Zweiter Messetag
Die Didacta findet in den neu gebauten Messehallen statt. Erster Eindruck: Großzügigkeit, viel Platz, breite Gänge. Aber auch: weite Wege. Das neue Kölner Messegelände wird schön, aber es nichts für Fußfaule. Und für Blasenschwache. Denn vor der Toilette heißt es regelmäßig anstehen. Als ich um halb neun zum Eingang Süd eile, streben schon etliche Besucher die breite Freitreppe hinauf. Sie wirken vor dem gigantischen, vierkantigen Eingangsgewölbe des modernen Messekomplexes wie Ameisen. Größe ist ja etwas Relatives — alles ist relativ, das haben wir von Einstein gelernt. Ich fühle mich recht klein, als ich durch die was-weiß-ich-wie-hohe Tür in die Vorhalle eintrete, ich fühle mich auch noch sehr klein, während ich durch die gewaltig hohen Gänge und Hallen treppauf-treppab der Messehalle 6 zustrebe (verdammt, wie weit ist das denn noch???); aber in dem Moment, da ich endlich an unserem Stand ankomme, wachse ich ein Stück. Unser Stand ist ja — relativ — klein. Keine beängstigenden Größenverhältnisse also. Rasch die Tür zur Kabine aufgeschlossen, den Mantel an den Haken, und mit der Arbeit begonnen. Es ist Viertel vor neun, gleich öffnen sich die Schranken für die Besucher. Ringsum hektisches Treiben, Staubsauger heulen und summen in allen Tonlagen, eine Motorensenate. Geraschel, ein vorsichtiges Lachen, eilige Geschäftigkeit. Standlichter flammen auf, eine Messehostess verteilt Informationen. Kurz nach neun sind die ersten Messebesucher da. Ein langer Messetag beginnt. Ich freue mich auf gute Gespräche. Und die Kunden freuen sich über die geldbeutelschonenden Messepreise an unserem Stand. (Fortsetzung folgt) ______________________
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