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Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis)
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| 07. März 2010 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
Eine weitere Zuschrift: Sehr geehrte Frau Stolz,
ich bin gerade auf Ihr e-book gestoßen. Ich weiß leider nicht, wann es veröffentlicht wurde. Besonders die Sätze am Schluss sprechen mir und meinen Kolleginnen aus dem Bereich der Lerntherapie aus dem Herzen. Eine unserer Schulmütter, Logopädin, verwies auch noch auf die einseitige Rechtsbeanspruchung nur einer Gehirnhälfte durch die fehlenden Drehrichtungswechsel bei der VA. Gerade Kindern mit Konzentrationsstörungen bereiten die fehlenden Verbindungen zwischen Groß-und Kleinbuchstaben zusätzliche Probleme. Da die Vermittlung der jeweiligen Schriften, gerade bei den jüngeren Kolleginnen und Kollegen, nicht mehr den einstigen Stellenwert hat, kommt bei der VA noch ein weiteres negatives Moment hinzu. Dies alles geht zu Lasten unserer Kinder. Gymnasialkollegen machten mit unseren Schülern, denen man die VA vermittelt hatte, die gleichen Erfahrungen, schon in der 5. Klasse. Sie baten uns, von der VA Abstand zu nehmen, da sie oft die unleserlichen Schriften nicht mehr entziffern könnten. Meine Erfahrungen sind ebenso. Die Kinder haben große Schwierigkeiten mit der VA und ihre Handschrift ist schon in Klasse 3 kaum lesbar. Kinder, die ich auf die LA umstelle, sagen selbst, dass sie so viel leichter und sauberer schreiben. Leider sind die Schulen, nicht nur im Bereich der Schrift, sehr stur. Generell werden noch immer Methoden angewendet (Z.B. Lesen durch Schreiben), die nachweislich das Lernen behindern und ursächlich sind für die aktuelle schlechte Rechtschreibung deutscher Schüler. Mit freundlichen Grüßen Andrea Christiansen
| Es ist zu hoffen, daß künftig immer mehr Lehrer und Lehrerinnen den Mut haben, die angeblichen Vorzüge der Vereinfachten Ausgangsschrift als Kathederweisheit zu entlarven und in den Bereich der politisch-wirtschaftlich motivierten Fabeln und Märchen zu verbannen. Schriftpflege im schulischen Unterricht mag zwar keinen spontan sichtbaren Gewinn abwerfen — aber ein Volk, das es sich leistet, die junge Generation mit mangelhaften Kenntnissen und Fähigkeiten in fundamentalen Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) aus der Schule zu entlassen, wird langfristig ebendadurch wirtschaftlichen Schaden erleiden. Es ist wie bei der Gesundheit: viele Jahre lang kann der Mensch gegen die Naturgesetze verstoßen — vermeintlich folgenlos. Erst mit zeitlicher Verzögerung treten erste Symptome auf. Die Absenderin obigen Schreibens hat ihre Zustimmung zur Veröffentlichung auf diesen Seiten gegeben. Dafür bedanken wir uns herzlich. Karin Pfeiffer | Zum Weiterlesen: • Vom Abschreiben • Weshalb wir die Handschrift pflegen sollten (Teil I) • Weshalb wir die Handschrift pflegen sollten (Teil II) • Computer und Lernen • Vereinfachte Ausgangsschrift • Die VA: Eine Schrift aus der Retorte Zum Verständnis der unsinnigen Reformwut in Schulen: • Wer hat das Sagen in deutschen Klassenzimmern |  |
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| 24. Januar 2010 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
Eine Zuschrift:
Sehr geehrte Frau
Pfeiffer,
zu meiner größten Freude bin
ich als Langzeitkritikerin der Vereinfachten Ausgangsschrift im
Internet auf Ihren Beitrag gestoßen und möchte die
Gelegenheit nutzen, Ihnen meine Erfahrungen rückzumelden, die
sich mit Ihren Erfahrungen / Erkenntnissen decken.
Ich habe in meiner Studienzeit
(1982 — 1987) zum ersten Mal Bekanntschaft mit der VA
gemacht, die damals noch als Modellversuch laufen sollte.
Später war ich im Schuldienst mit dieser Schrift konfrontiert
und ich kann nur sagen, diese Schrift ist absolut ungeeignet und
keineswegs vereinfachend. Ich selbst habe in meiner Schulzeit die
LA gelernt und musste mir im Schuldienst die VA aneignen. Ich habe
es bei Kindern im Grundschulalter über Jahre erlebt und auch
bei mir selbst: Diese Schrift ist überhaupt nicht geeignet,
fließend zu schreiben, gerade weil man ständig absetzen
und nachdenken muss. Ich unterrichtete auch lange Jahre in der
Orientierungsstufe und stellte dort fest, dass Kinder extrem lange
brauchten, um einen Tafeltext abzuschreiben. Auf meine Frage nach
dem Warum gaben sie mir auch die Rückmeldung, dass man mit
dieser Schrift nicht so schnell schreiben könne. Ich glaube
auch, dass es einen Zusammenhang zwischen dieser Schrift und dem
»abgehackten Denken« gibt, gerade weil die
Schreibbewegungen nicht im Fluss sind. Diese Schrift ist
künstlich und blockiert meiner Meinung nach eher das
fließende Schreiben, als dass sie nützt. Einzig das alte
»z« finde ich noch akzeptabel. Es wird Zeit, dass man
diese Erkenntnisse endlich in die Tat umsetzt und nicht noch mehr
Schaden anrichtet. Fließende Bewegungen fördern ein
fließendes Denken und eckige Bewegungen versteifen auch das
Denken.
Mit freundlichen
Grüßen
Heike Aulich, Burgdorf
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Antwort:
Sehr geehrte Frau Aulich,
die Mitteilung
Ihrer Beobachtungen ist mir sehr wichtig, herzlichen Dank! Das
allgemein übliche Schweigen über pädagogisch
Unpraktikables verunsichert und führt zur kollektiven
Verdrängung von Problemen, die gelöst werden müssen,
um weiteren Schaden zu vermeiden. Die meisten denken irritiert: Bin
ich der einzige, der es anders sieht? Alle kommen damit zurecht,
nur ich nicht ... also muß ich mich irren. Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 21. Dezember 2009 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |

Es ist immer wieder zu hören, der Computer könne die Kinder von der Mühsal des Schreibenlernens befreien. Da ist doch zu fragen, ob es wirklich ein Fortschritt wäre, wenn die Kinder nur noch am Computer schreiben könnten. Angenommen, ein Kind schreibt mit seiner Hilfe das Wort »Haus«. Da sollte ernsthaft überlegt werden, ob diese Tätigkeit überhaupt die Bezeichnung »schreiben« verdient. Das Kind gibt Anweisungen an die Maschine. Es drückt eine Taste und der Kathodenstrahl zeichnet ein »H«. Dann ein »A« und so fort. Die Bewegungen des Kindes, zumal, wenn es mit den Zeigefingern »schreibt«, sind fast identisch. Stärke und Richtung des Drucks, den ein Finger ausübt, ist ohne Einfluss auf das Ergebnis. Man vergleiche damit das Erlernen des Schreibens. Da wird jeder Buchstabe hervorgebracht. Anfangs sind sie kaum zu erkennen, solche Mühe hat das Kind mit ihnen. Wenn es dann besser und besser geht, hat das Kind wirklich Feinmotorik geübt und riesige Fortschritte auf diesem Gebiet gemacht. Das Besondere am Schreiben ist, dass das Kind als ganzes Wesen beteiligt ist. Der Wille führt die Hand über das Papier und überwindet alle Fehlschläge. Die Buchstaben sollen auch schön sein. Das Kind fühlt, ob es gelingt. Das Denken erfasst den Zusammenhang zwischen Buchstabe, Wort und Bedeutung. Dabei ahnt das Kind, dass es eine neue Welt betritt, die Welt der symbolischen Zeichen, die aller Kultur zugrunde liegt. Sitzt das Kind am Computer, dann muss es das Hervorbringen und Gestalten der Buchstaben der Maschine überlassen. Wollen und Fühlen werden lahmgelegt. Nur das Denken ist nötig, um der Maschine den richtigen Buchstaben zu bezeichnen. Ein Denken, das kein Wille und kein Fühlen begleitet, wird kalt und kraftlos.
Dieser Textabschnitt ist dem folgenden Essay entnommen: Kind und Computer; Bildschirm und Rechner als Fenster zur Welt? Autor: Heinz Buddemeier
| Seit Jahren weisen wir immer wieder auf die Vorteile hin, die das Schreiben mit der Hand bietet. Wir raten Eltern und Lehrern, nicht zugunsten einer vermeintlichen Einsparung von Zeit auf die Praxis des Schreibens mit der Hand zu verzichten. Das menschliche Lernen entzieht sich ohnehin allen Versuchen der Rationierung und formalistischen Beschleunigung. Nur vordergründig ergibt sich beim Tippen oder Lückenfüllen ein Zeitspareffekt. In lernpsychologischer Hinsicht aber wirkt die Vernachlässigung der Handschrift als Bumerang. Lesen Sie bitte dazu auch folgende Blogeinträge: • Vom Abschreiben • Weshalb wir die Handschrift pflegen sollten (Teil I) • Weshalb wir die Handschrift pflegen sollten (Teil II) • Computer und Lernen • Vereinfachte Ausgangsschrift |
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| 06. Dezember 2009 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
 | Die Freude des Lernenden beim Wiedererkennen Vom Wert der Wiederholung Welch eine Freude, wenn ein lernendes Kind etwas Bekanntes zwischen all dem verwirrenden Neuen wiedererkennt! Neues zu lernen bedeutet für den Menschen jedes Alters Überwindung. Das Neue bringt Unerwartetes, es fordert Anstrengung und birgt stets auch die Gefahr des teilweisen oder vollständigen Scheiterns. Sich fortwährend auf Neues einlassen zu müssen, bringt unangenehme Gefühle mit sich. Schulkinder sind in einer solchen Situation; sie werden jeden Tag mit neuen Wissensinhalten und ihnen unbekannten Methoden des Lernens konfrontiert. Zur geistigen und praktischen Verarbeitung des Neuen bleibt zu wenig Zeit. Die heutige Pädagogik geht von der Voraussetzungen aus, es sei möglichst viel Abwechslung nötig, um die Lernbereitschaft zu erhalten. Diese Auffassung ist falsch.
Guter Unterricht folgt einem klug gesteuerten Wechsel von Anspannung und Loslassendürfen. Loslassen darf der Schüler in dem Moment, wenn ihm plötzlich eine Aufgabe gestellt wird, die er in ähnlicher Form schon einmal erledigt hat. Er jubelt innerlich: Das ist ja einfach! Das kann ich schon! Und mit Feuereifer macht er sich daran, das Gekonnte noch einmal unter Beweis zu stellen. Ein geschickter Pädagoge wird deshalb immer Wiederholungsphasen in den Unterricht einplanen, und zwar umso häufiger, als das Neue die geistigen Kräfte seiner Schüler erschöpft und überfordert. Früher nannte man dies Üben. Ohne Üben geht es nicht. Wobei das Üben ja immer auch Elemente des Neuen enthält. Lassen wir die Kinder üben! Sie tun es gern, denn sie freuen sich, wenn sie spüren, wie leicht es auf einmal geht, wenn man »gute Bekannte« trifft. Und ist es nicht auch bei uns dasselbe: Wenn wir in unbekanntes Terrain vorstoßen, so halten wir stets Ausschau nach etwas Vertrautem. Das Bekannte ist der Rettungsring im Meer des Fremden und Neuen. Karin Pfeiffer | | | |
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| 29. Oktober 2009 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
 | Mit Texten in der Schule lernen Aufmerksam lesen: Gelesenes geistig aufnehmen und verarbeiten kann nur, wer sich Zeit läßt und mit dem Text arbeitet. Flüchtiges Lesen bringt außer dem vermeintlichen Zeitgewinn kaum Lernzuwachs. Sich intensiv mit dem Thema befassen: Lesen, Schreiben, Zeichnen, Nachschlagen, Memorieren, Vortragen – all das fördert die Konzentration des Schülers. Er lernt gleichzeitig, wie man lernt. Dazu soll, dazu muß Zeit sein. Ruhe und Stille: Während des Arbeitens ist eine Atmosphäre der konzentrierten Stille unerläßlich. Dafür zu sorgen, gehört zum Aufgabenkreis des Lehrers. Lärm ist einer der Haupt-Stressoren, die jeder geistigen Arbeit abträglich sind. Fragen beantworten: Fragen zum Text sind nicht nur unter dem Aspekt der Information und des Inhalts zu sehen. Sie sind oft genug auch rhetorischer Natur. Überflüssig ist das nicht, denn beim Antworten übernimmt der Schüler Begriffe und Satzbau aus der Fragestellung. Während des Beantwortens – in ganzen Sätzen! – prägen sich Bausteine der gehobenen Schriftsprache ein, Sprachkompetenz wird erworben. Diesen Aspekt hat die moderne Pädagogik vernachlässigt, weil sie den raschen Wissenserwerb über alles andere stellt. Die Sprache aber ist das Boot, auf dem das Schiff des Wissens segeln kann. Schwimmend kommen wir im unendlichen Ozean des Wissens nicht weit. Sorgfalt: Geschriebenes wird grundsätzlich mit Sorgfalt hergestellt, das Ergebnis ebenso sorgfältig kontrolliert. Wir füllen nicht nur Lücken, sondern schreiben in Hefte. Nicht auf die Menge kommt es an, sondern auf das Regelmaß und die Qualität. Für das sorgfältige Erledigen von Aufgaben muß die Schule ausreichend Zeit und Ruhe zur Verfügung stellen. Das beruhigt auch die Klassenatmosphäre. Kontrolle: Die Letztkontrolle der Schülerarbeit liegt in den Händen des Lehrers. Selbst- und Partnerkontrolle sind eine wichtige Vorstufe. Bei der Kontrolle geht es nicht nur darum, Fehler aufzuspüren. Vielmehr wird durch die Lehrerkontrolle das Bedürfnis nach Anerkennung befriedigt. Dieses Bedürfnis haben wir alle, besonders aber Kinder. Ein Schulkind lernt nicht nur für sich selbst, es strengt sich für den Lehrer an. Es will gut sein – in zweifacher Hinsicht: formal und sittlich. Das dürfen wir nicht vergessen. Das Kind will zu dieser Welt etwas Nützliches beitragen, und es wünscht sich, daß dies von den Erwachsenen erkannt und bewertet wird. Keine Schülerarbeit ohne abschließende Lehrerwürdigung! Karin Pfeiffer | | | |
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| 04. Oktober 2009 |
| Kategorien: Politik, Bürokratie und andere Glückseligkeiten | Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
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foto: pixelio
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Die bedrohte Familie
Herr Moitje fragte mich in
seiner Zuschrift zu »Rettet die Familie« (15.
September 2009):
1. Wie sieht Ihr persönliches
Familienbild aus?
2. Warum und wie hat sich Ihrer Meinung nach die Familie vor allem
in der letzten Dekade verändert? Sie sprechen hier von
Jahrzehnten. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?
3. Wie sehen Ihre persönlichen familienpolitischen
Vorstellungen für die Zukunft aus und welchen Beitrag
können LehrerInnen für den Erhalt der Familie
leisten?
Hier ist meine Antwort
Sehr geehrter Herr Moitje, Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 10. August 2009 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
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Fröhliche Fehlersuche
Vorbilder sind out. Das reproduzierende oder nachahmende Lernen
ist so gut wie abgeschafft. Der moderne Schüler hat die
Aufgabe, schon beim ersten Lernschritt zu erkennen, ob das, was ihm
vor das Auge springt und an sein Ohr dringt, richtig oder falsch
ist. Zu diesem Zweck werden ihm von außerordentlich dummen
Lehr- und Übungsbüchern bewußt fehlerhaft
gestaltete Konstruktionen unter die Nase gehalten. Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 03. August 2009 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
foto: pixelio
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Zum Schulbeginn
Liebe Lehrer, liebe Eltern!
Schulisches Lernen bedeutet, sich einen Stoff geistig
einzuverleiben. Dieser Prozess wird in Gang gesetzt durch
aufmerksames Lesen, Wiederholen und Memorieren. Es mag für
Schüler bequem sein, Kästchen anzukreuzen, Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 14. Mai 2009 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
Anfrage einer Lehrerin:
Betreff:
Vereinfachte Ausgangsschrift
Anfrage:
In unserer Schule haben wir bis jetzt mit guten Erfolgen die
Lateinische Ausgangsschrift gelehrt. Nun sind einige junge Kollegen
unbedingt für die Vereinfachte Ausgangsschrift. Ich habe bis
jetzt keine überzeugenden Argumente dafür gelesen oder
gehört. Vieles, was man ihr nachsagte, hat sich nicht
bewahrheitet. Hauptargumente sind bei den jungen
Kollegen:
1. Es geht schneller, weil viel
leichter.
2. Bei Silbenschreiben kann man synchron schreiben,
weil die Haltepunkte immer an der gleichen Stelle
sind.
Ich will aber gerade dieses »geht
leichter« nicht akzeptieren, weil bei mir die Kinder gerade
an den wechselnden Schreibrichtungen Spaß haben, ihre
Feinmotorik schulen und sich die Wörter gerade wegen der
erhöhten Aufmerksamkeit auf den Richtungswechsel gut
einprägen. Synchron zum Silbensprechen zu schreiben, war dabei
meiner Meinung nach trotz der wechselnden Haltepunkte kein Problem.
Und wann legt man noch einmal so viel Wert auf das gute Schreiben?
Die Zeit nehmen wir uns doch nie wieder. Ich bin fast 60 Jahre alt
und habe mit Begeisterung in meiner Grundschulzeit 2 Stunden
»Schönschreiben« in der Woche genossen. Haben Sie
noch gute Argumente für die Lateinische Ausgangsschrift, die
ich in der kommenden Konferenz anführen kann? Ich will nicht
unbedingt einsehen, dass etwas Bewährtes abgelöst wird
durch etwas, dessen Argumente nicht standhalten. Viele Kinder, die
ich aus anderen Schulen übernehme, die VA schreiben, haben ein
breites unschönes Schriftbild, das sich nicht mehr korrigieren
lässt. Andere schreiben nahezu
Druckbuchstaben.
Vielen Dank für Ihre Argumente im
Voraus.
Mit freundlichen
Grüßen
N. W.
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Antwort:
Sehr geehrte Frau W.,
nun finde ich etwas Zeit, um
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| 08. April 2009 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
Anfrage einer Lehrerin:
Gern
lese ich Ihre »Tips« zu einzelnen Themen des
schulischen Alltags. Da an unserer Schule das Thema »Diktate
- sinnvoll oder Unsinn?« sehr kontrovers diskutiert wird,
wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir Ihren schon vor
längerer Zeit veröffentlichten Text zu dieser Thematik
zusenden könnten.
Freundliche Grüße
A. K.
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Antwort:
Sehr geehrte Frau K.,
sehr gern erfülle ich Ihre Bitte. Ich habe drei
Beiträge* aus meinem pädagogischen Blog herausgefiltert
und einen vierten beigefügt, der vor einiger Zeit im
Newsletter verschickt worden ist. Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 03. Februar 2009 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
| Vom Abschreiben
Kurzes Vorwort
Zu meinen lieben Gewohnheiten zählt das Lesen von
Fachliteratur, gleich morgens nach dem Aufstehen. Mein Geist ist
dann frisch und aufnahmefähig. Während ich lese, mache
ich mir Notizen. Ich schreibe Wörter und ganze Sätze ab,
die mich zum Nachdenken anregen. Zu diesem Zweck habe ich ein
spezielles Heft angelegt.
Was ich da tue, nennt man Lernen. Ich lerne, indem ich Begriffe
wiederhole und mir Sätze einpräge. Dabei erweitere ich
meinen Wortschatz, bilde mich sprachlich weiter und versetze mich
damit in die Lage, die Welt besser zu verstehen und zu beschreiben.
Die Methode, mit der ich dies verfolge, ist das Abschreiben und
(stille) Wiederholen. Diesen
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| 22. November 2008 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
| Anfrage einer Mutter:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Sohn geht in die dritte Klasse
Volksschule. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir mit einem
Rat bezüglich zweier Fragen weiterhelfen
könnten.
Erstens: welche Hefte oder Bücher
für die 3. Klasse geeignet sind, um sog. Leseproben zu
trainieren? Eine Leseprobe besteht aus einem etwa zweiseitigen Text
mit anschließenden Verständnisfragen.
Zweitens: Wie kann ich feststellen, ob
mein Kind eine Lese-Rechtschreibschwäche hat? Vielen Dank
für Ihre Antwort und Hilfe!
Mit freundlichen
Grüßen
Annette B.
foto: pixelio
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| Antwort:
Sehr geehrte Frau B.,
Zu Frage 1: Sinnerfassendes Lesen
üben
Um das Lesen zu üben, eignen sich alle möglichen Arten
von Lesetexten. Sie sollen altersgemäß sein,
interessant, humorvoll —
und nicht zu lang. An diesen Texten kann das Kind das
sinnerfassende Lesen üben. Gehen Sie wie folgt vor: Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 01. Oktober 2008 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
| Rechtschreiben lernen in 20 Tagen? Das kann doch nur wieder eine enttäuschende Zauberformel sein, die in der Praxis versagt, oder doch nicht? Na ja, in 20 Tagen kann niemand richtig schreiben lernen, aber deutliche Fortschritte sind schon zu erzielen! Und die machen dann Mut zum Weiterüben. Besonders für jene, die ziemlich entmutigt sind, weil sie schon viele Misserfolge gesammelt haben, ist das Üben in kleinen Schritten ein erfolgversprechender Weg. | In kleinen Schritten Eigentlich halte ich nicht viel von Rezepten, sie sind zu starr und passen nicht für alle. Dennoch möchte ich hier eines vorstellen, das als Übungsrahmen den Weg zu guten Lerngewohnheiten ebnen kann. Das Üben in kleinen Schritten ist einfach, erfordert aber Konsequenz und Disziplin: täglich ein bisschen üben! Die folgenden Übungseinheiten werden auf verschiedene Tage verteilt. Zu lange auseinanderliegen dürfen die Arbeitssitzungen nicht! Am besten ist das tägliche Üben. Und so lernen wir erfolgreich mit den 5-Minuten-Diktaten: 1. Ein kurzer Text wird gewählt. Es kann auch nur ein einziger Satz sein. Lieber sehr kurz als zu lang! 2. Der Text wird in Abschnitten auswendig aufgeschrieben. Das geht in vier Schritten. Wörter und Wortgruppen • lesen und einprägen • abdecken • schreiben • vergleichen und korrigieren
3. Gezielte Übungen zum Wortmaterial des Kurztextes werden durchgeführt. Das können Rechtschreibübungen sein oder Grammatikübungen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Man kann erzählen lassen, Reime finden oder nach Silben trennen (dazu hier eine Empfehlung!) und dazu klatschen. Wesentlich ist, dass die Wörter aus dem Diktat immer miteingebunden sind. 4. Nun ist der Schüler fit für ein Diktat! Keine Angst vor Diktaten, denn geschrieben wird ja nur das, was intensiv geübt worden ist. Jede Wette, dass das Minidiktat gut ausfällt! 5. Nach einigen Tagen wird noch ein Diktat geschrieben, derselbe Text wie beim ersten Mal, aber nicht nach dem gleichen Wortlaut. Es darf ein wenig umgestellt werden. Auch hier wird der Schüler gut abschneiden. | Fehler werden sofort durch mehrmaliges Schreiben korrigiert. Richtiges Schreiben muss wie Körperbewegungen eingeschliffen werden. Erst dann sitzt die Schreibweise. So üben wir fort und fort, immer optimistisch, niemals verzweifelnd: denn in 20 Tagen wird niemand zum perfekten Rechtschreiber, aber er hat ein Tor aufgetan, durch das er das Ziel sehen kann. Plötzlich merkt der Schüler: Und ich kann es doch! Also mach ich weiter! Karin Pfeiffer 
| Nachtrag: Wesentlich ist das handschriftliche Üben. Üben am Computer bringt dem rechtschreibschwachen Kind möglicherweise kurzfristige Erfolgserlebnisse, ein langfristiger und stabiler Zuwachs aber ist nur über das handschriftliche Üben zu erreichen. Das hat mit der Feinmotorik zu tun, die gewisse Gehirnregionen anregt, die zum Lernen wichtig sind. Bitte an Lehrer und Eltern: eine gute Handschrift ist kein Selbstzweck oder unnötiger Drill! Zweck der Schrift ist es gelesen zu werden, und lesen kann man nur eindeutige Schriftformen. Auch die Rechtschreibung dient der Lesbarkeit. Lesbarkeit und gute Rechtschreibung sind deshalb ein wichtiges Lernziel, das zu verfolgen sich lohnt! |
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| 26. August 2008 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
Das Problem Schwierigkeiten beim Lernen des Lesens und Schreibens haben oft eine gemeinsame Wurzel: es fehlt dem Kind die mündliche Sprachkompetenz. Lesen und Schreiben setzt das Vorhandensein eines abstrakten Denkvermögens voraus. Doch wie soll diese entwickelt werden, wenn das betroffene Kind zu wenig Möglichkeit zum Sprechen und Erzählen hatte und hat? Kinder, die einen Großteil ihrer Zeit vor plappernden Bildschirmen verbringen, haben keine Möglichkeit zur Kommunikation. Kommunikation ist immer sozial, sie ist auf den anderen Menschen, auf das Du, bezogen. Maschinen sind Dinge, Dinge sind tot. Mit toter Materie (ein Pleonasmus, den ich bewußt einsetze) aber kann man nicht sprechen. Die Lösung Sollen sich die Schulleistungen im Lesen und Schreiben merklich verbessern, werden wir sinnvollerweise parallel zum Üben in diesen Bereichen eine Förderung des Mündlichen anstreben. Möglichkeiten der Förderung in der Schule: Im Schulunterricht ist das Klassengespräch zu üben – der Lehrer lenkt das Gespräch, die Schüler hören zu und reagieren sprachlich. Wichtig ist, daß dies gemeinsam stattfindet, und daß auf Ruhe und gesammelte Aufmerksamkeit Wert gelegt wird. Das Kommunizieren der Schüler untereinander braucht man nicht zu fördern, es findet ohnehin statt – außerdem lernen Schüler mehr von den sprachlich gewandten Erwachsenen als von Gleichaltrigen, auch dies darf man nicht vergessen. Sprache schöpft sich nicht aus sich selbst sondern entwickelt sich durch Nachahmung und Einverleibung neuer Sprachbausteine. Vorbild sind die, die es besser können, weil sie bereits Erfahrung sammeln konnten, also die Erwachsenen. Möglichkeiten der Förderung zu Hause: In der heimischen Umgebung ist die Förderung des Sprechens besonders wichtig. Eltern, denen schwache Deutschnoten ihrer Kinder Sorgen bereiten, sollten daran denken, daß sie als Ergänzung zum Üben des Lesens und Schreibens möglichst viel mit ihren Kindern sprechen sollen. Und zwar nicht »von oben herab« in Form von Belehrungen, sondern möglichst zweckbezogen als Alltagskommunikation. Anlässe gibt es unzählig viele! Die Eltern achten bei sich selbst auf gutes Sprechen, denn das Elternvorbild wird von den Kindern übernommen. Eltern müssen Kinder nicht ständig korrigieren! Sprachrichtigkeit stellt sich durch Gewöhnung ein, nicht durch Besserwisserei und Vermittlung irgendwelcher Sprachregeln. Kennen Sie einige lustige Sprachspiele, mit denen sich unsere Großeltern noch die Zeit zu vertreiben wußten? Die B-Sprache zum Beispiel oder die Blumento-Pferde (falsche Betonung von zusammengesetzten Substantiven mit überraschenden Effekten), das Teekesselchenspiel oder »Ich sehe was, was du nicht siehst«. Sprache darf auch Spaß machen! Und was gibt es Schöneres, als gemeinsam mit Kindern zu lachen? | | Karin Pfeiffer |
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| 27. Juni 2008 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
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Die eigene Handschrift zu verbessern, dafür ist es nie
zu spät. Schauen wir einmal, was dazu alles nötig
ist:
Das Schreibmaterial
Hilfreich sind Bleistift, Buntstift, Wachsmaler, Filzstift,
Füller. Von Kuli oder Tintenroller ist abzuraten. Sie setzen
der Handmotorik zu viel bzw. zu wenig Gleitwiderstand auf dem
Papier entgegen. Radiergummi und Tintenkiller mögen
nützlich sein für die Schreibpraxis; zum Üben der
Handschrift schließen wir beides fort, denn ihre Benutzung
stört Ablauf des Schreibens. Wer sich verschreibt, Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 22. Mai 2008 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
Rückgabe der
Klassenarbeit in einem achten Schuljahr. Die Aufsatzhefte werden
verteilt. Mit Spannung schlägt jeder Schüler das Heft
auf, sobald er es vor sich liegen hat. Ein schlacksiger Blonder ist
aufgestanden und tritt mit dem offenen Heft ans Pult, wo der Lehrer
noch einige Eintragungen in das Klassenbuch vornimmt.
»Was heißt das?« Der Schüler deutet mit dem
Finger auf die rote Schreibe unter seiner Arbeit. Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 25. April 2008 |
| Kategorien: Rechtschreibung | Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
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Unterricht ganz ohne Zeitgeistiges ... Oft
schon habe ich diese Geschichte erzählt: Mitten im
Schuljahr stieß Marco zu uns. Ich war damals
Klassenlehrerin in der siebten Klasse einer Hauptschule und
unterrichtete diese auch in Deutsch. Damals bereits
wurden jene fortschrittlichen Unterrichtskonzepte
gepflegt, nach denen regelmäßiges Üben
der Rechtschreibung nicht vorgesehen war. Der sogenannte Zeitgeist
ist mir immer suspekt gewesen, und so Diesen Beitrag zu Ende lesen
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| 21. April 2008 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
Was immer gelernt werden soll: zunächst muss der Lerngegenstand in kleine Einheiten zerlegt werden. Wenn die einzelnen Teile erkannt sind, in ihrer Einfachheit vertraut werden, können sie wieder zu einem Ganzen zusammengesetzt werden. Der ernsthaft Lernende macht es wie der Knabe zu jenen glücklichen Tagen, als die Welt noch mechanisch war: er zerlegt mit neugierigem Eifer die Kuckucksuhr. In der modernen Schule gibt es jedoch keine Kuckucksuhren.
Die Beschäftigung mit abstrakten Lernstoffen ist trocken und in der Regel langweilig, das lässt sich nicht fortreden, auch nicht mit Beschwörung von Spaß und Trallala. Freude kommt trotzdem auf, meist erst im Nachhinein: wenn wider Erwarten etwas klappt, eine weitere Stufe erklommen wurde. Beispiel Grammatik: Kenntnis der wichtigsten Begriffe der Sprachlehre und die grundlegenden Funktionszusammenhänge verhelfen zu gehobener Ausdrucksweise und bilden allmählich das, was wir Sprachkompetenz nennen. Der Schüler lernt, sich mündlich und schriftlich gewandt auszudrücken. Grammatische Basiskenntnisse werden durch das Sprechen erworben. Jedes Kind hat, ehe es zum erstenmal etwas von Subjekt, Prädikat usw. gehört hat, bereits einen Erfahrungsschatz an grammatischem Grundwissen gesammelt, den es intuitiv anwendet. Dem Kind fehlen dafür nur die Fachbegriffe. Diese lernt es in der Schule, indem es die Kuckucksuhr — also die Sprache — auseinandernimmt. Es bestimmt die einzelnen Wörter und baut sie dann wieder zu Sätzen zusammen. Immer fangen wir beim Einfachen an, damit wir uns später an das Komplexe und scheinbar Komplizierte heranwagen können. Beim Lernen helfen gute und klar aufgebaute Übungen. Um noch einmal das Beispiel Grammatik aufzugreifen: Mit Hilfe von Regeln und Tabellen kann sich der Schüler eine Übersicht verschaffen, auf deren Basis erfolgreiches Lernen möglich ist. Zum Erlernen einer Fremdsprache sind grundlegende Kenntnisse der Grammatik nicht nur hilfreich, sondern die Voraussetzung. | | Karin Pfeiffer |
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| 14. März 2008 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
Wer sich selbst aufmerksam beobachtet, wird dieses Aha-Erlebnis kennen: Da sagt einer etwas, und man nickt erleichtert und freut sich: „Ja, so habe ich das auch immer empfunden, aber bloß nicht zu sagen gewusst!" Nicht ausdrücken können, weil die Begriffe gefehlt haben, mit denen man sich hätte mitteilen sollen. Kleinkinder machen sich nur durch Brabbeln und Schreien verständlich. Wem Worte fehlen, dem fehlt die Möglichkeit zur mündlichen und schriftlichen Kommunikation. Er ist, jenseits der Kultur, darauf angewiesen, sich in primitiver Art und Weise verständlich zu machen. Und hier gibt es deutliche Grenzen! Schule hat die Aufgabe, unsere Kinder in Sprache zu unterweisen, damit sie sich differenziert ausdrücken lernen. Die Fähigkeit, sprachrichtig und gewandt zu kommunizieren, muß gelernt und jahrelang geübt werden, sie ist nicht angeboren, kommt nicht von allein und benötigt vor allem das lebendige Vorbild. Sprachgewandtheit erwirbt das Kind auf diese Weise: • Zuhören (Gespräch, Gedicht, Geschichten vorlesen) • Gemeinsamer Gedankenaustausch (Gespräch) • Lesen und Schreiben • Auswendiglernen (Gedichte, Sätze, Fachbegriffe, Sachwissen) • Zu jemandem sprechen (Erzählen, Berichten, Vortragen) • Denken (sprachliche Gedankenwelt, Phantasie) Der Computer und das Fernsehen tragen nicht zur Entwicklung der Sprache bei, sie behindern eher als sie nützen. Fünf goldene Ratschläge für Lehrer und Eltern: - Sprechen Sie so viel wie möglich mit den Kindern – allerdings sollte sich dieses Sprechen nicht nur auf der Ebene des Unterweisens und Korrigierens bewegen, sondern sich aus gemeinsamen Tätigkeiten heraus entwickeln.
- Pflegen Sie eine vorbildliche Kommunikationskultur. Hören Sie dem Kind aufmerksam zu, wenn es etwas erzählt! Korrigieren Sie indirekt durch Wiederholung der Inhalte, die Sie wie nebenbei richtigstellen (eine Methode, die von Müttern gegenüber ihren Kleinkindern meist intuitiv verwendet wird).
- Seien Sie in all dem, was Sie vom Kind wünschen, Vorbild! Kinder ahmen alles nach, sie unterscheiden nicht zwischen gewünschten und unerwünschten Verhaltensweisen.
- Lesen Sie, anstatt sich aus der Fernsehkonserve zu bedienen. Schreiben Sie öfter etwas mit der Hand, anstatt dies den Computer erledigen zu lassen. Übertragen Sie die Verantwortung für richtiges Schreiben nicht auf die Maschine (Korrekturprogramm des Computers).
- Legen Sie auf das Üben größten Wert! Ohne Übung im Lesen und Schreiben lernt niemand das Lesen und Schreiben, auch wenn das von einschlägiger Seite oft propagiert wird. Oft steckt dahinter ein wirtschaftliches Interesse. Üben und Lernen braucht seine Zeit. Haben Sie Geduld mit und Zuvertrauen in das Kind! Die Früchte der Bemühungen werden dann umso erfreulicher ausfallen. Wer den Erfolg haben will, benötigt einen langen Atem.
Karin Pfeiffer | |
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| 09. Januar 2008 |
| Kategorien: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) | Rechtschreibung |
Folge 2 Schreiben, wie man spricht »Sprich das Wort langsam und deutlich, dann weißt du, wie man es schreibt!« »Vergiss, es: Das ist ein Holzweg!« »Aber wieso denn?«
»Ich versuche es dir zu erklären.«
Jeder spricht anders, jeder hört anders. Was dem einen ein »o«, ist dem anderen ein »u«. Was dem einen ein »Mass«, ist dem anderen ein »Maahhs«. Der eine hört (oder sagt) »Abfalleimer«, der andere »Apfahlaimer«, der dritte gar »Apfeleimer«. So ist das mit dem Hören und dem Sprechen. Wer nun versuchen wollte, die richtige Schreibung aus der Sprache abzuleiten, gerät rasch in arge Verlegenheit. Obwohl unsinnig und mit Misserfolgen geradezu verwöhnt, führt diese Methode in der Pädagogik ein fröhliches Dasein, ja der Unsinn ist geradezu von hanebüchener Beharrlichkeit! Wer kein Schriftbild im Gedächtnis gespeichert hat, kann auch das Wort und seine Bauteile nicht deutlich, auch nicht richtig sprechen und schon gar nicht orthographisch normgerecht schreiben. Da hilft schon eher ein alter Trick, den wir früher eifrig gepflegt haben: das Hinkritzeln des Wortes auf ein Blatt Papier, in verschiedenen Versionen: an das richtige SCHRIFTBILD erinnern wir uns dabei, hören aber kann man Orthographie nicht. Richtiges Schreiben ist eine Sache des Sehens, weil Schrift bekanntlich durch das Auge aufgenommen wird, und nicht durch das Ohr. Umgekehrt halten wir fest: Wer ein geschriebenes Wort vor sich hat, kann versuchen, es gut artikuliert auszusprechen. Gutes Sprechen kann – neben einer gelungenen Sprecherziehung – auch ein Ergebnis der Schreiberziehung sein! Man hat festgestellt, dass sich die allgemein anerkannte Hochsprache durch die Schrift gefestigt hat. Sprache stützt sich auf die Schrift und »konserviert« sie, nicht umgekehrt. Sie verbindet, denn sie schafft eine Norm, die jeder kennt. Und was bedeutet dies nun für die Praxis in der Schule? Dieses: Schreiben lernen wir durch Lesen. Schreiben lernen wir durch Schreiben. Beim Schreiben verbinden wir das Schriftbild mit der Lautfolge, und durch jahrelange Praxis verschmilzt beides: das Schreiben wird zur Gewohnheit, beim Sprechen »sehen« wir das geschriebene Wort vor uns. Die Kenntnis der Schrift verhilft uns zu klaren Wortbildern und zu klarem Denken. Wer nicht richtig schreibt, dessen Denken bleibt unter Umständen unklar und verwaschen wie die unfertigen Wortbilder einer unvollkommenen Rechtschreibung. Der einzige Weg zu sicherer Schreibkompetenz geht über das Lesen und das Schreiben mit der Hand. »Und der Computer? Hilft der denn nicht?« – »Ach, vergiss es ...« Schau, ein Fluckzeuch!
KARIN PFEIFFER | | Dies schreibe ich, um deutlich zu machen, dass kein Weg um das Üben herum führt. Es gibt keine »Technik«, die uns hülfe, das richtige Schreiben einfach nebenbei und aus dem Ärmel zu lernen. Oder mit gutem Willen. Guter Wille ist schon gut, aber er nützt wenig, wenn wir keine Taten folgen lassen: Fernseher aus, Buch auf, lesen und schreiben. Und darüber sprechen. So geht das, meine Lieben! | Schaumahl, da flickt noch wass! |
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| 27. Dezember 2007 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
| Vor Weihnachten erreichte uns die Anfrage
einer besorgten Mutter. Da der Betreff von allgemeinem
Interesse sein dürfte, veröffentlichen wir hiermit
die Antwort der Pädagogin und Autorin Karin
Pfeiffer. |
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Anfrage
Betreff:
Lese-Tests/Geschichten schreiben
Hallo,
mein Sohn (3. Klasse) hat Schwierigkeiten
mit sogenannten Lese-Tests. Es sind DIN-A4 große Texte zum
Lesen mit anschließenden Fragen zum Beantworten (nicht zum
Ankreuzen, sondern in ganzen Sätzen zu schreiben).
Haben Sie Material zum Üben für dieses spezielle
Problem?
Zweites Problem: Geschichten
schreiben
Er schreibt wild durcheinander, teilweise ohne richtige
Satzbildung. Wie soll man das üben? Welches Ihrer Hefte
wäre richtig dafür? Bitte schicken Sie mir kurzfristig
eine Info.
Vielen Dank für Ihre Mühe beim
Raussuchen.
N. W.
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Sehr geehrte Frau W.,
wir müssen zunächst folgendes feststellen: Eine
gute Lesefertigkeit ist das Ergebnis aus Konzentration und
Übung. Ihr Sohn dürfte, wie die meisten heutigen Kinder,
bereits an einem Übungsmangel leiden. Dazu kommt eine
Konzentrationsschwäche durch Reizüberflutung.
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| 20. November 2007 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
Folge 1 Lesen, Wiederholen, Lernen Unsere Schüler werden von allen Seiten mit praktischen Tips* zum Lernen überhäuft. Hier ein Beispiel aus einer Website zum Thema Lernen: »Den in der Schule gelernten Stoff am Nachmittag wiederholen. Einfaches, kurzes Durchlesen wirkt Wunder.« Wollen wir diesen Satz mal auseinandernehmen? Dann also los! Richtig ist die Aufforderung, den Lernstoff zu wiederholen. Wiederholung ist Voraussetzung für alles Lernen. Das also ist völlig in Ordnung. Der zweite Satz aber bedient wieder einmal die pädagogische Windmaschine, derzufolge jedweder Erfolg ohne Anstrengung erzielt werden könne. »Einfaches, kurzes Durchlesen wirkt Wunder.« Ein Wunder wäre es tatsächlich, wenn sich der Mensch durch bloßes, mechanisches Lesen Wissen und Fertigkeiten aneignen könnte. Hier liegt der Hase im Lernpfeffer! Lesen und Lesen sind zweierlei. Es gibt Personen, welche beim rein mechanischen Lesen das Gehirn völlig abschalten können. Ah – kommt Ihnen das bekannt vor? Das Kind hat den Text laut gelesen und kann anschließend so gar nichts über dessen Inhalt sagen. Da haben wir’s! Aneignendes Lesen setzt einen wachen Verstand voraus, der den Inhalt geistig verarbeitet. »Mitdenken« nannte man das früher. Der Vorgang des Verarbeitens von Material oder geistiger Materie kann nirgendwo im Leben ohne Aufwand von Energie erfolgen. Aktives Lesen, bei dem nachher etwas mehr als ein »Ich weiß nicht« übrigbleiben soll, ist ein geistig herausfordernder, anstrengender Akt. Die anbiedernden und dümmlichen Lockvokabeln »kurz« und »einfach« führen denjenigen, der ihnen Glauben schenkt, in die Sackgasse. Beobachten wir einmal einen aktiv Lesenden beim Studium von Fachliteratur: - er gerät immer wieder ins Stocken, legt für einen Moment den Text beiseite, schaut in die Luft (in sich hinein)
- die Lippen können sich dabei bewegen, denn es wird heftig memoriert und nachgedacht.
- er unterstreicht und kritzelt etwas in das Buch oder auf ein Stück Papier
- er liest in Ruhe und Geduld zu Ende
Allein auf diese Weise – und nur so! – wird ein Zugewinn an Wissen erzielt. Aktiv lesen heißt mitdenken, Wörter und Sätze auswendig wiederholen, innerlich Fragen stellen, Aha- oder Déjà-vu-Erlebnisse goutieren (anders ausgedrückt: sich über plötzliche Erkenntnisse freuen oder sich an etwas früher Gelerntes erinnern). Lesend lernen und Wiederholen ist echte Arbeit. Einfach »schnell mal durchlesen« kann natürlich auch etwas bewirken, aber »Wunder« sind es gewiss nicht! KARIN PFEIFFER | | *Ich ziehe die Schreibweise »Tip« dem vielfach verwendeten »Tipp« vor, denn der Begriff kommt aus dem Englischen: „tip“ = Hinweis. Weil ich die englische Sprache liebe, möchte ich daraus kein reformdeutsches „Tipp“ machen müssen. | | | |
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| 20. Oktober 2007 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
| Sollen Kinder mit Heften oder mit Ordnern lernen und arbeiten? Vorteile des Ordners - Arbeitsblätter, Texte, Zeichnungen lassen sich leicht einreihen und umordnen
- schlecht gelungene Blätter können ausgewechselt werden
- es lassen sich mehrere Abteilungen bilden, die zum Abheften verschiedener Lernfächer dienen
Nachteile des Ordners - verlangt viel Ordnungssinn und Selbstüberwindung beim Ordnen
- verführt zu Flüchtigkeit und ungeordnetem Abheften
- verführt zu schlampigem Abheften (keine oder schlechte Lochstanzung der Blätter)
- ist voluminöser und beim Blättern unhandlich
- erschwert die Übersicht bei Nachlässigkeit in der Ordnung
- erzeugt möglicherweise eine nachlässige Einstellung zur Ordnung, da diese nicht bindend und endgültig ist
Vorteile des Schulheftes - ist leicht und handlich
- erzieht zu Sorgfalt in Schrift und Platzeinteilung
- Reihenfolge der Seiten bleibt immer dieselbe
- Einträge erfolgen der Reihe nach: das Heft besitzt sowohl eine unveränderbare Chronographie als auch Chronologie; für das Lernen ist das vorteilhaft
- Der bindende Charakter des Schulheftes verleiht ihm einen wertvolleren Rang, als dies bei losen Blättern der Fall ist
Nachteile des Schulheftes - unflexibel, zwingt zu Arbeitsformen, die im modernen Unterricht zu selten gepflegt werden
- fehlerhafte Seiten können nicht entfernt oder ausgetauscht werden
- Bilder oder zusätzliche Informationsblätter können nicht dazwischengeheftet werden
- für Lehrerkontrolle muß das ganze Heft abgegeben werden und steht dem Schüler für die Zeit Korrektur nicht zur Verfügung
Viele Lehrer und Eltern kennen das Problem mit überquellenden und unvollständigen Ordnern. Die meisten Kinder im Grundschulalter sind damit überfordert. In der Schultasche sammeln sich dann verknitterte, verschmutzte und zerrissene Arbeitsblätter. Dies prägt die kindliche Einstellung zum Lernen negativ. Wer sich von Beginn an für Ordner und Sammelhefter entscheidet, muß beim Einordnen helfen und ständig kontrollieren. Mit Erklärungen allein ist nichts erreicht. Es gilt, positive Gewohnheiten zu bilden. Man könnte darüber nachdenken, ob in der Grundschule nicht doch dem Schulheft der Vorrang eingeräumt werden soll. Armin Beeler* sagt dazu: „Das Heft erfordert mehr Sorgfalt und überlegte Gestaltung, denn man reißt ja weniger schöne Seiten nicht einfach heraus. Man kann sowohl mit dem Ordner wie mit dem Heft zu Selbständigkeit in der Führung seiner Schriften anleiten. Ich ziehe Hefte vor, weil sie die Gestaltung bewußter fordern."* (*Armin Beeler in: „Wir helfen zu viel", Beiträge zur Unterrichtspraxis, Klett und Balmer Verlag, Zug 1999, Seite 71) |
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| 23. September 2007 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
 foto: pixelio
Die Fähigkeit zur sicheren Unterscheidung von rechts und links ist für das Lernen sehr wichtig. Wenn ein Kind Probleme mit der Zuordnung hat, können wir ihm helfen — und zwar mit einem kleinen Trick: Wir üben intensiv nur eine einzige Richtung! Wir vermeiden alles, was das Kind durcheinanderbringt, bis es sicher ist bei dem, was es tut: das ist meine rechte Hand, das ist mein rechter Fuß, ich hüpfe jetzt nach rechts, ich zwinkere mit meinem rechten Auge ... wenn wir die immer gleiche rechte Seite üben, gibt es bald keine Probleme mehr — auch nicht mit links! »Mach ich doch mit links« aus: Textwerkstatt Lesen kinderleicht |
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| 15. August 2007 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
 | Wie lernt ein Kind Lesen und Schreiben? Angestrebt ist eine Automatisierung: Die Schrift wird mit dem Auge erfasst, und zugleich »hört« das Kind einen Laut. Bild und Ton verschmelzen in der Wahrnehmung. Zuerst die Buchstaben, später Silben, dann Wörter und zuletzt ganze Sätze. Zum Schulanfang ein paar wichtige Hinweise: | • Wir fangen mit Buchstaben an und lautieren. Was man verstehen will, muss erst aufgegliedert werden. Daher: nicht gleich ganze Wörter lernen lassen! • Wir schreiben nur Buchstaben und Silben, die wir kennen. Nach einer Anlauttabelle schreiben mag vielleicht lustig sein und rasche »Erfolge« vortäuschen, die schwachen Schüler aber bleiben dabei auf der Strecke. (Oder wollen wir dafür sorgen, dass sich die Bildungsschere schon im ersten Schuljahr öffnet?) • Wir schreiben überhaupt nur Wörter, die wir richtig schreiben können. Das falsche Wortbild prägt sich sonst ein. Richtig schreiben — oder auch falsch! — ist eine Angelegenheit der Gewohnheitsbildung. Man sollte sich nur gute Gewohnheiten angedeihen lassen! • Wir üben täglich, nicht zu viel und nicht zu wenig. • Vorlesen und Spielen (Reime, Lieder) dürfen nicht zu kurz kommen. Wir artikulieren dabei sehr deutlich und weisen auch die Kinder an, deutlich zu sprechen. Das Lernen geht über alle Sinne, nicht nur über den Verstand. Emotionale Verknüpfung mit dem Lernstoff ist wichtig. Deshalb hat man früher Reime und Lieder in den Unterricht eingebunden. Das ist etwas in Vergessenheit geraten. Wir helfen der Erinnerung nach! • Übertreibungen sind gelegentlich notwendig zur Verdeutlichung des Lernstoffes. Das kann man spielerisch verpacken. Kinder spielen gern mit Buchstaben und Wörtern! Spaß beim Spiel ist etwas sehr Ernstes. • Humor ist die Würze des Lebens — und des Lernens. Für Fragen stehen wir gern zur Verfügung. Wenden Sie sich an info@stolzverlag.de. Gutes Gelingen im neuen Schuljahr wünscht das Autorenteam vom STOLZ Verlag |
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| 07. Juli 2007 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
Die Gegenüberstellung von Wörtern mit gleich und ähnlich klingenden Laute ist eine Übungsform, die sich ungeheuer großer Beliebtheit erfreut. Rechtschreibaufgaben nach dem Muster d oder t, chs oder x, -ich, -isch oder ig usw. sind so gut wie in jedem Lehrwerk für Rechtschreibung zu finden. Völlig ungeniert stehen hier sehr ähnliche Lerninhalte nebeneinander – offensichtlich erwarten die Produzenten solcher »Lernhilfen«, daß unsere Kinder etwas dabei lernen. Doch das Ergebnis ist, daß sie für die gesamte Schulzeit und wahrscheinlich ihr ganzes Leben lang Probleme mit genau diesen Lerninhalten haben werden. Seit jeher warnen verantwortungsbewußte Pädagogen vor der Methode der Gegenüberstellung ähnlicher Lerninhalte, stiftet sie beim Schüler doch nichts als Unsicherheit und Irrtum. Wer im Schreiballtag die Schreibweisen s, ss oder ß nicht auseinanderhalten kann, wird kaum von einer plötzlichen Schreibsicherheit heimgesucht, wenn wir ihn gerade vor diese Alternativen stellen. Seine wachsende Verwirrung ist als »Ranschburg-Phänomen« bekannt. Das Ranschburg-Phänomen ist die 1902 von dem ungarischen Psychologen Pál Ranschburg nachgewiesene Hemmung des Gedächtnisses bei der Reproduktion von ähnlichen Lerninhalten durch Mangel an gestaltlicher Differenzierung. Sprich: Wenn ich mir gleichzeitig verschiedene Inhalte merken will, die einander ähnlich sind, dann komme ich leicht durcheinander – und je unsicherer ich mich auf dem dargebotenen Lernbereich bewege, umso mehr Ähnlichkeitshemmung wird mich plagen. (Übrigens bietet uns die sogenannte Rechtschreibreform ein anschauliches Beispiel für die Ranschburg-Hemmung: die jetzt selbst in Zeitungen und Zeitschriften zu beobachtende Verwechslung von »das / dass« hat seine Ursache in der beim flüchtigen Hinschauen »gleichen« Wortgestalt von das/dass – vormals konnte man die beiden Wörtchen optisch besser unterscheiden: das / daß.) Ein Kind, das ständig gegenüberstellende Aufgaben vorgesetzt bekommt, wird nichts dazulernen – im Gegenteil. Tragisch sind die psychologischen Folgen: es wird zu dem Schluß kommen, es sei zu dumm, um die richtigen Schreibweisen zu behalten. Wie soll dieses bedauernswerte Kind wissen, daß der Mangel nicht bei ihm selbst liegt, sondern daß die Methode selbst »dumm« ist! Die verflixten Gegenüberstellungen haben schon ganze Schreibgenerationen für sicheres und selbstsicheres Schreiben endgültig verdorben. Einzig als Test ist diese Methode erlaubt und erfüllt dort auch seinen Zweck – wenn getestet werden soll, wie sicher die Schüler in der Anwendung richtiger Schreibweisen sind. Dennoch: es gibt auch bessere „Testmethoden" und die Darbietung gehäufter Rechtschreibprobleme entbehrt der Sinnhaftigkeit. Beim Schreiben in Beruf und Alltag werden solche »Gemeinheiten« nicht auftauchen. Die Schule soll aber doch für das normale Leben vorbereiten, und nicht für ein Rechtschreibkuckucksheim. Gegenüberstellungen sind daher im Grunde eine künstliche und höchst überflüssige Darbietung des Lernstoffes. | | | | | Fazit: Wer wünscht, daß sein Kind in der Rechtschreibung Fortschritte macht, lasse es mit gewöhnlichen und nicht künstlich verkomplizierten Texten üben – und darüber hinaus übe man sich als Erwachsener in Geduld! Gute Dinge wachsen langsam. Als Übungsform für Schüler mit ungefestigter Rechtschreibung seien Gegenüberstellungen mit gleich- und ähnlichklingenden Buchstaben streng tabu. Fort damit! |  | | | |
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| 12. Juni 2007 |
| Kategorie: Aktueller Lerntip (tip = englisch für Hinweis) |
von Karin Pfeiffer
Mathematik und Leseverständnis hängen eng zusammen. Deutlich wird das bei Sachaufgaben. Denken wir an die Ziffernschreibung im Deutschen: Beispiele die Zahl 28 wir schreiben: zwei acht wir sagen: acht und zwanzig Die Zahl 45825 wir schreiben: vier fünf acht zwei fünf wir sagen: fünf und vierzig tausend acht hundert fünf und zwanzig (würde man dies schreiben, bekäme man das: 540000800520)
Wir Erwachsenen sind geübt darin, die Zahlen richtig herum zu setzen, dass uns die Schwierigkeit nicht mehr bewusst wird. Für manche Kinder ist das aber eine Falle, die sich auftut, wenn nicht von Anfang an konsequent das Ziffernschreiben geübt wird.
Leider verlieren manche Pädagogen dieses grundsätzliche Problem aus dem Blickfeld. Wer denkt bei einem 15jährigen schon daran, dass er die Grundlagen der Ziffernschreibung nicht verinnerlicht hat? Gelingt es doch manchem Schulkind, sich selbst mit bescheidenen Grundlagenkenntnissen im Lesen, Schreiben und Rechnen erfolgreich durch mehrere Schuljahre »hindurchzumogeln«. Das soll nicht negativ klingen und ist schon gar keine Kritik am betroffenen Schüler. Der Umstand sollte uns allerdings zum Nachdenken anregen. Wo das Fundament fehlt, kann man kein Haus bauen. Die Schule ist für das Fundament zuständig. Mit Beginn des Mathematikunterrichts in der Grundschule soll deshalb täglich das laute Lesen von Ziffern und Zahlen gebührend geübt werden. Zahlen nach Diktat aufschreiben zu lassen, ist eine Lehrmethode, die nicht aufgegeben werden darf. Das Schreiben von Ziffern wird heute vernachlässigt. Zum einen deshalb, weil Kinder in fertige Arbeitsblätter-Vordrucke nur noch vereinzelte Ziffern einzufüllen haben. Zum anderen, weil sie oft auch am Computer rechnen. Das Zahlentippen auf der Tastatur aber verhilft nicht zu einer gefestigten Beziehung zwischen geschriebener zur gesprochener Zahl. Über das Schreiben mit der Hand und dessen Wichtigkeit für die Entwicklung von Intelligenz und Literalität habe ich an anderer Stelle bereits Anmerkungen gemacht. Zusammenfassung: Auch das Schreiben von Zahlen will gelernt und geübt sein. Damit die Schüler im Mathematikunterricht der höheren Klassen den Anschluss nicht verpassen, muss der Unterricht vom ersten Schuljahr an folgende Methoden anwenden: • Schreiben von Ziffern im inhaltlichen Zusammenhang • systematische Durchführung von Zahlendiktaten • Vermeidung von bloßem Lückenfüllen, dafür umso mehr handschriftliches Rechnen • Lautes Vorlesen von Rechenaufgaben und Lösungen Last not least: Geduld sowie Humor helfen auch über die höchsten Klippen hinweg!
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