagebucheintrag: »Er verkauft mir die Eier« |
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| 25. Januar 2010 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
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Habt Mut, Schule zu halten!
Lernen lassen, nicht nur
abfragen
Ein jedes Kind hat den Antrieb zum Lernen. Lernen
bedeutet, etwas zu erfahren, was man noch nicht weiß; etwas
einzuüben, was man noch nicht kann. Woher aber weiß das
Kind, was es nicht weiß? Wie kommt das Kind darauf, etwas
üben zu wollen, was es nicht kann? Das Kind beobachtet die
Erwachsenen. Die Erwachsenen sprechen über Dinge, die das Kind
noch nicht versteht. Die Erwachsenen tun Dinge, zu denen das Kind
noch nicht fähig ist. Noch nicht! Das ist wichtig. Dieses
»Noch-nicht« wird durch Lernen verschwinden, Neugier
ist die treibende Kraft. Schüler müssen vieles erst
lernen.
Lernen am Vorbild ist die kluge Wahl des kurzen Weges. Der weitere
Weg wäre Versuch und (notwendiger) Irrtum. Das Nachahmen ist
Sicherheitsvorkehrung. Es reduziert die Gefahren, die allem Neuen
innewohnen. Zum Kernbestand unserer Kultur zählt die
Literalität — die Beherrschung des Lesens und
Schreibens. Der Alphabetismus ist dem Menschen nicht angeboren.
Jede Generation von Erwachsenen vermittelt die Grundkenntnisse und
-fertigkeiten der Schriftkultur an die nachkommende Generation.
Stellvertretend für die Eltern hat sich die Schule dieser
Aufgabe angenommen. Darin erfolgreich zu sein, scheint von Jahr zu
Jahr schwieriger zu werden. Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 09. September 2009 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
 | Heute lernen, was morgen wichtig ist? »Die Schule muss das Wissen und die Fähigkeiten vermitteln, die in Zukunft die Lebenschancen des einzelnen und den gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fortschritt bestimmen.« So der verstorbene Politiker Johannes Rau in einem seiner Druckwerke. Das heißt: Wir sollen heute lernen, was wir morgen brauchen. Leider knüpft diese Forderung nicht an der traditionellen Übereinstimmung darüber an, welche Fähigkeiten zur allgemeinen Lebensbewältigung gebraucht werden. Mit dem Ruf, heute zu vermitteln, was morgen nötig ist, verbindet sich die irrige Meinung, morgen werde etwas anderes benötigt als heute. Das mag sein, aber niemand weiß heute, was die Zukunft uns abverlangen wird; niemand kann sagen, welche Umstände wir antreffen werden. Für die Ausführung unserer Zukunftspläne müssen wir uns mit dem begnügen, was uns heute zur Verfügung steht. Allezeit hat der Mensch die Zukunft mit den vorhandenen Geräten gestaltet, und nicht mit den noch nicht vorhandenen von morgen. Wir können ein Haus nur mit Werkzeug und Material erbauen, das uns heute zur Verfügung steht — auch wenn uns dieses Haus morgen Schutz bieten wird, also ein Zukunftsprojekt darstellt. Die Forderung, das Lernen und dessen Inhalte auf die Zukunft abzurichten, hieße unseren Kindern zu befehlen, jetzt bereits in den Zug einzusteigen, der morgen um diese Zeit am fraglichen Bahnsteig anhalten könnte, was aber auch nicht sicher ist. Karin Pfeiffer | | |
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| 28. April 2009 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Erziehung |
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Kinderschutz, Eigennutz,
Nutzlosigkeit
Vor etwa zweihundert Jahren wurden Kinder als kleine Erwachsene
begriffen, und man steckte sie in Erwachsenenkleider. Was die
Kleidung betrifft, hat sich vieles geändert, bequem,
pflegeleicht und kindgerecht sind die Sachen zum Anziehen.
Während unsere Gesellschaft Kindern einerseits den Status
zugesteht, dem größtmögliche Rücksicht
gebührt, überfordert sie den Nachwuchs in anderen
Bereichen. Diese Feststellung bedarf der
Erklärung. Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 16. April 2009 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Erziehung |
| Entschleunigung ist die einzig
wirksame Medizin zur Heilung von Überaktivität und
Konzentrationsstörungen. Die Maßnahmen wirken jedoch
nicht sofort, sie bedürfen der geduldigen Praxis über
längere Zeiträume hinweg. Das ist mühevoll, weil die
Erwachsenen die eigene Lebensführung in Frage stellen und
eventuell ändern müssen. Sie mögen dabei nicht zu
streng mit sich selbst sein: auch kleine Erfolge sind Erfolge! Wer
große Ziele erreichen will, kann dies immer nur in kleinen
Schritten tun. Das gilt für Erwachsene und Kinder
gleichermaßen. |
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Folgende Vorschläge erheben keinen Anspruch
auf Vollständigkeit.
• Lebenstempo
verringern
Programme mit eingebauter Zeitersparnis vermeiden. Wir haben kein
Zeitkonto, das uns Muße verspricht! Wer Zeit sparen will,
hetzt durchs Leben. Diesen
Beitrag zu Ende lesen »
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| 03. Februar 2009 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
Wenn Katja gut gefällt, was sie lernen muss, lernt sie spielend leicht. Wenn Max genau weiß, was er lernen soll, lernt er mit großem Eifer. Wenn Katja und Max zeigen dürfen, was sie gelernt haben, wollen sie gleich noch mehr lernen. | | |
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| 02. Februar 2009 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Rechtschreibung |
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»Fritz Nopf
meint«
Alles, was der Mensch lernt, geht durch wiederholtes Üben
ins sogenannte »Langzeitgedächtnis« ein. Der
Mensch kann sich alles mögliche einprägen, also neben
Nützlichem und Richtigem auch Nutzloses, Dummes oder gar
Fehlerhaftes bzw. Falsches. Auf dem unendlich weiten Gebiet der
Möglichkeiten geht die moderne Grundschulpädagogik einen
auffallend eigenartigen Weg. Sie gestattet nicht bloß,
sondern sie empfiehlt sogar, Schulkinder sollten so früh wie
möglich mit dem »Freien Schreiben« beginnen.
Eltern sollten tunlichst nichts korrigieren. Diese aber sind voller
Sorge, denn die von Erst- und Zweitklässern produzierten
»freien« Texte sind voller Fehler, in nicht wenigen
Fällen sind sie völlig unleserlich. Diesen Beitrag zu Ende lesen
»
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| 23. Januar 2009 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
foto: pixelio
Bei all unseren Tätigkeiten pflegen wir das Ergebnis zu
betrachten und fragen uns, welchen Nutzen es uns selbst oder der
Allgemeinheit gebracht hat. Sind keine Vorteile zu erkennen, hat
sich die Lage sogar verschlechtert, so müssen wir wohl oder
übel unsere Handlungsstrategie kritisch überdenken.
Beispiel Schule Kinder, die beim Lesen und
Schreiben deutlich hinter den Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 01. November 2008 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Aus der Redaktion |
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Didacta Basel
White Boards und der Bannwald
In der letzten Oktoberwoche fand die Bildungsmesse didacta in
Basel statt. Der Stolz Verlag war mit seinem altmodischen
Papierkram inmitten körperloser Technik plaziert: links
ein Anbieter von Whiteboards; rechts ein Anbieter von Whiteboards;
frontal ein Anbieter von Whiteboards, und im Rücken ein
ebensolcher. Eine von Whiteboards dominierte Messe. Dutzende von
Konkurrenten beäugten einander in der Ausstellungshalle. Jeder
einzelne von ihnen erhoffte sich Vertragsabschlüsse mit
Schulen, je mehr, desto besser. Diesen Beitrag zu Ende lesen
»
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| 18. Oktober 2008 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Erziehung |
 Wir beklagen die kindlichen Konzentrationsstörungen und übersehen dabei gern, dass die notwendige Voraussetzung für geistige Sammlung und Merkfähigkeit heute alles andere als günstig ist. Wenn ein Topf löchrig ist, läuft eingefülltes Wasser wieder heraus. Daran ist nichts zu ändern, es sei denn, wir stopften die Löcher zu. Auf den Mangel an Konzentration angewendet bedeutet dies, dass sich die Bedingungen des täglichen Lebens ändern müssen. Bildlich gesprochen: wir müssen die »Löcher« stopfen. Einige der Löcher reißen die modernen Medien, allen voran das Fernsehen. Und wenn es uns noch soviel Überdruss bereitet: Fernsehen nach dem Lernen oder vor dem Schlafengehen stört die Gedächtnisleistung in bezug auf das Gelernte. Die passiv aufgenommenen Bilder überlagern die aktiven Gehirntätigkeiten und löschen alles, was neu ist und noch nicht verankert im Langzeitgedächtnis. Günstiger wäre es, nach dem Lernen zu schlafen, siehe unser Beitrag zum Mittagsschlaf. Und noch etwas spricht gegen das Fernsehen bis tief in die Nacht hinein: Kinder bedürfen, mehr noch als Erwachsene, einer regelmäßigen, ihrem Alter entsprechenden Nachtruhe. Schlafmangel beeinträchtigt die geistige und seelische Entwicklung. | | Verena Katerle |
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| 08. Oktober 2008 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
| Man kann sehr leicht den geübten Umgang mit Computern mit Intelligenz verwechseln, aber ein Computerprofi zu sein heißt noch lange nicht, dass man klug ist. Und wenn man von Computern nichts versteht, heißt das noch lange nicht, dass man dumm ist. | Clifford Stoll:  | „Die Computer verleiten Schüler dazu, optisch aufregende Multimedia-Projekte anzugehen – um den Preis, schriftliche oder gar handschriftliche Darstellungen ganz zu verlernen. Wenn es einem Achtklässler gelingt, eine ausgefeilte Graphik in seine Arbeit zu montieren, so heißt das nicht, dass er etwas gelernt hat. Genauso wenig beweist ein aus dem Internet heruntergeladener Bericht, dass der Schüler irgendetwas von dessen Inhalt erstanden hat.“ | | Computer verleiten dazu, die Präsentation selbst für wichtiger zu halten als den Inhalt eines Vortrages. Damit verstärken sie die überall spürbare Tendenz zum Verpackungsschwindel: Die Fassaden werden immer grandioser, dahinter aber gähnt oft das Nichts. | Clifford Stoll: 
| „Für fast alle Arbeiten an den höheren Schulen – und sicher für alle Arbeiten an den Grundschulen – ist die Suche nach Material im Internet nicht nur unnötig, sondern schadet sogar. Ich würde lieber die Arbeit eines Sechstklässlers über Schmetterlinge lesen, nachdem er Pfauenaugen über einer Sommerwiese beobachtet hat, als eine Multimedia-Show aus dem Internet mit den neuesten Forschungsergebnissen anschauen zu müssen.“ | Benötigen Kinder in der Schule den Computer, damit sie auf die Arbeitswelt vorbereitet werden? Zur Bedienung eines Computers braucht man nicht viel Verstand. Man kann sich das nötige Wissen rasch aneignen. | Clifford Stoll: 
| „Heute können fast alle Büroangestellten mit Textverarbeitungen umgehen. Die meisten haben es erst spät gelernt, lange nachdem sie achtzehn waren. Nun gibt es Dinge, die für ein Kind ganz leicht zu lernen sind, für Erwachsene aber fast gar nicht mehr: Sprachen zum Beispiel. Je früher man damit beginnt, umso fließender wird man sprechen können. Dasselbe gilt für das Spielen von Musikinstrumenten, für das Halten von Reden oder für Gymnastik. Viele wären glücklich, wenn sie schon als Kind ein Musikinstrument oder Sprachen hätten lernen können. Ich habe aber noch nie von jemand gehört, der sich darüber beklagt hätte, als Kind zu wenig mit Computern oder Fernsehgeräten zu tun gehabt zu haben.“ | Das Zeitfenster fällt zu. Zu viel Zeit wird verschwendet mit Spielereien am Computer, die kein richtiges Lernen sind, sondern bloß Ablenkung und Unterhaltung. Können wir das wollen? Weshalb unterstützen wir es dann?
Verena Katerle | | Clifford Stoll, LogOut, Warum Computer nichts im Klassenzimmer zu suchen haben und andere High-Tech-Ketzereien, S.Fischer Verlag, Ffm 2001 |
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| 30. September 2008 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Erziehung |
|  | | Darüber reden ist nicht dasselbe wie ... | ... es zu tun. | Reden, reden, reden In der modernen Schule wird viel Zeit darauf verwendet, über richtige Einstellungen und erwünschtes Verhalten zu sprechen. So wurde zum Beispiel das Fach Ethik in den Stundenplan eingegliedert. Wozu dies? Glauben wir, das wohlmeinende Appellieren an den Verstand der Schüler brächte irgendwelche tatsächlichen Verhaltensänderungen mit sich? Wir tun so, als könnten wir durch das Sprechen und nachdenkliche Diskutieren über bestimmte Tugenden dieselben gleichzeitig in unser Verhaltensrepertoire aufnehmen. Was für den Sport gilt … Im Sport wird sogleich jedem einleuchten, daß ohne Körperübungen keine Steigerung der Leistung möglich ist. Glauben wir etwa, für die sozialen und geistigen Tugenden besitze das Übenmüssen keine Geltung? Wäre dies so, dann gäbe es keine Alkoholiker, Raucher, Spieler, Eßgestörte und so fort. Sie wären längst von ihrer Sucht geheilt, weil ihnen die Schädlichkeit ihres Tuns begreiflich gemacht wurde. Mehrheitlich wissen sie genau, was sie ihrem Körper antun – und tun es trotzdem! Nein, am mangelnden Willen liegt es nicht. Woran dann? … gilt auch für den Geist So wenig die bloße Einsicht in die schädlichen Folgen des Rauchens dabei hilft, das Rauchen einzustellen, so wenig nützlich sind Appelle an Fairness, Friedfertigkeit, Liebenswürdigkeit, Teilenkönnen und so weiter. Das ständige Sprechen darüber kann sogar zum Gegenteil führen, denn es ist für die Schüler alles andere als angenehm, sich die endlosen Predigten des Gutseinsollens anzuhören. Weshalb tun wir den Kindern das an? Etwa aus Ratlosigkeit? Was wir brauchen, ist ein Verhaltenstraining. Dazu benötigen Kinder in der Schule praktische Aufgaben und gute Vorbilder. Tugenden erwachsen aus dem Handeln, und nur daraus. Dies geschieht ganz unwillkürlich und fast nebenbei. Tugenden lernen im Deutschunterricht? So wird zum Beispiel im normalen Deutschunterricht jedes sittliche Verhalten geübt, welches das Fach Ethik zum eigenständigen Thema kürt: Achtung vor dem Anderen, Zuhörenkönnen, Aufmerksamkeit, Sorgfalt, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Beharrlichkeit, Ehrlichkeit, Toleranz ... Was nützen uns denn die Lippenbekenntnisse zum Guten, die wir im Gespräch um Tugenden von den Schülern hören wollen und auch zu hören bekommen? Erziehen wir sie da nicht zu Heuchelei und Unwahrhaftigkeit? Früh lernen sie, ihre echten Gefühle und Meinungen zu unterdrücken und nur das zu sagen, was »korrekt« ist im Sinne der positiv konstruierten Weltsicht, die ihnen im Unterricht vermittelt wird. Das wahre Leben findet draußen statt, vor den Schultoren. Und dort ist jedes Lippenbekenntnis nicht beständiger als ein kühlender Lufthauch. Mit dem Ansinnen, sie hauptsächlich durch Nachdenken, Diskutieren und Philosophieren zu tugendhaften Menschen heranziehen zu wollen, stellen wir unsere Kinder und Jugendlichen vor eine unlösbare Aufgabe. Wie fühlt sich ein Mensch, der vor einer Aufgabe steht, die er nicht lösen kann? Eine Antwort auf diese Frage möge sich der geneigte Leser selbst geben. »Das Wissen um das Gute allein reicht nicht aus« Lassen wir zum Schluß einen Pädagogen zu Wort kommen, der sich lebenslang mit solchen Fragen beschäftigt hat: »Auch für die sittliche Tüchtigkeit kommt es also in erster Linie darauf an, daß durch häufig wiederholtes gleichartiges Handeln in der richtigen Richtung eine gute Gewohnheit entsteht, eine dauerhafte psychische Disposition. Sie ist ein Ergebnis der Gewöhnung, und diese Gewöhnung muß im Kindesalter beginnen. Sie setzt gute Sitte im gesellschaftlichen Lebensraum und erzieherische Anleitung voraus. Bevor die Belehrung durch Worte wirken kann, muß die Seele des Hörers zuerst durch Gewöhnung dazu bereitgemacht werden, das Gute zu lieben und das Böse zu verabscheuen. Die Triebregungen und Gefühle bilden die seelische Kraftquelle für jede Tugend, aber sie müssen durch Übung (Askese) im tugendhaften Handeln kultiviert werden. Das Wissen um das Gute allein reicht nicht aus. Es soll aber in dem Maß, in dem die Erkenntnisfähikeit zunimmt, zur Übung hinzutreten. In vollem Sinn tugendhaft ist nur der, der auch die Gründe für das tugendhafte Handeln einsieht.« Wolfgang Brezinka, Tüchtigkeit. Analyse und Bewertung eines Erziehungszieles. Verlag Ernst Reinhardt, Seite 32 | | Karin Pfeiffer |
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| 25. September 2008 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
| Öfter mal ein Diktat schreiben! Diktate dienen in der Pädagogik seit jeher sowohl als Übungsmethode wie auch als Meßinstrument für die Kenntnis der Rechtschreibung. Ein diktierter Text macht die Leistung sichtbar. Man kann daraus ersehen, ob der Proband die allgemein anerkannten und üblichen Schreibweisen beherrscht oder nicht. Daran ist nichts Verwerfliches. Und dennoch: Diktate sind unbeliebt. Diktate erscheinen manch wohlmeinenden Pädagogen als eine Art vorsintflutlicher Methode der Unterdrückung und Bloßstellung. Dabei verlieren wir das Positive aus dem Blick: Gelernt zu haben, sich nach kulturellen Vereinbarungen schriftlich fehlerfrei mitteilen zu können, bereitet schlicht und einfach Freude! Wer auf Diktate verzichtet und meint, dadurch die Situation der lernschwachen Schüler zu verbessern, begeht einen Irrtum. Er handelt wie ein Arzt, der sich grundsätzlich weigert, Temperatur und Puls zu messen. Wäre so etwas menschenfreundlich? Würde es den körperlichen Zustand eines Kranken verbessern? Wohl das Gegenteil wäre der Fall: es fehlen Anhaltspunkte, um nötige Vorkehrungen zur Genesung zu treffen. Diktatverweigerung ist eine Art Realitätsverweigerung! So wenig wie Fiebermessen Körperverletzung oder Angstmache ist, so wenig ist das Diktatschreiben eine Methode aus der Mottenkiste der Schwarzen Pädagogik. Alles kommt auf die freundliche Atmosphäre an, in der gemessen und geprüft wird. So einfach ist das. Wer Diktate mißbraucht, um persönliche Macht zu demonstrieren, schafft dies auch mit anderen, harmlos erscheinenden Methoden der Pädagogik. Deshalb: Laßt uns öfter mal ein Diktat schreiben! Karin Pfeiffer | | |
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| 20. September 2008 |
| Kategorie: Schule und Lernen |

Fortwährende und unvorbereitete Prüfungen zum Zweck der wissenschaftlichen Kategorisierung sind unnütz, ja schädlich. Der ständig prüfende Lehrer gleicht jenem Arzt, der in regelmäßigen Abständen und mit großem Brimbramborium die Körperfunktionen eines Patienten testet, ohne gleichzeitig mittels therapeutischer Maßnahmen und geeignetem Verhaltenstraining gemeinsam mit dem Betroffenen den Gesundheitszustand zu verbessern. Prüfungen als Herausforderungen sind sinnvoll, wenn sie als Zwischen- oder Schlußstation eines Lehrgangs erfolgen. Es wurde dann für den zu prüfenden Bereich gelernt und geübt, der Schüler hat auf das Ergebnis einen Einfluß, er bestimmt bis zu einem gewissen Grad selbst, wie er abschneidet. Die Prüfung stellt eine Bewährungssituation dar, verleiht der Anstrengung des Lernens einen Sinn. Als Instrument und Methode zugleich ist die Prüfung eng verflochten mit dem Prozeß der Wissensaneignung. Die Prüfungsergebnisse dokumentieren den persönlichen Lernfortschritt. Die heute an den Schulen üblichen Prüfungen und Tests, die überwiegend in großem Stile durchgeführt werden, sind gerade das Gegenteil des eben geschilderten Vorgangs. Sie werden oft von außerschulischen Instituten vorbereitet und dienen entgegen anderslautenden Bekenntnissen hauptsächlich einer mit wissenschaftlichen Mitteln betriebenen Bürokratie und Statistik. Die Schüler werden instrumentalisiert für pädagogikferne Zwecke! Die Ergebnisse der Prüfung sind nicht mehr Spiegelbild einer Anstrengung, nicht mehr Ergebnis eines Lernprozesses; der für alles Lernen wichtige Sinnzusammenhang zwischen Lernen und Lernergebnis ist zerschnitten. So haben die Schüler das berechtigte Gefühl, einer moralisiserenden Instanz hilflos ausgeliefert zu sein, und das macht Angst. Der Prüfling gerät in eine hoffnungslose Lage. Er kann die Situation nicht mehr selbst beeinflussen, jede Verantwortung für sein eigenes Lernen ist ihm genommen. Das fürchtet er mit Recht. Lernen und Lebensbewältigung findet nicht mehr statt. Man darf nur hoffen, daß immer mehr Lehrer den Mut haben, sich gegen solch amtlich von oben angeordnetes, bürokratische Prüferitits-Unwesen zu wehren, um die Schüler zu schützen! | | Karin Pfeiffer |
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| 24. Juni 2008 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
Ein Kind lernt sprechen Soll der Mensch alles, was er lernen will, von Anfang an theoretisch verstehen und benennen können? Folgt man den Ideen einiger progressiven Vorstellungen in der Pädagogik, dann scheint dies so zu sein. Ein Kind kommt auf die Welt. Es kann nur schreien. Wie lernt es das Sprechen? Müssen wir es ihm erklären, damit es dies lernt? Nein. Das Kind lernt, indem es lauscht. Es hört Laute. Es will sie nachahmen. Es übt so lange, bis dies gelingt. Zuerst sind es nur einzelne Töne, später werden daraus Silben und ganze Wörter, die das Kleinkind nachzusprechen beginnt. Anfangs wird es die volle Bedeutung der imitierten Worte nicht begreifen, doch im Sprechhandeln mit den Erwachsenen schält sich allmählich eine Kontur heraus: es keimt ein erstes abstraktes Wortverständnis. Verständnis entsteht durch nachahmendes Üben Doch noch lange ist das Verständnis der Sprache eher atmosphärisch. Das Kind wiederholt neue Wörter, es sammelt sie, und das macht ihm Freude. Es probiert sie, erntet Zustimmung oder auch mal ein vergnügtes Lachen (Kindermund), und häuft einen wertvollen Sprachschatz an. Wer dem Kind in diesem Stadium in akademischer Weise beibringen will, WIE Sprache zusammengesetzt ist und WOZU sie da ist, dem wird das Kind eine lange Nase drehen: Wofür es nicht reif genug ist, das will es auch nicht wissen. Vom Konkreten zum Abstrakten Töne und Lautfolgen werden vom Kinde lernbegierig nachgeahmt. Zweck und Funktionsweise der Sprache sind dem Kinde unbekannt und würden es auch nicht interessieren. Es handelt. Die Weichen zum abstrakten Erfassen und allgemeinen Verstehen der Worte werden allein durch das tägliche Sprechen gestellt. Für alles Verstehen gibt es nur eine einzige Entwicklungsrichtung, und die führt vom Konkreten zum Abstrakten. Also vom Tun zum Verstehen. Wird die Reihenfolge umgekehrt, kann jeder Lernfortschritt blockiert werden. Abstrakte Begriffe ohne Lebensbezug bleiben unverdaut Wer mag, kann dies an sich selbst erkunden. Wir benutzen täglich eine Vielzahl von Begriffen, deren Bedeutung uns nicht oder nicht völlig klar ist. Meist handelt es sich dabei um Begriffe aus einer Lebenswelt, die den meisten von uns fremd ist - etwa der Politik. Sofern wir nicht in dieser Teilwelt leben, verbinden wir die Begriffe nicht mit eigenem Handeln. Allein der Klang eines Wortes ist uns dann vertraut. Und genau hier liegt das Problem: weil ein Begriff durch seine allseitige Präsenz in Bild und Wort ein fester Bestandteil unserer Sprache ist, glauben wir, ihn zu verstehen. Wir hören das fragliche Wort aus dem Radio, im Fernsehen, von Bekannten und Vorgesetzten. Wir lesen es in Zeitung, Faltblättern oder Büchern. Würden wir gebeten, diesen Begriff exakt zu definieren und mit Beispielen zu erleuchten, wir würden uns beschämt in blumige Umschreibungen flüchten müssen. Wenn dann Zeit bleibt, können wir darüber sprechen Abstraktes und theoretisches Verständnis von Wörtern (und Sachverhalten) ist das Ergebnis praktischen Übens und steht am Ende der Entwicklung, nicht an deren Beginn. Der moderne Unterricht aber versucht voller Raffinesse Zeit zu sparen, indem er den umgekehrten Weg geht: zuerst die Theorie und dann erst - falls Zeit bleibt - die Praxis (die niedere ...). Über etwas zu reden erscheint offenbar wichtiger, als den Gegenstand der Betrachtung aktiv handelnd zu beherrschen. Wenn uns ein Bauer möglichst wortreich erzählt, auf welche Weise er seinem Acker die doppelte Menge Früchte abringen wird, wenn dann darüber hinaus keine Zeit verbleibt, diese Erfolgstheorie in die arbeitsreiche Praxis umzusetzen, werden am Markttag hungrige Kunden ein langes Gesicht machen: der Stand wird leer sein. Abstraktionsfähigkeit als höchste Stufe der Erkenntnis ist das Ergebnis nachahmenden Handelns und Übens, nicht dessen Voraussetzung. Zu wissen, wie ein Acker fruchtbar gemacht wird, genügt nicht. Durch guten Willen und gescheites Reden wachsen keine Früchte. Eine Pädagogik, die Unterricht mit abstrakten Erklärungen beginnt, ist Zeitvergeudung. Und schlimmer noch: aufgrund ihrer Erfolglosigkeit frustriert sie nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer. Deshalb: laßt uns lesen, schreiben, rechnen, singen ... Und wenn dann Zeit bleibt, können wir darüber sprechen. Karin Pfeiffer | | |
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| 12. Juni 2008 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Erziehung |
Im Unterricht Englisch in der fünften Klasse. Ein kleiner Test steht auf dem Programm. Ich diktiere gerade die erste Aufgabe, da hebt Frank seine Hand. In der Erwartung, er wolle eine Frage zum Test loswerden, rufe ich ihn auf. Er zieht ein kleines Heftchen aus der Tasche, wedelt damit in der Luft herum und fragt: »Kann ich ein neues Vokabelheft anfangen? Das alte ist leer.« (Seltsam, alle meine Schüler sagen, das Heft sei »leer«, wenn sie sagen wollen, es sei »voll« oder »vollgeschrieben«.) Mein erster Impuls ist ein Gefühl des Ärgers. Was muss Frank das gerade jetzt fragen! Als ob das nicht bis nachher Zeit hätte. Doch besinne ich mich rechtzeitig und sage mit freundlicher Gelassenheit: „Ja." Dann diktiere ich weiter, und Frank schreibt zufrieden mit. Die Störung ist kurz, kaum wird sie von den anderen registriert.  foto: pixelio
Sie sind ganz anders Schulkinder sind so ganz anders als Lehrplanmacher, Schulaufsicht und sogenannte Fachleute das wahrhaben wollen. Diese kommen uns Lehrern mit wissenschaftlichen Ansprüchen und romantischen Vorstellungen von Pädagogik, wie sie mit dem Schulalltag nur wenig zu tun haben. Ein paar Superschüler mögen ja mit einem »ideal konstruierten« Unterricht gut zurecht kommen, doch solche sitzen leider nicht vor mir, und schon gar nicht in dieser Klasse. Meine Schüler hier wollen nichts von Modalverben wissen, die brauchen eher meine Entscheidungshilfe für die Wahl der Farbe beim Unterstreichen von Wörtern, und sie fragen danach, wie viele Zeilen Abstand sie im Heft freilassen sollen unter der Überschrift.
Die »zerbrochene Schallplatte« Fragen wie die von Frank werden meist dann gestellt, wenn der Lehrer sie nicht erwartet. Das ist ganz und gar nichts Ungewöhnliches. Auch werden immerzu dieselben Fragen gestellt, gelegentlich mehrmals in einer einzigen Unterrichtsstunde. Der Mensch ist eben gewöhnt, nur dann hinzuhören, wenn er selbst es war, der eine bestimmte Frage gestellt hat. Kollektiven Erklärungen hört er nicht zu, denn wer ist das denn schon, dieses Kollektiv! Das sind doch die anderen, das geht einen nichts an. Man hört ja dem ollen Fernseher auch nicht zu, weil der immerzu und zu allen spricht, aber eben nicht zu einem persönlich. Der Lehrer als »zerbrochene Schallplatte«: wieviel Ärger häuft sich da an im Laufe der Monate, Jahre, Jahrzehnte ! Nicht nur beim Englischtest Was Frank betrifft: er fragt nicht, weil er mich, seine Lehrerin, ärgern will. Er fragt aus echtem Orientierungsbedürfnis. Und deshalb darf er eine freundliche Lehrerantwort erwarten. Hat er sie bekommen, hakt er die Angelegenheit ab und wendet sich konzentriert dem Unterrichtsgeschehen zu. Oft genug geht es dem fragenden Kind aber gar nicht um die Klärung einer Sache, sondern lediglich um die Zuwendung, die es sich damit »erfragen« kann. Wie gehen wir nun damit um? Ich meine, solche Fragen sind legitim. Zugegeben: ich bin nur ein Mensch – Lehrer hin, Lehrer her. Auch ich leide gelegentlich unter den negativen Begleiterscheinungen der Massenschule. Mir kann bei der soundsovielten Frage nach irgendwelchen »Kleinigkeiten« schon einmal der Kragen platzen. Besser ist es, sich in Gelassenheit zu üben. Jeden Tag aufs neue. Und das nicht nur beim Englischtest in einer Fünften. Verena Katerle | | |
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| 08. Mai 2008 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
»Fritz Nopf meint« »Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.« Das sagte Arthur Schopenhauer, und wer wollte ihm ernsthaft widersprechen? Alle Entscheidungen im täglichen Leben gelingen nur, wenn man Verstand und Erfahrung zusammenfügt. Verstand allein genügt nicht, wenn nicht ein gutes Maß an Lebenserfahrung dazukommt und mit dem Verstand eine fruchtbare Verbindung eingeht. Alles Studium der Welt ist nicht in der Lage, Erfahrung zu ersetzen. Man mag wohl hübsch gestaltete Bildungszertifikate an den Ausgangstüren der Hochschulen verteilen, man kann sie sogar an alle verteilen, ohne Ansehen von Leistung und Können. Ja, das ist möglich, wenn der Staat es befürwortet. Ein Säckchen, das gefüllt wäre mit dem Granulat der »Lebenserfahrung«, ist jedoch nicht erhältlich aus gütiger Professorenhand. Die Mosaiksteinchen der Erfahrung müssen von jedem Menschen im Laufe seines Lebens selbst gesammelt werden. Mit anderen Worten: die Füllung des individuellen Säckchens ist am Ende nolens volens erkämpft und erlitten. Darin ist das Leben unerbittlich. Und gerecht: denn es gilt für uns alle gleichermaßen. Hierin also sind den Studierten jene gleichgestellt, die niemals einen Fuß in höherer Bildungseinrichtungen gesetzt haben; ja ich, der unmaßgebliche Fritz Nopf, behaupte, die draußen vor der Tür sind gegenüber jenen dahinter sogar im Vorteil, da ihnen keine künstlichen Vorstellungen die realistische Sicht auf das tatsächlich Seiende verbauen. Der Lockruf der Bildungseinrichtungen lautet: »Komm zu uns und habe Vertrauen! Wir versorgen dich mit Wissen, und wenn du unsere Anstalt verläßt, wirst du zu den Gebildeten gehören, die Anspruch haben auf Glück und Wohlstand!« Diese Fata Morgana verführt nicht wenige der Gerufenen zu Denkfaulheit und Arroganz. Wer meint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, wird sich selbst nicht mehr anstrengen wollen. Eine zu früh einsetzende und einseitig akademisierte Lehre birgt eine bislang zu wenig beachtete Gefahr: der junge Mensch könne es für unnötig halten, auf unvoreingenommene und neugierige Weise selbst Lebenserfahrungen zu sammeln. Er geht den bequemen Weg, den ihm die Papiere weisen. Das Selbsterlebte und -erlittene jedoch bildet erst den Humus für eine lebendige und authentische Bildung, die zugleich immer auch Herzensbildung ist. Eine gebildete Person ist immer und ohne Ausnahme von demütigem Charakter, der sich auf steinigen Wegen dazu geformt hat. Der vorzeitig – schon im Kindergartenalter! – mit Theorie und Formalia vollgestopfter Geist könnte es im weiteren Verlauf des Lebens für überflüssig und unter der persönlichen Würde halten, herabzusteigen vom hohen Roß vermeintlicher Gelehrtheit. Das aber ist Vorbedingung, um das echte Leben zu erkunden. | | (Fritz Nopf meint. aus: PIC-Club Nr. 101, Jg. 5, Seite 3) | | | Was soll man von diesem Kommetar halten? Ist das ein Plädoyer für Dummheit? Oder enthält diese Provokation ein Körnchen Wahrheit? Karin Pfeiffer (Redaktion) |
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| 18. März 2008 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
Alles geht immer schneller ... Wir sitzen auf einem Karussell, und dieses dreht sich immer schneller. Erledigungen, die früher einmal einen großen Teil des Alltags in Anspruch nahmen, sind heute im Nu vollbracht und ohne großen Aufwand an Kraft oder Geschick zu bewältigen: Geschirr spülen, Wäsche waschen, von Köln nach Frankfurt reisen, eine Nachricht verschicken (E-Mail) ... hierzu fallen uns gleich zahlreich Beispiele aus allen Lebensbereichen ein. Und wie steht es um das Lernen? Lässt sich auch das beschleunigen? Vielleicht mit entsprechenden elektronischen Lernprogrammen? Oder mittels eines besonderen Tricks? Versprechungen dieser Art werden nicht selten gemacht. Wenn Kinder in immer jüngeren Jahren an das schulische Lernen herangeführt werden (also bereits im Kindergartenalter eine Art universitärer Vorbildung erhalten) und sie zu all dem sogar mittels pädagogisch ausgefuchster Hilfsausrüstungen »schneller« lernen können, sollte dann nicht die Schulzeit insgesamt drastisch verkürzt werden? Nein, ich möchte Sie, geschätzter Leser, nicht auf den Arm nehmen.
Der Faktor Zeit: eine genetische Vorgabe Die Nachdenklichen unter uns haben schon längst festgestellt, dass der Faktor Zeit sich niemals wird ausblenden lassen: zum Lernen gehört das Reifen. Das Reifen – also das Werden von Körper und Verstand – vollzieht sich nach einem genetisch festgelegten Programm, das sich jedem menschlichen Manipulationsversuch beharrlich widersetzt. Darauf Rücksicht zu nehmen ist Aufgabe von Eltern, Erziehern und Lehrern. Niemals dürfen wir Kindern zumuten, wofür sie noch nicht die geistig-seelische Reife besitzen! Denn es fällt buchstäblich auf unfruchbaren Boden. Schlimmer noch, der falsche Zeitpunkt könnte zu dauerhafter Ablehnung dessen führen, was verfrüht angeboten wurde. Damit erreichen wir in all unseren engagierten Bemühungen dann so ziemlich das Gegenteil dessen, was beabsichtigt war. Pädagogische Folgen von Beschleunigung und Verfrühung Diesen Schöpfungsregeln zum Trotz steht unseren Schulkindern immer weniger Zeit zur Verfügung, um sich die Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens anzueignen. Wir lassen es hauptsächlich dabei bewenden, den Schülern Regeln zu erklären, wir wollen sie über den Verstand erreichen und meinen, damit ein Stück Lernweges eingespart zu haben. Es soll ja schnell gehen! Der Appell an die Vernunft bewirkt, dass unsere Kinder gescheit reden über das, was man ihnen erklärt hat zu tun. Die Handlung selbst wird weder vertraut noch als aktive Gewohnheit verankert. Zwischen Reden und Können liegen Welten! Für die Pädagogik gilt ... Es gibt nichts zu beschleunigen in der kindlichen Enwicklung – weder auf der körperlichen, noch der geistigen Ebene. Weshalb finden wir uns in der Pädagogik so schwer damit ab? Oder lassen wir uns allzusehr von den Moden beeinflussen, die von einer »pädagogischen Industrie« in die Schulen hineingeschwemmt wird? Doch können Sie, kann jeder von uns entgegenhalten: Nehmen wir uns bewusst Zeit – für uns selbst und für unsere Kinder. Kape | | | | Es gibt für alles eine Zeit, die richtige Zeit! Und alles benötigt seine Zeit, das dürfen wir niemals vergessen! | | |
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| 19. Januar 2008 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
Erleichtert stellen wir fest, dass der Methode des Fragens und Antwortens wieder mehr Platz im Unterricht eingeräumt wird. Textverständnis soll durch Beantworten von Fragen zu geweckt werden. In der Tat ist der Kommunikationsvorgang Frage-Antwort sehr gut geeignet, um Wissen zu festigen, aber nicht nur das. Das Antworten auf Fragen bringt großen Lerngewinn Weitere Vorteile dieser Methode kann man nicht direkt wahrnehmen, denn sie entfalten ihre wenig dramatische »Neben«Wirkung erst mit einer gewissen Zeitverzögerung, von den Beteiligten oft unbemerkt: die sprachliche Kompetenz wächst. Wie beim körperlichen Wachstum, das wir bei unseren Kindern plötzlich dann feststellen, wenn die Hosen schon wieder Hochwasser haben und die Ärmel des Pullovers wie eingeschrumpft wirken, nehmen wir den Lernerfolg auch erst nach einiger Zeit wahr. Allmähliche Veränderungen merken wir nicht. Das Tückische daran ist, dass Ursachen für positive (oder auch negative!) Veränderungen oft unerkannt bleiben. (Man denke nur an Ernährungsfehler, die sich erst nach Jahrzehnten auswirken.) In unserem Falle sollten wir erkennen, dass eine positive Wechselwirkung zwischen gezielter Frage-Antwort-Textarbeit und sprachlicher Kompetenz besteht. Beim textbezogenen Antworten übernimmt der Schüler Begriffe und Satzmuster aus Text und Fragestellung. Sie werden ihm dabei vertraut, und alsbald wird er sie selbst in neuen Zusammenhängen gebrauchen. Kurz: die Fähigkeit, sich sprachrichtig und gewandt auszudrücken, wird durch das Beantworten von textbezogenen Fragen gefördert. Weshalb die Betonung auf „textbezogen"? Die Antwort ist einfach: Das Beantworten von Fragen führt nur dann zum gewünschten Lernerfolg, wenn der Schüler sich auf ein Vorbild stützen und dieses nachahmen kann. Fragen ohne Vorgabe von Wortmaterial können Ratlosigkeit und Verwirrung auslösen, und zwar dann, wenn der Schüler nicht auf bereits vorhandene Kenntnisse zurückgreifen kann. Wir wollen ja, dass der Schüler etwas dazulernt, deshalb prüfen wir mit solchen Methoden nicht, was er schon weiß und kann. Guter Frage-Antwort-Unterricht stellt den Schülern mündlich oder schriftlich das benötigte Wort- und Satzmaterial zur Verfügung. Die Fähigkeit zum Formulieren von Sachinhalten setzt voraus, dass man sich sprachlich ausdrücken kann. Die Sprache allein ist das Werkzeug, mit dessen Hilfe wir in der Schule lernen. Mangelhafte Kenntnis spezifischer Begriffe und Wörter, fehlende Sicherheit in Stil und Grammatik, beides führt unweigerlich zur Besinnung auf unsere Hände und Füße, die man für allerlei Mitteilungen an die Umwelt selbstverständlich auch einsetzen kann. Das ist zweifelsfrei unterhaltsam, aber im schulischen Unterricht verfolgen wir doch eigentlich einige etwas darüberhinausgehende Ziele. Wie sieht ein sinnvoller Frage-Antwort-Unterricht aus? 1. Die Texte dürfen weder über-, noch unterfordern. Sie sollen eher kurz sein als lang und nicht mit Fachbegriffen und sachlichen Informationen überfrachtet. 2. Um sprachliche Defizite zu beheben, soll der Schüler unbedingt die Frage laut wiederholen. Damit eignet er sich aktiv die Begriffe und Satzmuster an, die er für die Antwort benötigt, denn ... 3. ... die Antworten sollen unbedingt in ganzen Sätzen formuliert werden. Bloße, hingeworfene Antwortbrocken lassen wir nicht gelten.
Dazu ein kleines Beispiel Frage: Wer beobachtete die Familie? Antwort: Ein Kind beobachtete die Familie. Mit der Kurzantwort »Ein Kind.« geben wir uns nicht zufrieden. 4. Man kann die Antworten schriftlich formulieren lassen, man muss aber nicht. Wichtig in jedem Fall ist die mündliche Artikulation, die der schriftlichen in jedem Fall zuvorgehen soll.
Besonders für sprachtherapeutische Maßnahmen – aber auch im Unterricht mit fremdsprachigen Kindern (und Erwachsenen) – ist die hier skizzierte Methode hilf- und erfolgreich. Karin Pfeiffer | foto: pixelio
Sie verstehen sich auch ohne Worte ... | Alle Stolz-Lernhefte lenken den textbezogenen Unterricht auf vorbildliche Weise. So enthalten die neuesten Auflagen des Lesetrainings zusätzliche Fragen zu den kurzen Texten. Die Themenhefte für den Sachunterricht sind seit jeher auf textbezogene Fragen eingestellt. Für Interessierte folgen hier praktische Quervermerke und Links zu speziellen Lernhilfen mit textbezogenen Fragen: • Das Lesetraining Die neuesten Auflagen der beliebten Serie enthalten zusätzlich zu den humorvollen Richtig-Falsch-Aussagen auch Fragen zu den Texten. Erhältlich für alle Schuljahresstufen bis einschließlich 9. Klasse. • Sachtexte lesen und verstehen Fachtexte müssen gelesen, Fragen beantwortet werden. Der Text wird anschließend kurz zusammengefasst. Das ist Sprachförderung vom Feinsten! • Leseübungen für jeden Tag Textverständnisfragen, genaue Übungsanleitung; ideal für den Förderunterricht ab 2. Klasse. • Praktische Wortschatzübungen Ein Rundumprogramm zur Förderung der Sprachkompetenz. Zu jedem Kurztext gehören auch Verständnisfragen. Von 8 bis 18 Jahren einsetzbar. • Literaturblätter Zu ausgewählten Lektüren (Jahrgangsstufe 1 bis 10) sind sogenannte Literaturblätter im Stolz Verlag erschienen. Diese sind ein ideales Material zum Üben sprachlicher Fertigkeiten. Textbezogene Fragen und andere Übungen wechseln einander ab. Literaturblätter und Lektüren für die Grundschule: siehe hier Literaturblätter und Lektüren ab Klasse 5: siehe da • Werkstatt- und Themenhefte Angesichts der Vielzahl von Angeboten fällt die Auswahl schwer! Entscheidend sind Alter und Interessenlage des Kindes. Die Themenhefte enthalten sämtlich kleine bis längere, inhaltlich informative Texte. Neben anderen Aufgabenformen sind auch Fragen zum Inhalt ein wesentlicher Bestandteil der Lernmethode. Themenhefte für die Grundschule: siehe hier Themenhefte ab Klasse 5: siehe da |
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| 06. Dezember 2007 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
| Tastspiel zum Üben der Buchstaben | Dieses Spiel unterstützt das Kennenlernen der Buchstaben. Wer es mit einem ersten Schuljahr spielt, achtet darauf, dass nur die Buchstaben im Beutel sind, die bereits im Unterricht erarbeitet wurden. | Wir benötigen einen Baumwollbeutel, der groß genug ist, um Buchstaben aus Pappe oder Moosgummi aufzunehmen. Die Buchstaben C, X und Y sind vorher entnommen und weggelegt worden, dafür sind andere (E, A, N usw. doppelt). Wir bilden einen Sitzkreis. Der Nikolaus mit dem Sack geht herum. Jedes Kind zieht einen Buchstaben heraus, behält ihn in der Hand und denkt sich ein Geschenk aus, das mit diesem Buchstaben beginnt. Die anderen Kinder dürfen raten. Das erste Kind sagt: »Ich habe vom Nikolaus etwas bekommen, das fängt mit B an. Was ist es?« Die anderen raten: »Eine Birne?« – »Ein Brummkreisel?« – »Ein Butterbrot?« – »Oder gar ein Besen?« | Der Spielvorschlag ist entnommen aus dem Buch Der Stein der geheimen Wünsche. Theaterstücke, Texte und Spiele für unvergessliche Weihnachtsfeiern, Stolz Verlag, ISBN 978-3-89778-152-8 
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| 10. November 2007 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Politik, Bürokratie und andere Glückseligkeiten |
Nimmt die Bastelei an unserem Bildungssystem erst dann ein Ende, wenn es völlig ruiniert ist? Wohlmeinend wird in Rheinland-Pfalz neu gebastelt: Alle Hauptschulen werden zu »Realschulen Plus« befördert. Entweder Realschule mit Schrumpf-Hauptschulzweig oder mit Ex-Hauptschülern und Realschülern vereint – den drastisch erweiterten Lehrerkollegien wird die Entscheidung anheimgestellt. Parteigänger aller Lager und Lehrerverbände wie GEW und VBE spalten und instrumentalisieren Lehrer, Schüler und Gesellschaft mit ihrer Reformsucht. Die speist sich unter anderem aus der Geringschätzung der Vielfalt nicht-akademischer Begabungen und Ausbildungen im Zeitalter der Globalisierung. Die meisten Lehrer kommen unterdessen vor lauter »Reformen« gar nicht mehr zur Besinnung, zu fundierter fachlicher oder gar pädagogischer Arbeit. »Kluges« Reden, pädagogische Papiere, ja die ganze Schule, die meisten Schüler haben das alles mehr als satt. In Schulwerkstatt, Betriebspraktikum und dualem Ausbildungssystem würden sie dagegen aufleben und Anerkennung erfahren. Wollen wir den internationalen Ruf deutscher Volks- und Breitenbildung und der aus ihr resultierenden Wertarbeit nicht verspielen, müssen wir die Reformsucht überwinden und die in ihr liegende soziale Gefahr erkennen – und war solange der Nachwuchs für mittelständische Betriebe noch nicht wegen Geburtenschwäche und Abiturfixierung knapp ist. Prof. Dr. Wolfgang Hinrichs 
| Prof. Dr. Wolfgang Hinrichs war Volksschullehrer und -konrektor und lehrte Pädagogik an der Universität Siegen |
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| 03. Oktober 2007 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Erziehung |
»Es ist bedauerlich, daß man den Kindern heute alles erleichtern will, nicht nur jedes Lernen, jede Aneignung von Kenntnissen, sondern selbst das Spiel, und die Spielsachen sollen dazu beitragen. Kaum beginnt das Kind die ersten Worte zu lallen, da ist man schon bemüht, ihm alles zu erleichtern. Die ganze Pädagogik kennt jetzt nur noch die Sorge um die Erleichterung. Eine solche Erleichterung ist aber mitunter keineswegs eine Förderung der Entwicklung, sondern im Gegenteil eine Verleitung zu Oberflächlichkeit, gewissermaßen eine Abstumpfung. Ein paar Gedanken, ein paar Eindrücke, die der Mensch in der Kindheit aus eigener Kraft (ja, meinetwegen auch unter Schmerzen) tiefer erlebt hat, werden das Kind viel tiefer mit dem Leben vertraut machen, als es jede erleichterte Schule tun könnte, aus der denn auch in der Regel nichts Persönliches hervorgeht, weder dies noch das, weder Gutes noch Böses, selbst im Laster nichts Lasterhaftes und auch in der Tugend nichts Tugendhaftes.« | Diese Zeilen stammen nicht, wie man vermuten könnte, von einem Zeitgenossen. Sie wurden vor rund 150 Jahren zu Papier gebracht. Urheber ist der russische Philosoph und Dichter Dichter Fjodor Michailowitsch Dostojewskij. (1821 - 1881)
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| 30. September 2007 |
| Kategorien: Schule und Lernen | Erziehung |
Als ich heute meine Morgenrunde ging — ich richte mich da nach den Bedürfnissen meines Hundes — begegnete ich der Nachbarin, die ebenfalls mit ihrem Vierbeiner unterwegs war. Wir sprachen dies und das und landeten dann beim Thema Kinder. Meine Nachbarin berichtete mir von einem ihrer Bekannten, deren Dreijähriger bereits einen Computer besäße. »Aber keinen Babycomputer, so'n Plastikdings, sondern einen richtigen.« Sie fände dies überflüssig. Ein Kind müsse doch zuerst einmal mit den realen Dingen des Lebens konfrontiert werden. Ich stimmte ihr zu. Wie kommt es zu diesen grotesken Verirrungen im Umgang mit Kleinkindern? Das Fernsehen und sein gesteigertes Potential, der Computer mit Internetanschluß, erzeugen die uralte Illusion vom mühelosen Lernen. Wenn allein passives Hingucken schlau machen würde, könnte mein Hund das Abendessen kochen, den Tisch decken sowie mit Gabel und Messer essen. Denn bei diesen Tätigkeiten beobachtet er mich täglich mit größtem Interesse und gesammelter Aufmerksamkeit. Lesen kontra Fernsehen Der Bildschirm appelliert an unsere Trägheit, und zwar gleich in zweifacher Hinsicht: nicht denken müssen, sich nicht bewegen müssen. Fernsehen und Internet können eine Art Fluchtweg darstellen, auf dem man sich aus der mühsamen Realität fortstiehlt.
Lesen hingegen macht Mühe. Die Gedanken des Lesenden richten sich konzentriert auf eine innere Welt der Bilder, die bei der Lektüre entstehen. Ein Leser kann derart in seine Lektüre versunken sein, daß er die Umwelt nicht mehr wahrnimmt. Sehen ist anspruchsloser als Lesen. Die fertigen Bilder können im Betrachter den Eindruck erwecken, man verstehe alles, ohne viel darüber nachzudenken zu müssen. Die meisten der abgebildeten Dinge sind uns vertraut, und über Vertrautes muß man nicht nachdenken. Der kontinuierlich einwirkende optische Reiz hat außerdem etwas Einschläferndes. Denken wir an den Reisenden, der im Zug aus dem Fenster schaut. Er kann die vorbeifliegende Landschaft betrachten und doch nicht über das Gesehene nachdenken. Beispiel aus dem Fernsehalltag: Nach einer Kindersendung kommt eine Wissenschaftssendung. Der Fünfjährige bleibt vor dem Fernseher sitzen. Stellen wir uns nun vor, dasselbe Kind hat einer Geschichte für Kinder zugehört, die über den Rundfunk ausgestrahlt wird. Es hat die Worte nur über das Ohr aufgenommen, das Gehirn hat sich seine eigenen Bilder dazu gemacht. Es folgt ein wissenschaftlicher Vortrag über Moleküle. Wird das Kind ebenfalls vor dem Radiogerät sitzen bleiben und zuhören? Karin Pfeiffer (Fortsetzung folgt) |
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| 06. September 2007 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
Ketzerisches zum Schulunterricht aus der Schweiz Frontalunterricht Schon länger passé ist auch der Unterricht von vorne, der ja ziemlich langweilig sein kann, je nachdem welches Temperament und Vortragsgeschick der betreffende Lehrer besitzt. An die Stelle des lehrerzentrierten Vortrags-, Frage und Instruktionsunterrichts trat das selbständige Lernen: Gruppenarbeit oder der sogenannte Werkstatt-Unterricht. Ein älterer Lehrer berichtet, wie er unzählige Praktikantinnen erlebt hat und immer wieder erlebt, die aufwendig und liebevoll vorbereitete „Werkstätten“ mit in den Unterricht bringen. Er hege manchmal den Verdacht, die Junglehrerinnen wollten sich dahinter verstecken. Denn arbeiten die Kinder selbständig, ist man aus der Linie. Das Ergebnis sei oft nicht dem Aufwand entsprechend. Was aber beispielsweise der Postenlauf durchs Klassenzimmer garantiert bringt: viel Unruhe. Die schwachen Schüler flutschen unbehelligt mit, ohne viel zu lernen, derweil die Alphatiere an jedem Posten die gestellten Aufgaben erledigen. ... Oft geht es darum, daß etwas läuft im Schulzimmer, daß Abwechslung herrscht. Es soll den Schülern wohl sein ... Langeweile tut dem Lernen gut Der britische Lehrerverband stellte jüngst fest, der Schulunterricht könne gar nicht langweilig genug sein, wie die Tageszeitung „The Independent“ berichtete. Durch Fernsehen, Computer und Videogames seien die Schüler überstimuliert, zu vielen Reizen ausgesetzt. Da könne ein ruhiger Unterricht eine gute Abwechslung sein. Wer gelangweilt sei, werde dazu gebracht, sich Gedanken zu machen und Fantasie zu entwickeln. ...
Faktenlernen wird vernachlässigt Traditionelles Lernen von Fakten – zum Beispiel in der Geographie – kommt kaum noch vor. Man unterrichtet „ganzheitlich“. Über große Themen diskutieren, mit wohlklingenden Titeln. Viertklässler sollen aus verschiedenen Medien Informationen über Vergangenes und Gegenwärtiges entnehmen. Sie sollen sich nun also als veritable Historiker betätigen: Quellensammlungen studieren und so weiter – also das tun, was angehende Geschichtswissenschaftler in mehreren Studienjahren erst mühsam lernen müssen. Was sagt mir ein Dokument, beispielsweise aus dem 15. Jahrhundert, wenn ich über die damalige Zeit nichts weiß? Würden die Primarschüler nicht gescheiter einfach ein Geschichtsbuch lesen? Aber eben, das ist ja unmodern ... Vernetztes Denken: im pädagogischer Nebel Der Lehrmittelautor Jules Fickler sagt: „Man will den Schülern beibringen, vernetzt zu denken. Und vergisst dabei, dass ein Netz aus einzelnen Knoten besteht. Diese Knoten wären das Faktenwissen.“ Er hat als Lehrer selber die Ratlosigkeit erlebt, die diese großen Diskussionsthemen bei den Schülern auslösen. „Es kommt dann höchstens ein: „Ich weiß auch nicht.“ Diskutieren kann man erst, wenn man Fakten hat.“ Und abgesehen davon seien Kinder stolz, wenn sie etwas wissen. Der Unterricht will offenbar den heutigen Alltag nachbilden: Im Fernsehen läuft eine Sendung über Tiger in Indien, dann kommt etwas zur Oscar-Verleihung, und am Radio diskutieren sie über Feinstaub, gefolgt von einem Beitrag über die Lage der Maori auf Tasmanien. Bruchstückwissen, Häppchenkost. Ein anderer Lehrer sagt: „Wir leben in einer oberflächlichen Gesellschaft, man redet über alles und jedes, ohne vertiefte Kenntnisse. Lehrer sind nur so gut wie die Gesellschaft.“ (Quelle: Die Weltwoche 5/2006) | | Die Generation von damals, zu der auch viele unserer Kunden zählen, sie lernte nach »altmodischen« Prinzipien. Und, so fragen wir jetzt einmal: Wie steht es um Bildung, um Wissen und Können und um die Lebenstüchtigkeit dieser Generation? Besitzt denn all das, was dazumal erfolgreich in der Pädagogik angewendet wurde, heute keine Gültigkeit mehr? Müssen wir immerzu das Rad neu erfinden und uns dabei zwangsläufig so oft schmerzhaft irren?
| | | Fotos: pixelio | |
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| 20. August 2007 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
Liebe Lehrer! Nehmt euren Schülern nicht das Papier weg, und die Stifte! Lasst sie mit Tinte klecksen und mit Killer Löcher in die Heftseiten reiben! Ist dies alles erst einmal virtuell, dann wird zuerst die Welt des Lernens verschwinden, und bald auch unsere reale Welt. 
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| 02. August 2007 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
„Was tun wir, wenn wir gehen, sprechen, zeichnen, tanzen lernen? Nicht wahr? Wir üben und vollführen ein Werk; wir machen es nach, bis wir es können, bis es gelingt, mit unseren Kräften, mit unseren Gliedern. So bei sichtbar in die Augen fallenden Künsten; bei unsichtbaren und bei der unsichtbarsten von allem, dem Denken, findet das Lernen auf keine andre Weise statt. Seine Gedanken kann mir der Lehrer nicht eingeben, eintrichtern; meine Gedanken kann, will, und muß er durch Worte wecken; also daß sie meine, nicht seine Gedanken sind. Worte sind bloß das Instrument, dies muß ich mit eigenen Kräften, auf meine Weise brauchen lernen, oder ich habe nicht gelernt.“ Johann Gottfried Herder (aus einer Schulrede vom Juli 1800) | | | | |  | |
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| 01. Juli 2007 |
| Kategorie: Schule und Lernen |
Jakob Stutz lebte im 19. Jahrhundert. Er hat seine Lebenserinnerungen aufgeschrieben. Wir lesen, wie er, nachdem er seine Eltern verloren hatte, mit achtzehn Jahren für einige Zeit ins Pfarrhaus kam, um Unterricht in der deutschen Sprache zu erhalten. Er sollte Schulmeister werden. Eines Tages überreichte ihm der Pfarrer ein Geographiebuch der Schweiz und fordert ihn auf, darin zu lesen. Jakob Stutz setzte sich in der Stube ans Fenster und las sehr laut – denn anders zu lesen wusste er nicht, und störte damit sowohl den Pfarrer bei seiner Verrichtung als auch die Frau Pfarrerin. Dem Pfarrer ging endlich die Geduld aus: „Ob man so närrisch thun müsse? Ob ich nicht wisse, dass man auch mit geschlossenem Mund ohne einen Laut zu hören, die Worte nur in Gedanken lesen könne?" aus: Schweizer Monatshefte Nr. 03/04 2007, Seite 38
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